Bonus
Der Pfle­ge­bo­nus wird neu auf­ge­legt: 1 Mil­li­ar­de Euro vom Bund

Laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) soll der geplan­te Pfle­ge­bo­nus nur an einen begrenz­ten Kreis von Pfle­ge­kräf­ten gezahlt wer­den. „Der Pfle­ge­bo­nus soll­te vor allem Pfle­ge­kräf­ten bezahlt wer­den, die in der Coro­na-Pan­de­mie beson­ders belas­tet waren“, sag­te Lau­ter­bach dem RND. „Dann kann der Bonus auch in nen­nens­wer­ter Höhe ange­setzt wer­den“, so Lau­ter­bach. „Nur so kann die beson­de­re Leis­tung von Pfle­ge­kräf­ten wirk­lich gewür­digt werden.“

Kritik am Bonus

Kri­tik kommt von ver.di und der Links­par­tei. Ver­di-Vor­stands­mit­glied Syl­via Büh­ler kom­men­tier­te den aktu­el­len Stand der Debat­te: „Alle Beschäf­tig­ten in den Kran­ken­häu­sern, in der sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Alten­pfle­ge, in Reha-Ein­rich­tun­gen und in der Behin­der­ten­hil­fe müs­sen die von der neu­en Bun­des­re­gie­rung ange­kün­dig­te Coro­n­a­prä­mie bekom­men“, sag­te Büh­ler der taz.

Die Lin­ke wirft Lau­ter­bach eine Spal­tung der Pfle­ge­kräf­te vor. „Statt die Pfle­ge in der Dau­er­kri­se zu unter­stüt­zen, spal­tet Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach die Beleg­schaft mit sei­ner büro­kra­ti­schen Erb­sen­zäh­le­rei”, sag­te der Ers­te Par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der Frak­ti­on, Jan Kor­te. Für das Pfle­ge­per­so­nal sei die Pan­de­mie eine unglaub­li­che Belas­tung – von der Inten­siv­sta­ti­on bis zum mobi­len Pflegedienst.

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Lauterbach soll Verteilung regeln

Gut eine Mil­li­ar­de Euro Bonus für die Pfle­ge hat­te Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) beim Regie­rungs­an­tritt ver­spro­chen. Jetzt soll Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach die Ver­tei­lung regeln. Aber das ist nicht ein­fach. Schon bei der Ver­ga­be des ers­ten und des zwei­ten Bonus für die Pfle­ge kam Kri­tik von allen Sei­ten. Kli­ni­ken und Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter fühl­ten sich von der Poli­tik allein gelassen.

So gese­hen nimmt Lau­ter­bach mit sei­nem Vor­stoß, nur beson­ders belas­te­ten Pfle­ge­kräf­ten eine Prä­mie zu gewäh­ren, die­se Kri­tik an: Er begrenzt die Grup­pe der Begüns­tig­ten und nimmt so Gestal­tungs­druck von den Ver­hand­lern in Kli­ni­ken und Hei­men. Doch Applaus kann er bei die­sem kom­pli­zier­ten The­ma nicht erwarten.

Für Chris­ti­ne Vog­ler, Prä­si­den­tin des Deut­schen Pfle­gerats (DPR), unter­streicht der Vor­stoß des Gesund­heits­mi­nis­ters noch ein­mal die Sinn­lo­sig­keit die­ser Prä­mie: „Der Bonus ver­brennt Geld und schafft Unfrie­den. Er ist Unsinn.“ Der DPR ver­tritt die­se Auf­fas­sung schon seit vie­len Mona­ten und for­dert statt­des­sen eine befris­te­te Lohn­steu­er­be­frei­ung für Pfle­ge­kräf­te in der Pandemie.

„Das kann über Nacht pas­sie­ren und hät­te einen unmit­tel­ba­ren Effekt“, so Vog­ler. Gene­rell for­dert der DPR eine bes­se­re Ver­gü­tungs­struk­tur statt wei­te­rer Ein­mal­zah­lun­gen. „Die Pro­fes­si­on Pfle­ge will nicht immer Brot­kru­men in Form von Bonus­zah­lun­gen hin­ge­wor­fen bekom­men und ‚Dan­ke‘ sagen müs­sen. Damit ist der gesam­ten Berufs­grup­pe nicht gedient“, erklärt Vogler.

Krankenhausgesellschaft ist dagegen

Auch die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) lehnt den Plan ab. „Alle Pfle­ge­kräf­te in den Kli­ni­ken leis­ten seit fast zwei Jah­ren Außer­ge­wöhn­li­ches, jede und jeder an sei­nem Platz. Die Abgren­zung von beson­ders betrof­fe­nen Pfle­ge­kräf­ten ist extrem schwer“, sagt Gerald Gaß, DKG-Vor­stands­vor­sit­zen­der. Beson­ders in der fünf­ten Wel­le sei­en die Mit­ar­bei­ter auf Nor­mal­sta­tio­nen ganz beson­ders gefor­dert. Die Zula­ge müs­se daher bei der gesam­ten Berufs­grup­pe ankom­men, for­dert Gaß.

DPR und DKG for­dern eine kla­re finan­zi­el­le Per­spek­ti­ve für Pfle­ge­kräf­te. Noch im Janu­ar will die Kli­nik­lob­by dazu gemein­sam mit Pfle­ge­ver­bän­den einen Vor­schlag unterbreiten.

Quel­len: RND, DKG, DPR