Wie könnte die Pflege in Zukunft aussehen?
Wie könn­te die in Zukunft aus­se­hen?© Shan­non Fagan | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Die in Deutsch­land steht vor gewal­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen. Dabei ist das für die öffentliche Gesund­heit drängendste und für den ein­zel­nen Pflegebedürftigen gefährlichste Pro­blem der soge­nann­te Pfle­ge­not­stand, also der Man­gel an Pflegefachkräften. Die von unter­schied­lichs­ten Schre­ckens­mel­dun­gen übersättigte Öffentlichkeit erfährt davon oft nur, wenn sich aus einer kon­kre­ten Situa­ti­on die – zynisch gespro­chen – medi­al per­fek­te Wel­le her­stel­len lässt, etwa ein Kind nicht auf der Inten­siv­sta­ti­on auf­ge­nom­men wer­den kann, weil die­se unter­be­setzt ist, und stirbt.

Sol­che Her­aus­for­de­run­gen fal­len jedoch sel­ten ein­fach vom Him­mel. Viel­mehr hat die Gesund­heits- und Sozi­al­po­li­tik in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schwe­re hand­werk­li­che Feh­ler gemacht. Mit den letz­ten gro­ßen Refor­men durch die Pflegestärkungsgesetze etwa wur­den bei­na­he aus­schließ­lich Ver­bes­se­run­gen für die Pflegebedürftigen umge­setzt, nicht aber für die Pflegekräfte. Damit wur­de der zwei­te Schritt vor dem ers­ten gegan­gen. Plötzlich gab es einen deut­lich aus­ge­wei­te­ten Leis­tungs­an­spruch aus der , aber nie­man­den, der die­sen Anspruch hätte umset­zen können. Nach den Refor­men gab es nämlich genau­so wenig Pflegekräfte wie zuvor.

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Vor die­sem Hin­ter­grund steigt in unse­rer älter wer­den­den Gesell­schaft die Zahl der Pflegebedürftigen gegenüber der Zahl der vor­han­de­nen und nach­wach­sen­den Pflegekräfte so schnell, dass bereits heu­te an vie­len Orten Unter­ver­sor­gung besteht. Die­se droht zum Dau­er­zu­stand zu wer­den und eine Pfle­ge in Würde dra­ma­tisch zu erschwe­ren, wenn nicht sogar unmöglich zu machen. Um das zu ver­hin­dern, reicht nicht eine ein­zi­ge Idee, eine ein­zel­ne Maß­nah­me. Viel­mehr muss ein gan­zes Maßnahmenbündel umge­setzt wer­den. Grund­an­nah­me dabei ist: Ohne ener­gi­sches, rasches Han­deln lässt sich weder mit der gegenwärtigen noch mit der mit­tel­fris­tig zu erwar­ten­den Zahl an Pflegekräften die Zahl der Pflegebedürftigen ange­mes­sen ver­sor­gen.

Zur Pro­blem­be­wäl­ti­gung tun sich zwei Optio­nen auf:

  1. Die Zahl der Pfle­ge­kräf­te steigt
  2. Pfle­ge­kräf­te wer­den ersetzt

Kei­ne Opti­on ist ein Wei­ter-so.

Zur Per­son: Dr. Jan Basche ist Pfle­ge­ex­per­te und Geschäfts­füh­rer meh­re­rer ambu­lan­ter . Herr Basche war auch einer der Red­ner auf der dies­jäh­ri­gen Pfle­ge­fort­bil­dung des Wes­tens, auf wel­chem er über das The­ma Tech­ni­sie­rung in der Pfle­ge refe­rier­te.