Bundestag, Hilfsmittel
Im Bun­des­tag wur­de am 16. Janu­ar das Heil- und Hilfs­mit­tel­ver­sor­gungs­ge­setz beschlos­sen. Die Reak­tio­nen dar­auf lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten.TobiasGolla/Pixabay.com [CC0 1.0]

Die SPD hebt her­vor, dass der Gesetz­ent­wurf wesent­lich ihre Hand­schrift trug. „Das ist ein guter Tag, vor allem für schwer kran­ke Kin­der, für älte­re Men­schen oder Men­schen mit Behin­de­run­gen. Mit den geän­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen errei­chen wir eine qua­li­täts­ge­si­cher­te ohne Auf­zah­lung. Aus­schrei­bun­gen der Kran­ken­kas­sen im Hilfs­mit­tel­be­reich wer­den kon­se­quent an Qua­li­täts­kri­te­ri­en gekop­pelt und Ver­trä­ge bes­ser über­wacht. Wir sind zuver­sicht­lich, dass Leid und Sor­gen bei­spiels­wei­se von Sto­ma-Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten deut­lich gemin­dert wer­den“, so Hil­de Matt­heis (SPD). Außer­dem sei posi­tiv zu ver­mer­ken, dass Bril­len­trä­ger mit einer hohen Diop­trien­zahl ihre Bril­le erstat­tet bekom­men.

Gerechtigkeitslücken werden geschlossen

Der CDU/CSU ist wich­tig, dass künf­tig selbst­stän­dig arbei­ten­de Müt­ter, die in der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ver­si­chert sind, wäh­rend der letz­ten Wochen vor und nach der Ent­bin­dung Kran­ken­geld bekom­men. Mit dem neu­en Gesetz wer­den Gerech­tig­keits­lü­cken in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) und der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) geschlos­sen, so die Frak­ti­on. Außer­dem soll die Bezie­hung zwi­schen Heil­mit­teler­brin­gern und Kran­ken­kas­sen fle­xi­bi­li­siert wer­den, so dass gerech­te­re Prei­se zustan­de kom­men. Modell­pro­jek­te sol­len die­se Art der Abrech­nung vor­an brin­gen.

vdek will Regionalkennzeichen

Der Ver­band der Ersatz­kas­sen (vdek) hebt in sei­ner Reak­ti­on auf das Gesetz noch ein­mal das The­ma des mor­bi­di­täts­ori­en­tier­ten Risi­ko­struk­tur­aus­gleichs (Mor­bi-RSA) her­vor und freut sich, dass sei­ne For­de­run­gen an das Gesetz weit­ge­hend umge­setzt wur­den. Um den Mor­bi-RSA wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, sei es aber unum­gäng­lich die soge­nann­ten Regio­nal­kenn­zei­chen ein­zu­füh­ren, die dann bei­spiels­wei­se den Unter­schied zwi­schen Stadt und Land ver­deut­li­chen.

Verträge sollen bundeseinheitlich auf Qualität geprüft werden

Der Bun­des­ver­band Medi­zin­tech­no­lo­gie (BVMed) mel­de­te sich eben­falls nach der Geset­zes­ver­ab­schie­dung zu Wort. Er steht auf Sei­ten der Medi­zin­pro­dukte­her­stel­ler und damit in Oppo­si­ti­on zu den Kran­ken­kas­sen. Posi­tiv bewer­tet der BVMed ins­be­son­de­re die zeit­na­he Aktua­li­sie­rung und kon­ti­nu­ier­li­che Fort­schrei­bung des Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis­ses sowie die ver­pflich­ten­den Qua­li­täts­kri­te­ri­en für Aus­schrei­bun­gen. Sinn­voll sei auch die Rege­lung, dass es für , die für einen bestimm­ten Ver­si­cher­ten indi­vi­du­ell ange­fer­tigt wer­den, und -Ver­sor­gun­gen mit hohem Dienst­leis­tungs­an­teil künf­tig kei­ne Aus­schrei­bun­gen mehr geben soll.

Bei den nun anste­hen­den Dis­kus­sio­nen zum Ver­trags­con­trol­ling sei es wich­tig, bun­des­ein­heit­li­che Rege­lun­gen zur Ver­gleich­bar­keit der Qua­li­täts­prü­fun­gen für alle Kran­ken­kas­sen zu schaf­fen. Aus BVMed-Sicht soll­ten sich die Prü­fun­gen auf die Anzahl der Ver­sor­gungs­fäl­le und auf das ver­sorg­te und die damit ver­bun­de­nen Dienst­leis­tun­gen erstre­cken. Zudem sei eine frü­he Ein­bin­dung der Leis­tungs­er­brin­ger und der Her­stel­ler in die Fort­schrei­bung des Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis­ses erfor­der­lich, so der BVMed.