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Gehirndoping
Der Trend zum „Gehirn­do­ping“ ist alarmie­rend. Apothe­ker warnen vor dem Missbrauch von Medika­men­ten.Bild: frolicsomepl/Pixabay.com

Zeitstress, Druck auf der Arbeit oder Depres­sio­nen sind für viele keine unbekann­ten Leiden. Offen­sicht­lich fühlen sich einige dadurch verlei­tet, zu rezept­freien Arznei­mit­teln zu greifen, um die Leistung aufrecht zu halten oder gar zu steigern. Angesichts dieser breiten gesell­schaft­li­chen Akzep­tanz des Gehirn­do­pings schla­gen Apothe­ker nun Alarm.

„Rezept­freie Arznei­mit­tel sind bei Stress und Druck im Job keine Lösung“, mahnt der Nürnber­ger Apothe­ker Dieter Bögler im Gesund­heits­ma­ga­zin „Apothe­ken Umschau.“ Die Medika­mente können schwere Neben­wir­kun­gen mit sich bringen, wie etwa Kopfschmer­zen, Schwin­del, Herzrhyth­mus­stö­run­gen oder sogar Psycho­sen. Daher sollten sie nicht gegen Depres­sio­nen, Demenz oder Bluthoch­druck missbraucht werden, so die Warnung der Apotheker.

Am meisten missbraucht wird der Wirkstoff Methyl­phe­ni­dat, der eigent­lich zur Behand­lung von ADHS verwen­det wird. Der Vorsit­zende des Bayeri­schen Apothe­ker­ver­bands, Dr. Hans-Peter Hubmann, warnt jedoch davor: Durch die dauer­hafte Einnahme des Präpa­rats könne sich sehr schnell die Persön­lich­keit verän­dern. Statt­des­sen solle man sich regel­mä­ßig bewegen und körper­lich betäti­gen, da auf diese Weise das Stress­hor­mon Adrena­lin abgebaut werde. Auch Entspan­nungs­übun­gen können gegen dauer­haf­ten Stress helfen sowie pflanz­li­che Arzneien wie Baldrian oder Hopfen.

Auch die Rechts­de­pe­sche hat in der Vergan­gen­heit über den Einsatz von Schlaf­mit­teln gegen Stress und Schlaf­stö­run­gen berich­tet. Millio­nen Menschen in Deutsch­land haben Schlaf­pro­bleme und glauben sich mit Medika­men­ten helfen zu können. Neben den rezept­pflich­ti­gen Psycho­phar­maka, Antide­pres­siva oder Benzo­dia­ze­pine können Antihist­ami­nika und pflanz­li­che Schlaf­mit­tel rezept­frei erwor­ben werden. Über die Neben­wir­kun­gen und die richtige Dosis sollte man sich jedoch im Klaren sein.

Quelle: Apothe­ken Umschau