Krankenhaus-Report 2018.
Laut dem -Bun­des­ver­band sei für eine bes­se­re Pati­en­ten­ver­sor­gung eine Zen­tra­li­sie­rung der Kran­ken­haus­struk­tu­ren nötig.skeeze/Pixabay.com [CC0 1.0]

Der -Bun­des­ver­band und das Wis­sen­schaft­li­che Insti­tut (WIdO) haben bei der Vor­stel­lung des -Reports 2018 zum The­ma „Bedarf und Bedarfs­ge­rech­tig­keit“ dar­auf ver­wie­sen, dass eine stär­ke­re Zen­tra­li­sie­rung und Spe­zia­li­sie­rung der Kli­nik­struk­tu­ren nötig sei, um für eine bes­se­re Ver­sor­gung der Pati­en­ten zu sor­gen.

Dabei berie­fen sie sich unter ande­rem auf aktu­el­le Ana­ly­sen des WIdO, wonach die Ver­sor­gung von Pati­en­ten bei bei­spiels­wei­se Darm­krebs­ope­ra­tio­nen durch eine Zen­tra­li­sie­rung deut­lich ver­bes­sert wer­den könn­te. So wur­den im Jahr 2015 in Deutsch­land rund 44.000 Darm­krebs­ope­ra­tio­nen durch­ge­führt, ver­teilt auf mehr als 1.000 Kran­ken­häu­ser. Von die­sen führ­te ein Vier­tel eine sol­che Ope­ra­ti­on jedoch maxi­mal 17 Mal durch, ein wei­te­res Vier­tel zähl­te 18 bis 33 Ein­grif­fe. Wür­den nur noch zer­ti­fi­zier­te Kran­ken­häu­ser oder Zen­tren die­se Leis­tung erbrin­gen dür­fen, die min­des­tens 50 Darm­krebs­ope­ra­tio­nen im Jahr durch­füh­ren, blie­ben noch 385 Kli­ni­ken für die­se ope­ra­ti­ve Ver­sor­gung übrig, erklä­ren WIdO und AOK-BV. Die Anfahrts­we­ge wür­den sich damit auch nur gering­fü­gig ver­län­gern. Im Durch­schnitt wür­de die­ser bun­des­weit von acht auf 16 Kilo­me­ter ange­ho­ben wer­den.

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„Nicht nur bei Krebs­ope­ra­tio­nen, auch bei ande­ren plan­ba­ren Ein­grif­fen wie Hüft­pro­the­sen­ope­ra­tio­nen und sogar in der Not­fall­ver­sor­gung ist eine stär­ke­re Zen­tra­li­sie­rung nötig und mög­lich, wie die Ana­ly­sen des WIdO zei­gen“, so Jür­gen Klau­ber, Mit­her­aus­ge­ber des -Reports und WIdO-Geschäfts­füh­rer. „Wenn sich die The­ra­pie­qua­li­tät erhöht und Über­le­bens­chan­cen bes­ser wer­den, soll­ten etwas län­ge­re Fahr­stre­cken kein The­ma sein. Wir wis­sen aus Befra­gun­gen, dass die Men­schen schon jetzt län­ge­re Wege in Kauf neh­men, um in guten Kran­ken­häu­sern ver­sorgt zu wer­den.“

Die Situation betrifft auch Pflegekräfte

Zudem beton­te der AOK-Bun­des­ver­band, dass die­se Situa­ti­on auch die Pfle­ge­kräf­te betrifft. „Wir haben nicht genü­gend Per­so­nal, um alle heu­te exis­tie­ren­den Kli­nik­stand­or­te so aus­zu­stat­ten, dass sinn­vol­le Per­so­nal­an­halts­zah­len oder Per­so­nal­un­ter­gren­zen gut umge­setzt wer­den kön­nen. Die­ses Per­so­nal wird auch nicht kurz­fris­tig auf dem Arbeits­markt ver­füg­bar sein, egal ob es 8.000 oder 80.000 sind“, so Mar­tin Litsch, Vor­stands­vor­sit­zen­der des AOK-Bun­des­ver­ban­des. Auch des­halb ist die Zen­tra­li­sie­rung der Kran­ken­haus­struk­tu­ren sinn­voll. In der Dis­kus­si­on um eine bes­se­re Bezah­lung der Pfle­ge­kräf­te drängt die AOK auf mehr Trans­pa­renz dar­über, wel­che Gel­der der Kran­ken­haus­fi­nan­zie­rung für das Pfle­ge­per­so­nal gedacht sind und ob die­se Gel­der auch an den rich­ti­gen Stel­len ankom­men. Um die­ses Mehr an Trans­pa­renz zu erhal­ten, dür­fe das bewähr­te Sys­tem der Fall­pau­scha­len jedoch nicht als Gan­zes in Fra­ge gestellt wer­den.

Kritik seitens der

Die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DGK) reagier­te mit Kri­tik auf die Vor­schlä­ge: „Wie jedes Jahr ent­hält der Kran­ken­haus­re­port der AOK pro­vo­zie­ren­de Bei­trä­ge. Die­ses Mal sol­len Kran­ken­häu­ser mit angeb­lich gerin­gen Leis­tungs­zah­len bei Hüft­ope­ra­tio­nen, Herz­in­fark­ten und Krebs­ope­ra­tio­nen gebrand­markt wer­den“, heißt es in einer Mit­tei­lung der . Es gehe dabei aber wohl eher um eine „geziel­te Dis­kre­di­tie­rung der Kran­ken­haus­me­di­zin und um unver­ant­wort­li­che Ver­un­si­che­rung der Pati­en­ten, als um sau­be­re wis­sen­schaft­li­che Recher­che­ar­beit“, bemän­gelt die wei­ter.

So sei bei­spiels­wei­se die Annah­me, dass Kli­ni­ken mit weni­gen geplan­ten Hüft­ope­ra­ti­ons­leis­tun­gen schlech­te­re Ergeb­nis­se hät­ten als Kli­ni­ken mit vie­len Elek­tiv­leis­tun­gen nicht halt­bar, wenn bei den Kli­ni­ken mit weni­gen Leis­tun­gen die unter Not­fall­be­din­gun­gen zu erbrin­gen­den Leis­tun­gen nicht her­aus­ge­rech­net wer­den. Zwar wider­spre­che die DKG nicht grund­sätz­lich der Idee der Min­dest­men­gen, wenn die­se zu einer erhöh­ten Behand­lungs­qua­li­tät bei­tra­gen. Min­dest­men­gen­vor­ga­ben kön­nen aber kein Instru­ment sein, um Kran­ken­haus­ver­sor­gungs­struk­tu­ren, wie z. B. bei Gebur­ten, die in der Flä­che auch bei gerin­ge­ren Fall­zah­len gebraucht wer­den, in Fra­ge zu stel­len.