Datenschutz bei der Wäscheaufbereitung
Das The­ma spielt auch bei der eine wich­ti­ge Rol­leVadymvdrobot/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Vie­le ken­nen das: im Lau­fe des Jah­res mer­ken wir „oh, mein Hemd oder mei­ne Hose zwickt hier und da ein biss­chen“. Die bit­te­re Wahr­heit lau­tet meist, dass Nach­läs­sig­kei­ten in der Bewe­gungs- und Ernäh­rungs­dis­zi­plin den Zei­ger auf der Waa­ge wei­ter nach oben stei­gen las­sen.

Im Pri­va­ten führt der Weg dann in das nächs­te Beklei­dungs­ge­schäft, um ein neu­es und beque­mes Out­fit zu erwer­ben. Im beruf­li­chen Umfeld von Kran­ken­haus und Pfle­ge­heim wer­den die Haus­wirt­schaft oder das Wäsche­ser­vice­team dar­über infor­miert, dass eine Grö­ßen­än­de­rung ange­zeigt ist. Ent­we­der wird dann ein pas­sen­des Teil aus dem haus­ei­ge­nen Lager zur Ver­fü­gung gestellt oder der exter­ne Dienst­leis­ter über­nimmt die Ver­sor­gung mit den neu­en, pass­ge­nau­en Tex­ti­li­en.

Schützenswerte persönliche (Bekleidungs-)Daten

Bei per­so­nen­be­zo­ge­ner Berufs- und Schutz­klei­dung ist dies regel­mä­ßig mit der Wei­ter­ga­be von Indi­vi­du­al­da­ten wie Vor- und Nach­na­me, Arbeits­ort (Sta­ti­on), Grö­ßen­schlüs­sel etc. an den exter­nen Dienst­leis­ter ver­bun­den. Manch­mal spie­len dabei auch sehr per­sön­li­che Infor­ma­tio­nen eine Rol­le, wie z.B. eine bestehen­de Schwan­ger­schaft.

Die Euro­päi­sche Daten­schutz­grund­ver­ord­nung () stellt hohe Ansprü­che an den Schutz von der­ar­ti­gen per­sön­li­chen Daten. Zur Gewähr­leis­tung des ver­trau­li­chen Umgangs mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten ver­ein­ba­ren das Kran­ken­haus und der Tex­til­dienst­leis­ter Struk­tu­ren zur soge­nann­ten Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tung. Deren Ein­hal­tung sind von den jewei­li­gen Daten­schutz­be­auf­trag­ten zu über­wa­chen.

Alternative Lösungen

Gro­ße Vor­tei­le bie­tet der Ein­satz von grö­ßen­be­zo­ge­ner Beklei­dungs­aus­stat­tung. Hier ent­fällt eine dau­er­haf­te per­sön­li­che Kenn­zeich­nung des Berufs­klei­dungs­teils mit Trä­ger­na­men. Dies ermög­licht den erheb­lich wirt­schaft­li­che­ren Umgang mit der Res­sour­ce „Berufs­klei­dung“. In Kom­bi­na­ti­on mit der Nut­zung moder­ner Berufs­klei­dungs-Aus­ga­be­sys­te­me mit RFID-Unter­stüt­zung (z.B. nach dem Prin­zip einer begeh­ba­ren Klei­der­kam­mer) wird dem Trä­ger ein Klei­dungs­stück sogar nur noch tem­po­rär zuge­ord­net. Wird es am Schich­ten­de getra­gen abge­legt, löst sich die Ver­knüp­fung zwi­schen Trä­ger und Klei­dung wie­der auf. Der Vor­teil: Zuord­nun­gen erfol­gen pseud­ony­mi­siert, ein exter­ner Dienst­leis­ter kann kei­ne Ver­bin­dung zwi­schen Mit­ar­bei­ter und Beklei­dungs­teil zie­hen. Durch die Pseud­ony­mi­sie­rung wird das Wis­sen um die Iden­ti­tät des Klei­dungs­trä­gers in der Sphä­re der Ein­rich­tung belas­sen, wodurch auch den gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen des Daten­schut­zes Rech­nung getra­gen wird.

Zudem exis­tie­ren in vie­len Kran­ken­häu­sern Betriebs­ver­ein­ba­run­gen, die eine fall­wei­se inter­ne Ermitt­lung von Klei­dungs­trä­gern vor­se­hen – wenn z.B. ein Beklei­dungs­teil vor­sätz­lich beschä­digt wor­den ist oder bei Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht an den Arbeit­ge­ber zurück gege­ben wird. Der­ar­ti­ge Rege­lun­gen zur Nach­ver­fol­gung einer Per­son gebie­ten zwin­gend eine daten­schutz­recht­lich siche­re Lösung. Der­ar­ti­ge Kon­trol­len der Waren­flüs­se sind in den Kran­ken­häu­sern ohne­hin bei der Aus­ga­be von Medi­ka­men­ten und Medi­zin­tech­nik bekannt.