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Die gegen A und B emp­fiehlt die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on () nun auch ehren­amt­lich Täti­gen, für die ein Expo­si­ti­ons­ri­si­ko besteht, das mit dem von beruf­lich täti­gen Per­so­nen ver­gleich­bar ist. Auch Aus­zu­bil­den­de, Stu­die­ren­de und Prak­ti­kan­ten wer­den nun aus­drück­lich genannt. Die stellt damit klar, dass die Indi­ka­ti­on zur anhand des mit der jewei­li­gen Tätig­keit tat­säch­lich ver­bun­de­nen Expo­si­ti­ons­ri­si­kos zu beur­tei­len ist und nicht beschränkt ist auf bestimm­te Berufs­grup­pen.

Bei der Grip­pe­imp­fung hat­te die bereits zur Sai­son 2016/17 ihre Emp­feh­lung vor­läu­fig aus­ge­setzt, Kin­der im Alter von zwei bis sechs Jah­ren bevor­zugt mit dem über die Nase zu ver­ab­rei­chen­den Lebend­impf­stoff zu imp­fen. Die Emp­feh­lung wur­de nun end­gül­tig zurück­ge­zo­gen. Hin­ter­grund ist, dass in den letz­ten Jah­ren im Ver­gleich zu den inak­ti­vier­ten Impf­stof­fen kei­ne über­le­ge­ne Wirk­sam­keit mehr nach­weis­bar war.

Eine Auf­fri­schimp­fung gegen Teta­nus bei gering­fü­gi­gen, sau­be­ren Wun­den emp­fiehlt die STIKO nur noch dann, wenn seit der letz­ten Imp­fung mehr als zehn Jah­re ver­gan­gen sind. Damit wur­de die 2016 erfolg­te Absen­kung der Frist von zehn auf fünf Jah­re rück­gän­gig gemacht. Dies steht auch im Ein­klang mit der Emp­feh­lung einer rou­ti­ne­mä­ßi­gen Auf­fri­schung des Teta­nus-Impf­schut­zes alle zehn Jah­re.

Neu ein­ge­fügt hat die STIKO einen Abschnitt zu Imp­fun­gen von Pati­en­ten mit Immun­de­fi­zi­enz bzw. Immun­sup­pres­si­on. Der­zeit wer­den unter der Feder­füh­rung der STIKO detail­lier­te Anwen­dungs­hin­wei­se für Imp­fun­gen bei Pati­en­ten mit Immun­de­fi­zi­enz bzw. Immun­sup­pres­si­on erar­bei­tet, die in vier geson­der­ten Publi­ka­tio­nen im Bun­des­ge­sund­heits­blatt bis Anfang 2018 erschei­nen sol­len.

Neues auch bei zoster

Seit 2013 ist in Deutsch­land ein atte­nu­ier­ter Lebend­impf­stoff zur Ver­hin­de­rung eines zos­ter bzw. der durch zos­ter ver­ur­sach­ten Ner­ven­schmer­zen (post­her­pe­ti­sche Neur­al­gie) bei Per­so­nen ab 50 Jah­ren ver­füg­bar. Die STIKO sieht zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt davon ab, die Imp­fung mit die­sem Impf­stoff als Stan­dard­imp­fung zu emp­feh­len. Die Ent­schei­dung basiert auf der sys­te­ma­ti­schen Bewer­tung der Daten zu Wirk­sam­keit, Schutz­dau­er und Sicher­heit des Impf­stoffs. So nimmt die Wahr­schein­lich­keit an zos­ter zu erkran­ken und die Schwe­re der Erkran­kung mit dem Alter deut­lich zu, hin­ge­gen nimmt die Wirk­sam­keit der Imp­fung mit dem Alter ab. Zudem ist die Schutz­dau­er der Imp­fung nur für weni­ge Jah­re belegt. Eine mathe­ma­ti­sche Model­lie­rung der zu erwar­ten­den epi­de­mio­lo­gi­schen Effek­te bekräf­tigt die Ent­schei­dung.

Eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung aller Neue­run­gen und deren wis­sen­schaft­li­chen Begrün­dun­gen sowie die Erläu­te­rung zur Her­pes-Zos­ter-Ent­schei­dung wer­den in den Aus­ga­ben 35 und 36 des Epi­de­mio­lo­gi­schen Bul­le­tins ver­öf­fent­licht.