Person in einem Rollstuhl. (Symbolbild)
Per­son in einem . (Sym­bol­bild)© Wer­nerimages | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Das Land­ge­richt (LG) Lübeck hat eine Mut­ter von vier Kin­dern zu acht Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Nach­dem die Ent­schei­dung des LG Lübeck (Urteil vom 13. Novem­ber 2019 – 7a KLs 4/19) gefal­len war, hat der 5. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­ho­fes die Revi­si­on der Ange­klag­ten als unbe­grün­det abge­wie­sen. Das Urteil ist somit rechts­kräf­tig (Beschluss vom 27. April 2020 – 5 StR 74/20). Tat­be­stand ist eine schwe­re Miss­hand­lung vie­rer Schutz­be­foh­le­ner (§ 225 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 Nr. 2 StGB) und Betrug in 17 Fäl­len, drei davon in Tat­ein­heit mit . Die Ange­klag­te Mut­ter nutz­te ihre Kin­der über Jah­re hin­weg aus, um sich Geld von den Kran­ken­kas­sen zu erschleichen.

Kinder zum Sitzen im gezwungen

Nach Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts hat die Ange­klag­te vor­ge­täuscht, ihre Kin­der lit­ten an schwe­ren Krank­hei­ten, die sie zum Sit­zen im Roll­stuhl zwin­gen wür­den. Die eigent­lich gesun­den Kin­der (eines war nach einer schwe­ren sogar wie­der gene­sen) saßen in der Schu­le gezwun­ge­ner­ma­ßen jah­re­lang im Roll­stuhl. Den Ärz­ten schil­der­te die Mut­ter erfun­de­ne Sym­pto­me. Leh­rern und Erzie­hern log sie über Jah­re die ihrer Kin­der vor, dabei fälsch­te sie auch Arzt­be­rich­te. Die Kin­der hat­ten durch die vie­len Arzt­be­su­che zahl­rei­che Fehl­stun­den, fan­den in der Schu­le kaum Anschluss und lit­ten stark unter ihrer sozia­len Iso­lie­rung. Teil­wei­se muss­ten sie sich sogar über­flüs­si­gen Infu­si­ons­the­ra­pien unterziehen.

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Die Ange­klag­te insze­nier­te sich gegen­über ihrem sozia­len Umfeld als tap­fe­re Mut­ter, die sich für das Wohl ihrer angeb­lich vom Schick­sal gepei­nig­ten Kin­der pau­sen­los ein­setzt und auf­op­fert. Mit­hil­fe ihrer gefälsch­ten Anga­ben gegen­über den Kran­ken­kas­sen erschlich sie sich auf betrü­ge­ri­sche Art Zah­lun­gen im Gesamt­wert von 80.000 Euro.