Pflegekammer in Schleswig-Holstein
Pfle­ge­kam­mer in Schles­wig-Hol­steinMar­co Di Bel­la mit Mate­ri­al von Ultraone/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Bereits im Jahr 2012 hat­te sich die aus SPD, Grü­ne und des Süd­schles­wig­schen Wäh­ler­ver­band (SSW) bestehen­de Regie­rungs­ko­ali­ti­on für die Grün­dung einer eige­nen Inter­es­sen­ver­tre­tung für die rund 38.000 pro­fes­sio­nel­len Pfle­ge­kräf­te im Land aus­ge­spro­chen. Im Sep­tem­ber 2014 bil­lig­te das Kabi­nett einen ent­spre­chen­den Gesetz­ent­wurf. Nach Vor­stel­lun­gen der Lan­des­re­gie­rung soll die Kam­mer zukünf­tig u.a. die Berufs­ord­nung und Wei­ter­bil­dung regeln, die Pfle­ge­qua­li­tät sichern und bei der Gesetz­ge­bung mitwirken. 

Für Bir­te Pauls, pfle­ge­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Land­tag, stellt die jetzt erfolg­te Ver­ab­schie­dung einen „Mei­len­stein“ und ein „his­to­ri­scher Tag für Schles­wig-Hol­stein“ dar. Pauls ist selbst Kran­ken­schwes­ter und ver­steht die Kam­mer als ein Instru­ment zur Stär­kung der Pfle­ge­be­ru­fe. Auch für Mar­ret Bohn (Grü­ne) führt kein Weg an der Pfle­ge­kam­mer vor­bei. Sie sei „wich­tig, rich­tig und zukunfts­wei­send“, so Bohn. 

Die Oppo­si­ti­on kri­ti­sier­te hin­ge­gen bis zuletzt die Pflicht­mit­glied­schaft. Eine Kam­mer kos­te die Beschäf­tig­ten nur Geld, bedeu­te viel Büro­kra­tie und löse die Pro­ble­me der Pfle­ge nicht. Die Kam­mer wer­de sich als „wir­kungs­lo­ser Pla­ce­bo“ erwei­sen, kon­sta­tier­te Kat­ja Rath­je-Hoff­mann (CDU). Zudem star­te die Ein­rich­tung mit einem gro­ßen Schuldenberg.

Die Regie­rung habe die Kri­tik an dem Gesetz „nicht ein­fach vom Tisch gewischt“, ent­geg­ne­te Gesund­heits­mi­nis­te­rin Kris­tin Alheit (SPD). Viel­mehr sei­en vie­le Anre­gun­gen in den über­ar­bei­te­ten Ent­wurf ein­ge­flos­sen. Die Minis­te­rin rief die Pfle­gen­den auf, sich in der Kam­mer zu enga­gie­ren: „Sie kön­nen künf­tig fach­li­che Stan­dards und Qua­li­täts­kri­te­ri­en selbst defi­nie­ren.“ Das Gesetz tritt noch in die­sem Monat in Kraft. Bin­nen der nächs­ten 30 Mona­te soll die ers­te Kam­mer­wahl erfolgen.