Christine Vogler
Chris­ti­ne Vog­ler, Prä­si­den­tin des Deut­schen Pfle­gerats (DPR).Gud­run Arndt

Vier Jah­re im neu­en Amt lie­gen jetzt erst ein­mal vor Chris­ti­ne Vog­ler. Doch eine zen­tra­le For­de­rung for­mu­liert sie schon gleich nach ihrer Wahl. Sie spricht von einer „pre­kä­ren Situa­ti­on der Pfle­gen­den in Deutsch­land“. Die sei durch die Pan­de­mie beson­ders deut­lich geworden.

„Wir erle­ben kei­nen grund­sätz­li­chen und muti­gen Annä­he­rungs­wil­len der Ver­ant­wort­li­chen an das Pfle­ge- und Gesund­heits­we­sen in Deutsch­land“, erklärt Vog­ler. Um aber ande­re und bes­se­re Bedin­gun­gen für pro­fes­sio­nell Pfle­gen­de zu schaf­fen, braucht es muti­ge Ent­schei­dun­gen in Gesell­schaft und Poli­tik in vie­len Feldern. “

Bessere Bezahlung gefordert

Und wei­ter: „Die Pro­fes­si­on Pfle­ge muss ange­mes­sen bezahlt wer­den.“ Dabei müs­se die Refi­nan­zie­rung gesi­chert sein, auch durch den Staat. An Schwung scheint ihr es nicht zu man­geln: „Die Kom­pe­tenz der Gesund­heits­be­ru­fe muss neu geord­net wer­den“, for­dert Vog­ler. Da hat sie ganz genaue Vor­stel­lun­gen, wie das aus­se­hen soll.

Kompetenzen verlagern

So zum Bei­spiel: Bis­her den Ärz­ten vor­be­hal­te­ne, soge­nann­te heil­kund­li­che Tätig­kei­ten, soll­ten an Pfle­ge­fach­per­so­nen über­tra­gen wer­den kön­nen. Sofern die­se die über­neh­men könn­ten. Vog­ler: „Hier­für benö­ti­gen wir ein neu­es Ver­ständ­nis dar­über, wie inter­pro­fes­sio­nell Auf­ga­ben sinn­voll ver­teilt und über­nom­men wer­den kön­nen, auch im Sin­ne eines bes­se­ren Ver­sor­gungs­pro­zes­ses.“ In den kom­men­den Jah­ren müss­ten die, für Vog­ler ent­schei­den­den, Wei­chen gestellt wer­den. Damit sich auch die Ver­sor­gung aller Pati­en­ten ver­bes­sert. Denn auch das sei ein zen­tra­ler Punkt ihres Ver­ban­des, den sie argu­men­ta­tiv in ihre Lob­by­ar­beit in Ber­lin ein­brin­gen will. Ver­bes­se­run­gen für alle – das klingt nach Mut. Mut, den Vog­ler von sich und ande­ren einfordert.

Der Deut­sche Pfle­gerat e.V. wur­de 1998 gegrün­det. Sein Auf­trag: die Posi­tio­nen der Pfle­ge­ein­rich­tun­gen ein­heit­lich dar­stel­len, um deren poli­ti­sche Arbeit zu koordinieren.

Zur Per­son:
Die gelern­te Kran­ken­schwes­ter und stu­dier­te Diplom-Päd­ago­gin Chris­ti­ne Vog­ler ist seit 2017 Vize­prä­si­den­tin des Deut­schen Pfle­gera­tes (DPR). Sie lei­te­te u.a. den Aus­bil­dungs­be­reich Pfle­ge der Wann­see-Schu­le. Sie ist Mit­glied der Bundespflegekammerkonferenz.