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Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe von medi.
Bei der mediven Beobach­tungs­stu­die wurde das Trage­ver­hal­ten bei 531 Patien­ten unter­sucht, die mit rundge­strick­ten mediven Kompres­si­ons­strümp­fen von medi versorgt wurden.Bild: obs/medi GmbH & Co. KG

Im Fokus der Folge­ana­lyse stand die ambulante Versor­gungs­rea­li­tät mit medizi­ni­schen Kompres­si­ons­strümp­fen, darun­ter auch die Verord­nungs­fre­quenz von Anzieh­hil­fen. Diese wurden zu selten verord­net, auch wenn der Anteil an Patien­ten, die eine Anzieh­hilfe erhiel­ten, im Studi­en­ver­lauf von 8,1 auf 13,8 Prozent anstieg. Anschei­nend waren weder Überge­wicht oder Adipo­si­tas noch Wirbel­säu­len­pro­bleme und Arthrose eine relevante Indika­tion für eine Verord­nung des Hilfs­mit­tels. Dabei erleich­tern Anzieh­hil­fen vor allem Patien­ten mit Beglei­ter­kran­kun­gen und adipö­sen Patien­ten das Anzie­hen ihrer Kompres­si­ons­strümpfe und unter­stüt­zen so die Therapietreue.

Laut Sozial­ge­setz­buch (§ 33 SGB V) und Hilfs­mit­tel­richt­li­nie sind diese Hilfs­mit­tel bei entspre­chen­der Indika­tion verord­nungs­fä­hig, zum Beispiel bei Adipo­si­tas per magna, defor­mie­ren­den Erkran­kun­gen im Handbe­reich sowie weitge­hen­der Wirbelsäulen‑, Hüft- und Kniege­lenk­ver­stei­fung. Das Budget des Arztes wird dadurch nicht belastet.

Verord­nung von Anzieh­hil­fen verbes­sert das Trageverhalten

Zu Thera­pie­be­ginn erhiel­ten nur 11,3 Prozent der adipö­sen Patien­ten, 9,9 Prozent der Patien­ten mit Wirbel­säu­len­pro­ble­men und 11,1 Prozent der Arthrose-Patien­ten eine entspre­chende Verord­nung. Bei den älteren Patien­ten war die Versor­gungs­si­tua­tion etwas besser: 29,5 Prozent der über 61-Jähri­gen erhiel­ten eine Anzieh­hilfe. Diese Patien­ten trugen ihren Kompres­si­ons­strumpf regel­mä­ßi­ger als Patien­ten der gleichen Alters­gruppe, die keine Anzieh­hilfe bekamen. Bei den adipö­sen Patien­ten gab es ebenfalls mehr regel­mä­ßige MKS-Anwen­der, wenn eine Anzieh­hilfe verord­net wurde.

„Diese Ergeb­nisse verdeut­li­chen, dass erkran­kungs- und patien­ten­in­di­vi­du­elle Fakto­ren oft zu wenig berück­sich­tigt wurden. Bei bestimm­ten Patien­ten­grup­pen sind Anzieh­hil­fen aber notwen­dig, um eine bessere Thera­pie­treue zu erzie­len“, so Dr. med. Chris­tine Schwahn-Schrei­ber, Mitglied im wissen­schaft­li­chen Beirat der Studie und der Deutschen Gesell­schaft für Phlebologie.

Außer Anzieh­hil­fen gibt es weitere Fakto­ren, die laut Dr. Schwahn-Schrei­ber die Kompres­si­ons­the­ra­pie positiv beein­flus­sen können, unter anderem die Passform­kon­trolle beim Arzt: „Damit der Patient seinen Kompres­si­ons­strumpf gerne und regel­mä­ßig trägt, muss dieser auf seine Indika­tion abgestimmt und genau angepasst sein. Bei der Passform­kon­trolle überzeugt sich der Arzt davon, dass der Strumpf optimal gewählt ist, perfekt sitzt und nicht einschnei­det. Darüber hinaus sollte das An- und Auszie­hen des Strump­fes geübt und darauf geach­tet werden, dass der Patient das Strumpf­ge­webe gleich­mä­ßig über das Bein verteilt. Und es ist wichtig zu überprü­fen, ob eine konse­quente Hautpflege betrie­ben wird, um gelegent­li­chen Begleit­erschei­nun­gen wie Juckreiz oder trocke­ner Haut entgegenzuwirken.“

Hinter­grund zur mediven Beobachtungsstudie

Die „Langzeit­be­ob­ach­tung zur ambulan­ten Thera­pie phlebo­lo­gi­scher Erkran­kun­gen mit medizi­ni­schen Kompres­si­ons­strümp­fen in Deutsch­land – Die mediven Beobach­tungs­stu­die“ unter­suchte das Trage­ver­hal­ten bei 531 Patien­ten, die mit rundge­strick­ten mediven Kompres­si­ons­strümp­fen von medi versorgt wurden. Über einen Zeitraum von 18 Monaten wurden Infor­ma­tio­nen zur Versor­gungs­rea­li­tät im ambulan­ten Umfeld, zur Produkt­si­cher­heit, zur Verträg­lich­keit, zu unerwünsch­ten Wirkun­gen, aber auch zur Lebens­qua­li­tät und zur Thera­pie­treue gesam­melt. Die Anwen­der waren zwischen 18 und 79 Jahre alt und zu 77,6 Prozent weiblich. 60,5 Prozent der Patien­ten waren älter als 51 Jahre. Etwa jeweils ein Drittel der Studi­en­teil­neh­mer war normal­ge­wich­tig, überge­wich­tig oder adipös. Am häufigs­ten wurden bei den Patien­ten Varizen der unteren Extre­mi­tä­ten (84,6 Prozent) sowie Throm­bo­sen, Phlebi­tis und Throm­bo­ph­le­bi­tis (9,4 Prozent) diagnos­ti­ziert. Zudem wurden sonstige Venen­er­kran­kun­gen mit 42,9 Prozent angege­ben, darun­ter die chronisch venöse Insuf­fi­zi­enz (33,9 Prozent).

Quelle: medi, Presseportal.de