Bis 2040 könn­te der Behand­lungs­be­darf für Dia­be­tes-Typ-2-Erkran­kun­gen deut­lich anstei­gen. Der­zeit leben etwa 7,2 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land mit einer Dia­be­tes-Erkran­kung, über­wie­gend mit Typ-2-Dia­be­tes. Die Zahl der Erkrank­ten mit Dia­be­tes-Typ‑2 könn­te laut Pro­gno­sen von Wis­sen­schaft­lern des Deut­schen Dia­be­tes-Zen­trums (DDZ) und des Robert Koch-Insti­tuts () bis 2040 auf 10,7 bis zu 12,3 Mil­lio­nen Men­schen anstei­gen. Gegen­über dem Jahr 2015 wür­de dies eine Zunah­me um bis zu 77 Pro­zent bedeu­ten (54 Pro­zent bei einem Anstieg auf 10,7 Mil­lio­nen).

Die­se Zah­len gehen aus Hoch­rech­nun­gen her­vor, die das DDZ und ver­öf­fent­licht und zum ers­ten Mal in dem Umfang zur Zahl der Typ-2-Dia­be­tes-Erkran­kun­gen für alle Alters­grup­pen vor­ge­nom­men haben. Die Zah­len basie­ren auf Daten von etwa 65 Mil­lio­nen gesetz­lich Ver­si­cher­ten in Deutsch­land und des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes.

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Die Wis­sen­schaft­ler konn­ten die Fall­zah­len genau­er als in bis­he­ri­gen Stu­di­en berech­nen, da meh­re­re Fak­to­ren für die Berech­nung ein­be­zo­gen wur­den. So wur­den die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen hin­sicht­lich neu auf­tre­ten­der Fäl­le, stei­gen­der Lebens­er­war­tung und abneh­men­der Mor­ta­li­täts­ra­te durch medi­zi­ni­schen Fort­schritt für die Hoch­rech­nung berück­sich­tigt. „In vor­he­ri­gen Pro­gno­sen wur­den ent­we­der nur bestimm­te Alters­grup­pen berück­sich­tigt oder zeit­li­che Ent­wick­lun­gen zur Ster­be­ra­te sowie zu neu auf­tre­ten­den Fäl­len nicht mit ein­ge­rech­net“, erklärt Dr. Ralph Brinks, Lei­ter der Stu­die am DDZ.

Verstärkte Präventionsmaßnahmen notwendig

Für Pra­xen und Kli­ni­ken bedeu­te dies, dass sie sich zukünf­tig auf einen Behand­lungs­an­stieg von älte­ren Men­schen mit Typ-2-Dia­be­tes ein­stel­len müss­ten, so Prof. Micha­el Roden, Vor­stand des Deut­schen Dia­be­tes-Zen­trums und Direk­tor der Kli­nik für Endo­kri­no­lo­gie und Dia­be­to­lo­gie am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Düs­sel­dorf. Die tat­säch­li­che Fall­zahl hängt zudem auch davon ab, inwie­fern künf­tig noch mit Prä­ven­ti­ons- und Schu­lungs­maß­nah­men dem Zuwachs an Dia­be­tes-Erkran­kun­gen ent­ge­gen gewirkt wird.

Die Berech­nun­gen wur­den im Rah­men des vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit geför­der­ten Auf­baus einer natio­na­len Dia­be­tes-Sur­veil­lan­ce durch­ge­führt und kürz­lich in der Fach­zeit­schrift Dia­be­tic Medi­ci­ne ver­öf­fent­licht.