Streik
Genug geklatscht, meint diese Demons­tran­tin in KölnBild: Alexan­der Meyer-Köring

„Schluss mit Klatschen! Hört uns endlich!“, schallt es von der Bühne vor der Univer­si­tät Köln. „Schön, dass wir so viele gewor­den sind heute!“ Das Wetter ist sonnig, die Stimmung aufge­heizt. Mehr als 700 Pflege­rin­nen und Pfleger schwen­ken ver.di-Fahnen und Banner, halten ihre selbst gemal­ten Schil­der in den blauen Himmel. Es ist Streik an der Univer­si­täts­kli­nik Köln. Arbeits­kampf für bessere Bedin­gun­gen hier in der Domstadt, aber auch in der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf und auch in Essen. Einen Tag später folgen Streiks in Bonn und Münster.

Streik
Über 700 Demons­tran­ten allein in KölnBild: Alexan­der Meyer-Köring

Verwei­ge­rungs­hal­tung der Arbeit­ge­ber wird kritisiert

ver.di-Landes­lei­te­rin Gabriele Schmidt erklärt: „Die Verwei­ge­rungs­hal­tung der Arbeit­ge­ber macht die Beschäf­tig­ten zu Recht wütend. Uns kein Angebot vorzu­le­gen und zeitgleich alle unsere Forde­run­gen mit einem bloßen „Nein“ vom Tisch zu wischen, zeugt von fehlen­der Wertschät­zung. Auch und beson­ders im Gesund­heits­we­sen leisten alle Berei­che nicht erst seit Pande­mie­be­ginn jeden Tag Unglaub­li­ches. Aufgrund des Perso­nal­man­gels gehen viele am Stock oder haben den Beruf sogar aufge­ge­ben. Es braucht deshalb nun ein klares Signal an die Arbeit­ge­ber, diese dauer­haf­ten Ausnah­me­leis­tun­gen endlich anzuerkennen!“

Esma Özdemir, Kranken­pfle­ge­rin der Schlag­an­fall-Station am Unikli­ni­kum Köln sagt dazu: „Mich hat es fassungs­los gemacht zu hören, dass die Arbeit­ge­ber keinen Fachkräf­te­man­gel sehen. Und das, obwohl Corona noch lange nicht vorbei ist. Im Team sind wir uns einig, jetzt werden wir strei­ken. Diese Haltung zwingt uns dazu!“

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Für die Dauer der Streik­maß­nah­men wurden Notdienst­ver­ein­ba­run­gen mit den Klini­ken verein­bartBild: Alexan­der Meyer-Köring

Streik: Gewerk­schaft fordert 5 Prozent mehr Lohn

Die Gewerk­schaf­ten fordern für die Beschäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst der Länder eine Einkom­mens­er­hö­hung um 5 Prozent, mindes­tens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäf­tigte des Gesund­heits­we­sens sollen tabel­len­wirk­sam monat­lich 300 Euro mehr erhal­ten. Die Ausbil­dungs­ver­gü­tun­gen sollen um 100 Euro angeho­ben werden.

Verhan­delt wird für rund 1,1 Millio­nen Tarif­be­schäf­tigte (940.000 Vollzeit­stel­len) und 48.000 Auszu­bil­dende im öffent­li­chen Dienst der Länder (außer Hessen). Das Tarif­er­geb­nis soll zudem zeit- und inhalts­gleich auf die 1,2 Millio­nen Beamtin­nen und Beamten sowie rund 880.000 Pensio­näre im Bereich der Länder sowie 175.000 Beamtin­nen und Beamte und 120.000 Pensio­näre im Bereich der Kommu­nen übertra­gen werden (Angaben ebenfalls ohne Hessen).

ver.di führt die Tarif­ver­hand­lun­gen gemein­sam mit den DGB-Gewerk­schaf­ten GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhand­lungs­ge­mein­schaft mit dem dbb tarifunion.