Es m√ľssen nicht immer Medikamente her, wenn es um die Therapie von Demenz geht.
Es m√ľssen nicht immer Medika¬≠mente her, wenn es um die Thera¬≠pie von Demenz geht. Bild: ¬© Robert Kneschke | Dreamstime.com

Nicht-medika¬≠men¬≠t√∂se Thera¬≠pien gelten h√§ufig als noch unerforscht und finden daher nicht √ľberall Anwen¬≠dung. Doch man muss eine demen¬≠zi¬≠elle Erkran¬≠kung nicht zwingend mittels Zugabe von Medika¬≠men¬≠ten behan¬≠deln.

Studien belegen: MAKS-Thera­pie ein gelun­ge­nes Konzept

MAKS steht f√ľr ‚Äěmotori¬≠sche, alltags¬≠prak¬≠ti¬≠sche, kogni¬≠tive und spiri¬≠tu¬≠elle Aktivie¬≠rungs¬≠the¬≠ra¬≠pie‚Äú. Kern der Methode ist es, den Demenz¬≠er¬≠krank¬≠ten in Gruppen¬≠sit¬≠zun¬≠gen nach abgestimm¬≠ten Konzep¬≠ten verschie¬≠dene Besch√§f¬≠ti¬≠gun¬≠gen anzubie¬≠ten. Diese reichen von Bewegungs¬≠spie¬≠len √ľber Ged√§cht¬≠nis¬≠√ľbun¬≠gen bis hin zu Handwerks- oder Haushalts¬≠√ľbun¬≠gen. Zu Beginn wird jede √úbung stets durch eine spiri¬≠tu¬≠elle Einstim¬≠mung einge¬≠lei¬≠tet. Die einzel¬≠nen Besch√§f¬≠ti¬≠gungs¬≠an¬≠ge¬≠bote der MAKS-Thera¬≠pie seien f√ľr sich zwar nichts wirklich neues, jedoch √ľberzeuge die Behand¬≠lung durch die Kombi¬≠na¬≠tion bew√§hr¬≠ter und neuer Inhalte unter struk¬≠tu¬≠rier¬≠ter Vorgabe und F√ľhrung, so die Meinung zweier Demenz-Exper¬≠ten Swen Staack und Jochen Gust.

Entwi¬≠ckelt wurde diese Methode vom Zentrum f√ľr Medizi¬≠ni¬≠sche Versor¬≠gungs¬≠for¬≠schung der Psych¬≠ia¬≠tri¬≠schen Univer¬≠si¬≠t√§ts¬≠kli¬≠nik Erlan¬≠gen. Die Ergeb¬≠nisse wurden in einer Studie festge¬≠hal¬≠ten und fallen √§u√üerst positiv aus. Depres¬≠sive Symptome und aggres¬≠si¬≠ves Verhal¬≠ten nehmen durch die Thera¬≠pie ab. Zudem verbes¬≠sere sich das soziale Verhal¬≠ten der Heimbe¬≠woh¬≠ner. Zuletzt k√∂nnen durch die MAKS-Thera¬≠pie alltags¬≠prak¬≠ti¬≠sche und kogni¬≠tive F√§hig¬≠kei¬≠ten der Patien¬≠ten erhal¬≠ten bleiben, was bei einer herk√∂mm¬≠li¬≠chen Versor¬≠gung Demenz¬≠er¬≠krank¬≠ter nicht immer der Fall ist. Zur Umset¬≠zung seien ledig¬≠lich entspre¬≠chende Schulun¬≠gen der Pflege¬≠kr√§fte notwen¬≠dig. Auch Prof. Dr. med Hermann-Josef Gertz, Facharzt f√ľr Psych¬≠ia¬≠trie und Psycho¬≠the¬≠ra¬≠pie am Univer¬≠si¬≠t√§ts¬≠kli¬≠ni¬≠kum Leipzig bejaht die Anwen¬≠dung der MAKS-Thera¬≠pie. Obwohl es sich lange nicht um einen Durch¬≠bruch in der Demenz¬≠be¬≠hand¬≠lung handele, seien keine teuren Inves¬≠ti¬≠tio¬≠nen notwen¬≠dig und die Methode stelle sehr wohl eine gelun¬≠gene Erg√§n¬≠zung zur t√§gli¬≠chen Pflege dar.

Andere bewährte Metho­den: Musizie­ren und Sinne aktivie­ren

Neben der MAKS-Thera­pie gibt es noch andere nicht-medika­men­töse Behand­lungs­wege gegen Demenz. Das gemein­same Musizie­ren kann dabei eine wichtige Rolle in der Betreu­ung von Menschen mit Demenz anneh­men. Die Musik verschafft Zugang zu den betrof­fe­nen Menschen, fördert die Ressour­cen und verbrei­tet Spaß und Wohlbe­fin­den bei den Bewoh­nern. Das Gute dabei: Es ist keine thera­peu­ti­sche Ausbil­dung notwen­dig.

Bei der 10-Minuten-Aktivie¬≠rung werden verschie¬≠dene Gegen¬≠st√§nde zu unter¬≠schied¬≠li¬≠chen Themen¬≠fel¬≠dern (zum Beispiel K√ľche, Badezim¬≠mer, Wald etc.) in sogenann¬≠ten Themen¬≠k√§s¬≠ten gesam¬≠melt. Anschlie¬≠√üend haben die Patien¬≠ten zehn Minuten Zeit, sich unter Beglei¬≠tung einer Hilfs¬≠kraft mit den Gegen¬≠st√§n¬≠den zu befas¬≠sen. Egal ob ber√ľh¬≠ren, tasten, f√ľhlen oder riechen ‚Äď verschie¬≠dene Sinnes¬≠ein¬≠dr√ľ¬≠cke und F√§hig¬≠kei¬≠ten k√∂nnen mit dieser Methode wieder¬≠ent¬≠deckt werden. Da Demenz¬≠er¬≠krankte sich erwie¬≠se¬≠ner¬≠ma¬≠√üen nur √ľber einen kurzen Zeitraum konzen¬≠trie¬≠ren k√∂nnen, erweist sich diese Methode gerade im Hinblick darauf als simpel und gut. Dennoch geben Staack und Gust den Tipp, den kurzen Zeitrah¬≠men ruhig etwas auszu¬≠deh¬≠nen, wenn die Bewoh¬≠ner offen¬≠sicht¬≠lich Freude am Gesche¬≠hen haben.

Weitere nicht-medika­men­töse Behand­lungs­wege zur Bekämp­fung von Demenz hat die Deutsche Alzhei­mer Gesell­schaft auf ihrer Website veröf­fent­licht.

Quelle: Staack, Swen/Gust, Jochen (2015): LEBEN statt thera¬≠peu¬≠ti¬≠scher Akroba¬≠tik. Nicht¬≠me¬≠di¬≠ka¬≠men¬≠t√∂se Demenz¬≠the¬≠ra¬≠pien ‚Äď wissen, was wirkt