Vernetzung von Rettungsdiensten und Kliniken
Ret­tungs­diens­te sol­len -Pati­en­ten gezielt in das rich­ti­ge Kli­ni­kum brin­gen, damit eine ent­spre­chen­de Behand­lung erfol­gen kann.Golda/Pixabay.com [CC0 1.0]

Unter Feder­füh­rung des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Hei­del­berg ist am 8.Dezember das -Kon­sor­ti­um Rhein-Neckar (FAST) gegrün­det wor­den. Es soll dafür sor­gen, dass Schlag­an­fall-Pati­en­ten nicht nur schnellst mög­lich son­dern auch die best­mög­li­che The­ra­pie erhal­ten. Geför­dert wird das Kon­sor­ti­um in den kom­men­den zwei Jah­ren von der Diet­mar Hopp Stif­tung mit 900.000 Euro. Mehr als 30 Part­ner­zen­tren und Ret­tungs­diens­te der Regi­on sol­len ab 2017 eng mit­ein­an­der ver­netzt wer­den.

Vernetzung der Rettungsdienste und Kliniken

Ziel ist es, dass die Ret­tungs­diens­te im Fal­le eines Schlag­an­falls nicht mehr das Kran­ken­haus ansteu­ern, das ledig­lich die kür­zes­te Ent­fer­nung zum Ein­satz­ort hat. Viel­mehr sol­len gezielt pas­sen­de Kli­ni­ken ange­steu­ert wer­den, die dem Schwe­re­grad des Schlag­an­falls ent­spre­chend aus­ge­stat­tet sind. Auf die­se Wei­se pro­fi­tie­ren Pati­en­ten von Beginn an von den Behand­lungs­mög­lich­kei­ten, die je nach Schwe­re des Schlag­an­falls not­wen­dig sind. Um dies umzu­set­zen, sol­len auch die Ret­tungs­diens­te ent­spre­chend geschult wer­den.

Auch der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen klei­nen Kli­ni­ken und gro­ßen Zen­tren soll ver­bes­sert wer­den, sodass den behan­deln­den Ärz­ten eine schnel­le Kon­takt­auf­nah­me mit den gro­ßen Zen­tren ermög­licht wird. Auf die­se Wei­se kön­nen sie sich bera­ten las­sen oder Unter­su­chungs­er­geb­nis­se über­mit­teln, falls der Pati­ent doch ver­legt wer­den muss.

Medi­zin­re­fe­ren­tin der Diet­mar Hopp Stif­tung, Dr. Ingrid Rupp, schaut der Grün­dung des Kon­sor­ti­ums posi­tiv ent­ge­gen: „Das Netz­werk wird die Ver­tei­lung der Schlag­an­fall­pa­ti­en­ten und damit auch die Gene­sung der Pati­en­ten deut­lich ver­bes­sern. Denn je nach Schwe­re­grad des Schlag­an­falls wird die Metho­de und damit auch der Ort der Behand­lung gewählt. Für den gesam­ten The­ra­pie­ver­lauf wird das Per­so­nal wei­ter­ge­bil­det, ange­fan­gen beim bis zum ärzt­li­chen Ein­griff. Wir freu­en uns, dass FAST nun star­tet.“

Schlaganfall als dritthäufigste Todesursache in Deutschland

Laut der Deut­schen Schlag­an­fall-Gesell­schaft gibt es in Deutsch­land jähr­lich rund 260.000 Fäl­le von Schlag­an­fäl­len. Bei etwa fünf Pro­zent – also ca. 10.000 Men­schen – liegt ein beson­ders schwe­rer Grad des Schlag­an­falls vor, bei dem ein Hirn­ge­fäß von einem gro­ßen Blut­ge­rinn­sel ver­schlos­sen wird. In die­sen Fäl­len ist die Throm­bo­ly­se, die medi­ka­men­tö­se The­ra­pie, nicht aus­rei­chend. Seit 2015 weiß man sich jedoch mit der Throm­bek­to­mie zu hel­fen – eine neue Behand­lungs­me­tho­de, bei der das Blut­ge­rinn­sel mit­hil­fe eines Mikro­ka­the­ters ent­fernt wer­den kann.

Die­se Behand­lungs­me­tho­de kann aller­dings nur an spe­zia­li­sier­ten Zen­tren und von ent­spre­chen­dem Per­so­nal erfol­gen. Daher ist es wich­tig, dass Ret­tungs­diens­te geschult wer­den, damit sie schnell erken­nen kön­nen um wel­chen Schwe­re­grad des Schlag­an­falls es sich han­delt, um so das rich­ti­ge Kli­ni­kum anfah­ren zu kön­nen.

Pro­fes­sor Dr. Wolf­gang Wick, Geschäfts­füh­ren­der Direk­tor der Neu­ro­lo­gi­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik Hei­del­berg, betont daher: „Man kann […] gar nicht häu­fig genug dar­auf auf­merk­sam machen, dass ein Schlag­an­fall immer ein Not­fall ist. Es gilt: ‚Time is brain.’ Je frü­her die Pati­en­ten behan­delt wer­den, des­to bes­ser sind die Chan­cen auf ein spä­te­res Leben ohne Behin­de­rung.“