Lymphödem an den Beinen.
an den Bei­nen.© Holik0404 | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Fakt #1 – , und sind nicht das Gleiche

Der Lei­dens­weg von Pati­en­ten mit einem , Lymphö­dem oder einer ist allein bis zur Dia­gno­se­stel­lung häu­fig sehr lang. Denn dick ist nicht gleich dick. Des­we­gen durch­lau­fen sie zunächst häu­fig eine Odys­see an Arzt­be­su­chen, bis sie über­haupt mit der rich­ti­gen The­ra­pie begin­nen kön­nen. Das sind die wesent­li­chen Unterschiede:

  • Lymphö­dem: Auf­grund einer Schä­di­gung des Lymph­ge­fäß­sys­tems staut sich Lymph­flüs­sig­keit im Gewe­be. Durch den Stau im Gewe­be kommt es an den ent­spre­chen­den Kör­per­par­tien – meist Arme oder Bei­ne – zur Schwel­lung (Ödem). Vor der Dia­gno­se „Lymphö­dem“ muss ein Aus­schluss­ver­fah­ren durch­lau­fen wer­den: Alles, was ähn­li­che Sym­pto­me auf­weist, muss im Vor­feld abge­klärt und dia­gnos­tisch unter­sucht werden.
  • Lipö­dem: Bei die­ser Fett­ver­tei­lungs­stö­rung han­delt es sich um eine chro­ni­sche Krank­heit. Zwar ist sie nicht heil­bar, soll­te aber unbe­dingt ent­spre­chend the­ra­piert wer­den. Sie rückt erst jetzt ver­stärkt in den Fokus und wur­de und wird immer noch oft mit Adi­po­si­tas verwechselt.
  • Adi­po­si­tas: Die Deut­sche Adi­po­si­tas Gesell­schaft defi­niert Adi­po­si­tas als „eine über das Nor­mal­maß hin­aus­ge­hen­de Ver­meh­rung des Kör­per­fetts“. Die Ursa­chen sind viel­fäl­tig, (sozia­le) Umwelt­fak­to­ren sowie die Gene und psy­cho­lo­gi­sche Fak­to­ren spie­len bei Adi­po­si­tas eine Rol­le. Im Gegen­satz zum Lipö­dem sind bei Adi­po­si­tas alle Kör­per­par­tien glei­cher­ma­ßen betroffen.

Lymphö­de­me, Lipö­de­me und Adi­po­si­tas wei­sen also jeweils sehr ähn­li­che, jedoch nicht die sel­ben Sym­po­to­me auf.

Anzei­ge
PWG-Seminare

Fakt #2 – Der Irrglaube über den Abfluss der Vene

Laut vor­ran­gig exis­tie­ren­der Mei­nung, die gelehrt und ange­nom­men wur­de und immer noch wird, fin­det die Ent­sor­gung bzw. Resorp­ti­on des größ­ten Teils (90 %) der Kör­per­flüs­sig­keit durch den ven­u­lä­ren Schen­kel statt. Tat­säch­lich weiß man mitt­ler­wei­le, dass das Lymph­ge­fäßs­sys­tem wesent­lich mehr Flüs­sig­keit ent­sorgt als bis­her ange­nom­men (Star­ling­s­ches Gleichgewicht).

Fakt #3 – Es muss nicht immer Flachstrick sein

Um Lymphö­de­me zu the­ra­pie­ren, kom­men medi­zi­ni­sche für Arme und Bei­ne zur Anwen­dung. Tat­säch­lich muss hier nicht immer zu Flach­strick­strümp­fen gegrif­fen wer­den, je frü­her die The­ra­pie begon­nen wird. Laut einem Anwen­dungs­vor­schlag aus der Schweiz besteht die Mög­lich­keit, Lymphöd­em­pa­ti­en­ten im Sta­di­um 0 und begin­nend im Sta­di­um 1 und unter Beach­tung der Ana­to­mie, mit fes­tem Rund­strick­ma­te­ri­al (Tra­di­tio­nal) zu versorgen.

Bei Lipöd­em­pa­ti­en­ten hal­ten Flach­strick­strümp­fe nur den IST-Zustand. Auch hier besteht die Mög­lich­keit, mit einem fes­ten Rund­strick­strumpf und natür­lich eben­falls unter Beach­tung der ana­to­mi­schen Gege­ben­hei­ten sowie des Sta­di­ums eine Alter­na­ti­ve zum Flach­strick­strumpf zu bieten.

Fakt #4 – Ein Lymphödem kommt selten allein

Es kommt häu­fig vor, dass neben der Schä­di­gung des Lymph­sys­tems wei­te­re Beglei­ter­kran­kun­gen auf­tre­ten, die den Abtrans­port der Lymph­flüs­sig­keit zusätz­lich ver­schlech­tern und sich nega­tiv auf das Lymphö­dem aus­wir­ken. Venenen­er­kran­kun­gen, Dia­be­tes mel­li­tus oder auch Adi­po­si­tas sind typi­sche Beglei­ter­kran­kun­gen zum Lymphö­dem. Gera­de bei älte­ren Pati­en­ten tre­ten die­se Wech­sel­wir­kun­gen auf­grund von Mul­ti­mor­bi­di­tät auf. Wich­tig ist hier­bei die Ein­bin­dung des Pati­en­ten in ein indi­vi­du­el­les, auf die Mul­ti­mor­bi­di­tät abge­stimm­tes, Therapiekonzept.

Fakt #5 – Selbstmanagement und Compliance sind wichtige Bausteine der Ödemtherapie

Com­pli­an­ce, die akti­ve Mit­wir­kung des Pati­en­ten an den the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men, ist das A und O einer erfolg­rei­chen . Dies erfor­dert natür­lich ein hohes Maß an Durch­hal­te­ver­mö­gen und Selbst­ma­nage­ment der Pati­en­ten, schließ­lich sind Lymphö­de­me mit Schmerz und Leid ver­bun­den. Doch wenn die Kom­pres­si­ons­ver­sor­gung nicht kon­se­quent durch­ge­führt, die nicht getra­gen wer­den, dann kön­nen die­se nicht hel­fen. Dazu gehört auch die regel­mä­ßi­ge Kör­per­pfle­ge, wie die Nagel­pfle­ge und Horn­haut­ent­fer­nung. Bleibt sie aus, rei­ßen die und Bak­te­ri­en kön­nen in die Wun­den eintreten.