Diskussionsbedarf: Die Versorgungssituation von desorientierten Patienten.
Dis­kus­si­ons­be­darf: Die Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on von des­ori­en­tier­ten Patienten.

Rolf Höfert, Geschäfts­füh­rer des DPV, spar­te zum Kon­gress­auf­takt nicht mit Kri­tik: Da die Pfle­ge­ver­si­che­rung Leis­tun­gen für die Pfle­ge und Betreu­ung Demen­ter im Wesent­li­chen aus­blen­de, stün­den Mil­lio­nen Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und Ange­hö­ri­ge „im sozi­al­po­li­ti­schen Regen“ und Leis­tungs­er­brin­ger in Medi­zin und Pfle­ge im „Span­nungs­feld zwi­schen not­wen­di­gen und rea­li­sier­ba­ren Kon­zep­ten zur Pfle­ge Dementer“.

Das Pfle­ge­leis­tungs­er­gän­zungs­ge­setz sieht für die Betreu­ung die­ser Men­schen nur 1,70 Euro pro Pfle­ge­tag vor. Zu wenig für eine Krank­heit, die von hohem Betreu­ungs- und Pfle­ge­auf­wand gekenn­zeich­net ist, beton­ten Prof. Dr. med. Jan Schul­ze, Prä­si­dent der Lan­des­ärz­te­kam­mer Sach­sen, und Prof. Dr. med. Her­mann-Josef Gertz von der Kli­nik für Psych­ia­trie der Uni­ver­si­tät Leip­zig. In Deutsch­land wür­den rund eine Mil­li­on Men­schen an einer demen­zi­el­len Erkran­kung lei­den. „Die durch­schnitt­li­che Krank­heits­dau­er liegt zwi­schen 4,7 und 8,1 Jah­ren“, so Schul­ze. Ein zen­tra­ler Bestand­teil bei der The­ra­pie der Alz­hei­mer- sei­en die soge­nann­ten Anti­de­men­ti­va. „Eine Rei­he von Stu­di­en konn­te nach­wei­sen, dass die­se Medi­ka­men­te geeig­net sind, die Sym­pto­me der Krank­heit zu ver­bes­sern. Sie ver­zö­gern den Krank­heits­ver­lauf der Alz­hei­mer-Krank­heit um etwa ein Jahr.“ Ein wei­te­rer Vor­teil der kon­se­quen­ten medi­ka­men­tö­sen The­ra­pie sei auch dar­in zu sehen, dass sich die Zahl der Heim­ein­wei­sun­gen redu­zie­ren ließe.

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Über die recht­li­chen Aspek­te im Umgang mit des­ori­en­tier­ten Men­schen infor­mier­te Prof. Dr. Vol­ker Groß­kopf. „Ins­be­son­de­re die Inan­spruch­nah­me im Zusam­men­hang mit Stür­zen ist zuletzt signi­fi­kant ange­stie­gen. Für die Pfle­ge­ein­rich­tung ist es daher wich­tig, eine opti­mier­te anzu­wen­den.“ Im Exper­ten­stan­dard zur wer­de das Bett­git­ter als unge­eig­ne­te Maß­nah­me ein­ge­stuft. „Dies steht im Wider­spruch zur stän­di­gen Recht­spre­chung“, erklär­te Groß­kopf. Es sei zu hof­fen, dass sich die Gerich­te dem Exper­ten­stan­dard anschlie­ßen und so ver­hin­dern, dass in Alten­hei­men „die über­wie­gen­de Zahl der Bewoh­ner in ein­ge­git­ter­ten Bet­ten liegt“.

Die über 1000 Kon­gress­teil­neh­mer nutz­ten die beglei­ten­den Work­shops, um zusätz­li­che Kennt­nis­se in der Betreu­ung von Demen­z­er­krank­ten und deren Ange­hö­ri­gen zu erwerben.