Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter will die Aus­bil­dung zum Psy­cho­the­ra­peu­ten mit einer Novel­le des Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­set­zes refor­mie­ren. Künf­tig soll es dann mög­lich sein, die Appro­ba­ti­on per Direkt­stu­di­um und nach bestan­de­ner staat­li­cher Prü­fung zu erhal­ten. Seit 1999, mit Inkraft­tre­ten des Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­set­zes, ist die Aus­bil­dung zum Psy­cho­the­ra­peu­ten erst­mals gere­gelt wor­den. Dem­nach darf man sich Psy­cho­lo­gi­scher Psy­cho­the­ra­peut bzw. Kin­der- und Jugend­psy­cho­the­ra­peut nen­nen, nach­dem man ein Voll­stu­di­um der Psy­cho­lo­gie oder Päd­ago­gik (Letz­te­res bei Kin­der- und Jugend­psy­cho­the­ra­peu­ten) mit anschlie­ßen­der Aus­bil­dung zum Psy­cho­the­ra­peu­ten absol­viert hat.

Dies soll sich mit Novel­lie­rung des Geset­zes nun ändern und plan­mä­ßig ab 2020 ein Direkt­stu­di­um in Form eines 3‑jährigen Bache­lor- und eines anschlie­ßen­den 2‑jährigen Mas­ter­stu­di­ums ange­bo­ten wer­den. Dar­an anknüp­fend soll eine Wei­ter­bil­dung in sta­tio­nä­ren oder ambu­lan­ten Ein­rich­tun­gen fol­gen, die nach jewei­li­gem Lan­des­recht orga­ni­siert wer­den kann.

Mit Ein­füh­rung eines Voll­stu­di­ums will man der Wei­ter­ent­wick­lung der gerecht wer­den und zudem eine gewis­se Ver­gleich­bar­keit der Abschlüs­se wie­der­her­stel­len. Die­se sei mit Beginn des Bache­lor- und Mas­ter­sys­tems durch den Ent­fall der Rah­men­re­ge­lun­gen der Län­der für die ver­schie­de­nen Stu­di­en­gän­ge teil­wei­se ver­lo­ren gegan­gen, heißt es in der Mit­tei­lung des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums. Zudem sol­len bereits Psy­cho­the­ra­peu­ten in Wei­ter­bil­dung (PiW), die durch ihre Appro­ba­ti­on die Erlaub­nis zur psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung von Pati­en­ten erhal­ten haben, im Ange­stell­ten­ver­hält­nis beschäf­tigt und dafür ver­gü­tet wer­den kön­nen.

Dem Geset­zes­vor­schlag muss der Bun­des­rat zustim­men; eine Ent­schei­dung ist in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2019 zu erwar­ten.