Gruppenbild der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Winterakademie 2012.
Gruppen­bild der Teilneh­me­rin­nen und Teilneh­mer der Winter­aka­de­mie 2012.

Die 41-köpfige Teilneh­mer­gruppe setzte sich aus Vertre­tern der unter­schied­li­chen Leistungs­sek­to­ren des Gesund­heits­we­sens zusam­men. Der von den Veran­stal­tern gewünschte inter­dis­zi­pli­näre Dialog zwischen Ärzten, Pflegen­den, Sanitäts­haus­be­trei­bern und Angehö­ri­gen weite­rer Fachbe­rufe ist wieder einmal rege in Schwung gekommen.

Zu Beginn der Fortbil­dungs­wo­che skizzierte Prof. Dr. Volker Großkopf die aktuel­len gesetz­li­chen Rahmen­be­din­gun­gen, an denen sich medizi­ni­sches und pflege­ri­sches Handeln auszu­rich­ten haben. Den Schwer­punkt legte der Rechts­wis­sen­schaft­ler auf das Verhält­nis zwischen dem Sozial­recht und dem zivilen Haftungs­recht. Seiner Meinung zufolge zählt die Auflö­sung des Wider­spruchs, dass der Behand­lungs­seite haftungs­recht­lich ein Höchst­maß an Leistungs­qua­li­tät abver­langt wird, anderer­seits sich die Erstat­tungs­si­tua­tion aber an der Wirtschaft­lich­keit, Notwen­dig­keit und Zweck­mä­ßig­keit auszu­rich­ten hat, zu den wichtigs­ten Heraus­for­de­run­gen der Gesell­schaft in der kommen­den Dekade. Der Kölner Rechts­an­walt Hubert Klein verblüffte anschlie­ßend mit der Aussage, dass jede unver­schlüs­selte E‑Mail mit Patien­ten­da­ten einen Verstoß gegen die Schwei­ge­pflicht darstellt. Im Rahmen seines Vortra­ges wurden verschie­dene Lösungs­op­tio­nen darge­stellt und diskutiert.

Der medizi­nisch-pflege­ri­sche Teil der Veran­stal­tung wurde mit einem Pauken­schlag eröff­net: Prof. Dr. Petr Arenber­ger von der Prager Karls-Univer­si­tät beschrieb die Zwischen­er­geb­nisse einer Studie in der ein neuar­ti­ger Ansatz zur Behand­lung chroni­scher Wunden erprobt wird. Mit Hilfe eines Hämoglo­bin-Sprays wird die Sauer­stoff­kon­zen­tra­tion in der Wunde deutlich erhöht. Die äußer­li­che Unter­stüt­zung der Sauer­stoff­dif­fu­sion mittels des Hämoglo­bin-Sprays habe bereits jetzt zu beacht­li­chen Erfol­gen geführt, so Arenberger.

Dr. Dirk Hochle­n­ert vom Kölner Netzwerk Diabe­ti­scher Fuß ließ die Teilneh­mer an seinen Erfah­run­gen in der Versor­gung von chroni­schen Wundpa­ti­en­ten teilha­ben. Einig war sich Hochle­n­ert mit Veronika Gerber von der Initia­tive Chroni­sche Wunden, dass die Zusam­men­ar­beit zwischen Ärzten und Pflegen­den noch weiter geschärft werden müsse. Die neuen Netzwerk­struk­tu­ren in der Wundver­sor­gung böten eine gute Gelegen­heit das inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­wir­ken in Medizin und Pflege voran­zu­trei­ben. Dr. Ulrich Kampa von der Deutschen Gesell­schaft für Ernäh­rungs­me­di­zin lenkte in seinem Vortrag das Augen­merk auf die bedarfs­ge­rechte Patien­ten­er­näh­rung. Wird die Nahrungs­bi­lanz optimiert, verspre­che dies neben der schnel­le­ren Genesung des Betrof­fe­nen auch eine Verbes­se­rung der Erlös­si­tua­tion, so sein Credo. Abgerun­det wurde das Programm durch Beiträge der Wundma­na­ge­rin Zeynep Babad­agi-Hardt und der Unter­neh­mens­be­ra­te­rin Anja Loosen.

Die Fortset­zung der Winter­aka­de­mie ist für die zweite Januar­wo­che 2013 geplant. Infor­ma­tio­nen hierzu finden Sie in Kürze auf dem neuen Infor­ma­ti­ons­por­tal: www.winterakademie.de.