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HEAl - Kooperationsprojekt für funktionale Analphabeten.
v.l.: Domini­que Vogt, Dr. Simone C. Ehmig, Birgit Garbe-Emden, Antje Winkler, Martin Litsch, Andrea Bartl, Thomas Bartelt, Armin Himmel­rath, Kai KolpatzikBild: Juergen Schulzki 

Über 7,5 Millio­nen funktio­nale Analpha­be­ten gibt es in Deutsch­land. Da sie Texte gar nicht oder oft nur schwer lesen können, kann das durch­aus auch Auswir­kun­gen auf die eigene Gesund­heit haben. Um dem entge­gen zu wirken, startet die Stiftung Lesen und der AOK-Bundes­ver­band mit „HEAL-Health Liter­acy im Kontext von Alpha­be­ti­sie­rung und Grund­bil­dung“ ein neues Kooperationsprojekt.

Ziel der Zusam­men­ar­beit ist es, Schnitt­stel­len auszu­lo­ten und Handlungs­emp­feh­lun­gen für Politik, Gesell­schaft und Wirtschaft zu entwi­ckeln. Auf zwei Tagun­gen bündeln die Initia­to­ren gemein­sam mit Exper­ten aus Gesund­heit, Bildung, Wissen­schaft und Medien das Wissen aus den Berei­chen Gesund­heits- und Schrift­sprach­kom­pe­tenz. Der Auftakt fand vergan­gene Woche in Berlin zum Thema „Health Liter­acy“ statt. Der Fokus der nächs­ten Tagung im Novem­ber wir dann auf dem Thema „Food Liter­acy“ liegen.

Schrift­sprach­kom­pe­tenz wirkt sich positiv auf die Gesund­heit aus

„Lesen spielt in allen Lebens­be­rei­chen eine entschei­dende Rolle. Wenn Akteure der Lese- und Gesund­heits­för­de­rung über den eigenen Teller­rand hinaus­schauen, wird die Gesell­schaft in beiden Berei­chen profi­tie­ren. Wir danken dem Bundes­mi­nis­te­rium für Bildung und Forschung für die großzü­gige Förde­rung des innova­ti­ven Projekts“, erklärt Dr. Jörg Maas, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Stiftung Lesen.

Auch der Vorstands­vor­sit­zende des AOK-Bundes­ver­ban­des, Martin Litsch, bekräf­tigte die Wichtig­keit der Schrift­sprach­kom­pe­tenz für die Gesund­heit: „Wer Beipack­zet­tel nicht verste­hen, Medika­mente nicht richtig dosie­ren oder Hygie­ne­vor­schrif­ten nicht befol­gen kann, gefähr­det sein körper­li­ches Wohlbe­fin­den. Im Umkehr­schluss bedeu­tet das jedoch auch: Eine Verbes­se­rung der Schrift­sprach­kom­pe­tenz aller Menschen in Deutsch­land wirkt sich positiv auf deren Gesund­heit aus. Da die meisten Menschen im Krank­heits­fall Ärzte oder Apothe­ker aufsu­chen, sollten funktio­nale Analpha­be­ten dort – inner­halb des Gesund­heits­sys­tems – geeig­nete Unter­stüt­zung erhalten.“

Das neue Projekt läuft bis April 2019 und wird im Rahmen der Natio­na­len Dekade für Alpha­be­ti­sie­rung und Grund­bil­dung vom Bundes­mi­nis­te­rium für Bildung und Forschung unterstützt.

Quelle: AOK-BV