Vor kur­zem hat der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) neue Rege­lun­gen der Häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge beschlos­sen, die Leis­tun­gen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie beinhal­ten. Dar­über hin­aus wur­de die Häus­li­che Kran­ken­pfle­ge-Richt­li­nie (HKP-RL) um den gesetz­li­chen Anspruch auf Unter­stüt­zungs­pfle­ge aus­ge­wei­tet. Wenn die Ergän­zun­gen sei­tens des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit nicht bean­stan­det wer­den und im Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­licht wer­den, tritt die Neu­re­ge­lung in Kraft.

Leistungen bei Kompressionstherapie

Künf­tig kann bereits ab der Kom­pres­si­ons­klas­se I die Hil­fe beim An- und Aus­zie­hen von ärzt­lich ver­ord­ne­ten Kom­pres­si­ons­strümp­fen- oder strumpf­ho­sen in Anspruch genom­men wer­den. Dies gilt auch, wenn kein Bedarf an Grund­pfle­ge besteht – zuvor war der grund­pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gungs­be­darf oder eine höhe­rer Kom­pres­si­ons­klas­se Vor­aus­set­zung dafür, dass die Leis­tung von der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men wird. Die Anpas­sun­gen fal­len in den Rah­men der HKP-RL und wur­den Ende des Jah­res 2017 vom G‑BA beschlossen.

„Mit der Ände­rung der Richt­li­nie zur häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge kön­nen zukünf­tig auch Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ver­sorgt wer­den, die nur eine nied­rig­klas­si­ge Kom­pres­si­ons­the­ra­pie benö­ti­gen, aber nicht in der Lage sind, die ärzt­lich ver­ord­ne­ten Kom­pres­si­ons­strümp­fe oder ‑strumpf­ho­sen selb­stän­dig an- und aus­zu­zie­hen“, erklär­te Prof. Josef Hecken, unpar­tei­ischer Vor­sit­zen­der des G‑BA.

Die Hil­fe beim An- und Aus­zie­hen nicht ärzt­lich ver­ord­ne­ter Stütz- oder Anti­throm­bo­se­strümp­fe bleibt hin­ge­gen eine Maß­nah­me, die einen grund­pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gungs­be­darf voraussetzt.

Unterstützungspflege

In das HKP-RL auf­ge­nom­men wur­de der gesetz­li­che Anspruch auf die soge­nann­te Unter­stüt­zungs­pfle­ge. Dem­nach kön­nen künf­tig Leis­tun­gen der Grund­pfle­ge und der haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung ver­ord­net wer­den, wenn eine schwe­re Krank­heit oder eine aku­te Ver­schlim­me­rung einer Krank­heit vorliegt.

Dies gilt auch, wenn kei­ne medi­zi­ni­sche Behand­lungs­pfle­ge ange­zeigt ist und kann bei­spiels­wei­se nach einem Kran­ken­haus­auf­ent­halt, einer ambu­lan­ten Ope­ra­ti­on oder ambu­lan­ten Kran­ken­haus­be­hand­lung gege­ben sein.

Zum Hintergrund: Die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie

Die HKP-Richt­li­nie beinhal­tet einen Kata­log von Maß­nah­men, die ärzt­lich ver­ord­net und erbracht wer­den kön­nen und von der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men wer­den. Im Rah­men der Richt­li­nie bestimmt der G‑BA die Dau­er der Leis­tun­gen und die Geneh­mi­gung durch die Kran­ken­kas­sen. Grund­la­ge dafür sind § 92 Absatz 1 Satz 2 Nr. 6 und Absatz 7 sowie § 37 SGB V.

Quel­le: G‑BA