Laut dem aktu­el­len „Moni­tor Pati­en­ten­be­ra­tung 2017“ haben die Bera­tun­gen der Unab­hän­gi­gen Deutsch­land (UPD) im ver­gan­ge­nen Jahr gegen­über dem Vor­jahr deut­lich zuge­nom­men: Wäh­rend 2016 noch 93.827 Bera­tun­gen statt­ge­fun­den haben, so zähl­te man im Jahr 2017 rund 155.000 durch­ge­führ­te Bera­tun­gen der UPD.

Der Moni­tor wur­de auf einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz von dem Pati­en­ten­be­auf­trag­ten Dr. Ralf Brauk­sie­pe und dem UPD-Geschäfts­füh­rer Thor­ben Krum­wie­de vor­ge­stellt. Die Aus­wer­tung gibt vor allem Ein­blick in die kon­kre­ten Pro­blem­be­rei­che, bei denen offen­bar mehr­heit­lich Unsi­cher­heit bei den Bür­gern besteht. Zu den zen­tra­len Leit­the­men, die im Moni­tor immer wie­der auf­tau­chen, gehö­ren zum einen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­fi­zi­te im Umgang mit Pati­en­ten und zum ande­ren die Hür­de vie­ler Rat­su­chen­den, ihre Rech­te und Ansprü­che durch­set­zen zu kön­nen.

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Mangelnde Patientenorientierung

Im Kon­kre­ten scheint es vor allem gro­ßen Bera­tungs­be­darf in Sachen Kran­ken­geld zu geben. Die Zahl der Bera­tun­gen zu die­sem The­ma ist von 10.193 (2016) auf 14.334 Bera­tun­gen im letz­ten Jahr ange­stie­gen. Pro­ble­me berei­ten hier ins­be­son­de­re die Kon­se­quen­zen, wenn der Anspruch auf Kran­ken­geld wegen for­ma­ler Lücken in der Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung fal­len gelas­sen wird, heißt es in dem Bericht zu dem Moni­tor. Beklagt wird dabei, dass der Medi­zi­ni­sche Dienst der Kran­ken­ver­si­che­rung (MDK) den Gesund­heits­zu­stand wenig pati­en­ten­ori­en­tiert, son­dern aus­schließ­lich auf Grund­la­ge von Akten beur­teilt.

Bei Ver­dacht auf einen füh­len sich vie­le Pati­en­ten oft allein gelas­sen. 5.851 Bera­tun­gen hat die UPD für der­ar­ti­ge Anlie­gen gege­ben, oft­mals berich­te­te man dabei von einer man­geln­den Kom­mu­ni­ka­ti­on und Infor­ma­ti­ons­ga­be. Über­ra­schend ist, dass die Bera­ter immer wie­der erle­ben, dass den Rat­su­chen­den die Ein­sichts­rech­te in die Pati­en­ten­ak­te nicht gewährt wer­den, obwohl das Pati­en­ten­rech­te­ge­setz bereits vor fünf Jah­ren in Kraft getre­ten ist.

Wie die UPD wei­ter berich­tet, scheint es auch ganz gene­rell Defi­zi­te bezüg­lich des Zugangs zum Gesund­heits­we­sen zu geben. „Es man­gelt an Ori­en­tie­rungs­wis­sen, aller­dings auch an qua­li­ta­ti­ven Infor­ma­tio­nen, die den Men­schen hel­fen, die für sie pas­sen­den Ange­bo­te zu fin­den“, heißt es.

Der Pati­en­ten­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung kün­dig­te an, die Ergeb­nis­se für Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men zu nut­zen. Bei­spiels­wei­se möch­te er beim The­ma Beweis­erleich­te­rung für Betrof­fe­ne eines Behand­lungs­feh­lers anset­zen. Dies stieß auch auf posi­ti­ve Zustim­mung bei der gesund­heits­po­li­ti­schen Spre­che­rin der Grü­nen, Maria Klein-Schmeink. Sie hält ein Umden­ken der Uni­on für not­wen­dig, damit Opfer von Behand­lungs­feh­lern eine fai­re Chan­ce vor Gericht haben. Auch ein Här­te­fall­fonds müs­se ein­ge­rich­tet wer­den, der in unge­klärt blei­ben­den Fäl­len die geschä­dig­ten Pati­en­ten ent­spre­chend ent­las­tet.