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Nierenkrebs: Therapiemöglichkeiten und die medizinischen Hintergründe.
Nieren­tu­more lassen sich bei Früherken­nung gut behan­deln, aller­dings werden sie häuifg nur zufäl­lig entdeckt.Bild: Adam Ciesielski/Freeimages.com

Nieren­tu­more sind in einem frühen Stadium meist nicht bemerk­bar, ihre Symptome sind unein­deu­tig. „Viele von ihnen werden eher zufäl­lig bei Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen entdeckt“, so Prof. Dr. Chris­tian Wülfing, Chefarzt der Urolo­gie der Askle­pios Klinik Altona. Eindeu­ti­gere Symptome seien Schmer­zen im seitli­chen Rücken oder Blut im Urin. Treten sie auf, hat der Tumor jedoch meist schon metastasiert. „Aber 75 % aller Nieren­kar­zi­nome werden in einem frühen Stadium entdeckt – und sind somit gut therapierbar.

Auch wenn die Ursachen für Nieren­krebs bisher kaum bekannt sind, gibt es Risiko­fak­to­ren: „Rauchen, Überge­wicht, Bluthoch­druck und Mangel an körper­li­cher Aktivi­tät wurden als begüns­ti­gend erkannt“, erklärt Wülfing. „Das Gute: Diese Fakto­ren sind indivi­du­ell beein­fluss­bar, so dass nicht nur erblich bedingte Risiko­pa­ti­en­ten ihre Gesund­heit zu einem nicht unerheb­li­chen Teil selbst in der Hand haben.“

Die Thera­pie­mög­lich­kei­ten

Durch­schnitt­lich sind Patien­ten bei der Erstdia­gnose von Nieren­tu­mo­ren 68 (Männer) bezie­hungs­weise 72 (Frauen) Jahre alt. Die Behand­lung ist eine indivi­du­ell abgestimmte Thera­pie aus aktiver Überwa­chung, verschie­de­nen Opera­ti­ons­ver­fah­ren bis zu komple­xen syste­mi­schen Thera­pien. „Im frühen oder lokal fortge­schrit­te­nen Stadium sind Opera­tio­nen, minimal-invasiv und nach Möglich­keit organer­hal­tend, immer noch alter­na­tiv­los“, sagt Chris­tian Wülfing. „Regel­mä­ßige, risiko­ad­ap­tierte Nachsor­ge­sche­mata gilt es bei der Nachsorge operier­ter Patien­ten zu berück­sich­ti­gen, um Rezidive ggf. früh zu erken­nen.“ Ablative Thera­pien wie etwa die Radio­fre­quenz­a­b­la­tion, bei der durch Hitze­ent­wick­lung eines hochfre­quen­ten Stroms gezielt Gewebe zerstört wird, müssten sich weiter beweisen.

Der urolo­gi­sche Chefarzt: „Für die metastasier­ten Tumoren sind inzwi­schen zehn Medika­mente zugelas­sen. Durch gezielte Krebs­the­ra­pie, sogenannte ‚targe­ted therapy’, und kluge Kombi­na­tion neuer Präpa­rate werden die Überle­bens­zei­ten der Patien­ten länger.“

Quelle: idw