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Nebenjob
Neben­job: Die Auf­nah­me fällt unter Berufs­frei­heitBild: Pixabay

1. Grundsätzlich ist eine Nebentätigkeit erlaubt

Die Auf­nah­me eines Neben­jobs fällt unter die Berufs­frei­heit. Ein Neben­job ist all­ge­mein eine beruf­li­che Tätig­keit, die zusätz­lich zu einem Haupt­be­ruf aus­ge­übt wird. Der Neben­job wird durch das Grund­ge­setz mit dem Recht auf Berufs­frei­heit nach Para­graph 12 Absatz 1 GG gedeckt.

2. Meldung des Nebenjobs beim Hauptarbeitgeber

Eine Anzei­ge­pflicht des Neben­jobs ist je nach Arbeits­ver­trag gere­gelt. Der Haupt­ar­beit­ge­ber soll­te ent­spre­chend infor­miert wer­den, am bes­ten schrift­lich. Auch wenn es nicht aus­drück­lich im Ver­trag steht, kann es sinn­voll sein, den Arbeit­ge­ber davon in Kennt­nis zu setzen.

3. Welcher Nebenjob kann es sein?

Eine immer zu beach­ten­de Gren­ze ist das Wett­be­werbs­ver­bot. Als Arbeit­neh­mer darf man dem eige­nen Arbeit­ge­ber kei­ne Kon­kur­renz machen, so zum Bei­spiel die Kun­den mit einem eige­nen Ange­bot abwer­ben. Dies gilt für die gesam­te Dau­er des Arbeits­ver­hält­nis­ses, auch nach bereits aus­ge­spro­che­ner Kün­di­gung. Wel­cher Neben­job für die Pfle­ge­be­ru­fe bei wel­chem zwei­ten Arbeit­ge­ber (z.B. Zeit­ar­beit) ohne Pro­ble­me zuge­las­sen wer­den, ist je von Kli­nik und Senio­ren­heim unter­schied­lich geregelt.

Dass es bei die­ser Fra­ge ggf. auch um eine Ein­zel­fall­be­trach­tung gehen kann, zeigt ein alter Fall aus der Pfle­ge, der erst vom Bun­des­ar­beits­ge­richt end­gül­tig ent­schie­den wur­de: Der Wunsch eines Kran­ken­pfle­gers im Neben­job als Bestat­ter tätig zu sein, wur­de vom Bun­des­ar­beits­ge­richt für unzu­läs­sig erklärt, weil dadurch „berech­tig­te“ Inter­es­se des Kran­ken­hau­ses erheb­lich beein­träch­tigt wür­den, da ein sol­cher Zweit­job zu „Irri­ta­tio­nen“ bei den Pati­en­ten füh­ren könnte.

4. Die gesetzliche Wochenarbeitszeit ist zu beachten

Laut Arbeits­zeit­schutz­ge­setz darf man regel­mä­ßig nicht mehr als 48 Stun­den pro Woche arbei­ten, Haupt­ar­beit und Neben­job bzw. Neben­jobs sol­len ins­ge­samt die­se Gren­ze nicht dau­ernd überschreiten.

5. Bei der Wahl eines Nebenjobs ist es für den Verdienst wichtig, welche Vertragsform dafür vereinbart wird

Beim Mini­job ist bis­her die monat­li­che 450 €-Zuver­dienst­gren­ze zu beach­ten. Die soll ab dem 1. Okto­ber 2022 erhöht wer­den auf 520 €. Auch mög­lich: Selbst­stän­dig­keit, Hono­rar­tä­tig­keit oder Teil­zeit-Ver­trag eben­so wie ehren­amt­li­che Tätig­keit ggf. mit Auf­wands­pau­scha­le. Steu­er­li­che und sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Fra­gen soll­ten bei der Ein­schät­zung des zu erzie­len­den Stun­den­lohns unbe­dingt berück­sich­tigt werden.

Quel­le: Uta Kan­nen­gie­ßer, avan­ti GmbH