Das Sozialministerium Nidersachsen will die Arbeit der Pflegekammer evaluieren.
Das Sozi­al­mi­nis­te­ri­um Nider­sach­sen will die Arbeit der eva­lu­ie­ren.Pho­to 113844010 © Kost­yan­ti­ne Pan­kin – Dreamstime.com [Dream­sti­me RF/Editorial]

Mit der Auf­trags­ver­ga­be an ein unab­hän­gi­ges Insti­tut hat das Nie­der­säch­si­sche Minis­te­ri­um für Sozia­les, Gesund­heit und Gleich­stel­lung das Start­si­gnal für die Eva­lua­ti­on der gege­ben. Den Auf­trag erhielt die Kien­baum Con­sul­tants Inter­na­tio­nal GmbH. „Wir wol­len her­aus­fin­den, ob bzw. an wel­chen Stel­len sich die opti­mie­ren lässt, damit sie unein­ge­schränkt ihrer Auf­ga­be gerecht wird – eine star­ke und effek­ti­ve Ver­tre­tung und Stim­me der vie­len enga­gier­ten Pfle­ge­kräf­te in zu sein“, erklärt Nie­der­sach­sens Sozi­al- und Gesund­heits­mi­nis­te­rin Caro­la Rei­mann.

Die Pflegekammer war stark in die Kritik geraten

Die Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen ist als demo­kra­tisch legi­ti­mier­te berufs­po­li­ti­sche Ver­tre­tung aller rund 90.000 nie­der­säch­si­schen Pfle­ge­fach­kräf­te am 1. Janu­ar 2017 errich­tet wor­den. Als größ­te Heil­be­ru­fe­kam­mer in Nie­der­sach­sen soll sie die Inter­es­sen der Pfle­ge mit star­ker Stim­me in die Ent­schei­dungs­pro­zes­se der Pfle­ge- und Gesund­heits­po­li­tik ein­brin­gen. In den Mona­ten nach der ers­ten Bei­trags­er­he­bung im Dezem­ber 2018 war die Pfle­ge­kam­mer stark in die Kri­tik gera­ten. „Die geäu­ßer­ten Beden­ken habe ich sehr ernst genom­men“, betont Sozi­al­mi­nis­te­rin Dr. Caro­la Rei­mann. Der Beginn der Eva­lua­ti­on sei des­halb gegen­über der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung um ein hal­bes Jahr vor­ge­zo­gen wor­den.

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Mit Kien­baum wur­de ein unab­hän­gi­ger und kom­pe­ten­ter Auf­trag­neh­mer gefun­den, der über umfas­sen­de Erfah­run­gen sowohl in der Ana­ly­se der Struk­tu­ren und Pro­zes­se von Orga­ni­sa­tio­nen als auch in der Bewer­tung von Ziel­er­rei­chung und Außen­wir­kung ver­fügt. Im ers­ten Teil der nach wis­sen­schaft­li­chen Maß­stä­ben durch­ge­führ­ten Unter­su­chung wird die Auf­bau­pha­se betrach­tet, die über ein Jahr nach der ers­ten Kam­mer­ver­samm­lung weit­ge­hend abge­schlos­sen ist. Dar­an schließt sich eine sechs­mo­na­ti­ge beglei­ten­de Pro­zes­seva­lua­ti­on der Über­gangs­pha­se in den Regel­be­trieb an; hier­bei liegt der Fokus auf der Erfül­lung der Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­ben. „Mit die­sem metho­di­schen Ansatz wird nicht nur eine Moment­auf­nah­me von Orga­ni­sa­ti­on und Wir­kung der Pfle­ge­kam­mer erstellt, son­dern eine umfas­sen­de Ana­ly­se und Iden­ti­fi­zie­rung von Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­len ermög­licht“, erläu­tert Dr. Caro­la Rei­mann. Unter­sucht wür­den bei­spiels­wei­se typi­sche Ver­wal­tungs­ab­läu­fe der Mit­glie­der­be­treu­ung, die Ein­bin­dung der Kam­mer­mit­glie­der in die Mei­nungs­bil­dung oder die Wahr­neh­mung der Inter­es­sens­ver­tre­tung. Dazu sol­len auch Kam­mer­mit­glie­der befragt wer­den.

Die Durch­füh­rung wird durch einen Bei­rat beglei­tet, in dem in ers­ter Linie Pfle­ge­kräf­te bzw. Kam­mer­mit­glie­der ver­tre­ten sein wer­den. Die Ergeb­nis­se der Eva­lua­ti­on sol­len Mit­te 2020 vor­lie­gen. „Auf der Basis aus­sa­ge­kräf­ti­ger und neu­tra­ler Infor­ma­tio­nen soll die teil­wei­se sehr emo­tio­nal geführ­te Dis­kus­si­on um die Pfle­ge­kam­mer ver­sach­licht wer­den“, so Minis­te­rin Caro­la Rei­mann.