Pflegekammer NRW: Das Kabinett hat die Einbringung des Entwurfs zum Pflegekammergesetz beschlossen.
NRW: Das Kabi­nett hat die Ein­brin­gung des Ent­wurfs zum Pfle­ge­kam­mer­ge­setz beschlos­sen.© San­dor Kac­so | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

In Nord­rhein-West­fa­len (NRW) nimmt die Errich­tung einer Pfle­ge­be­ru­fe­kam­mer zuneh­mend Form an. Das Kabi­nett hat am Diens­tag (19.November 2019) die Ein­brin­gung des Ent­wurfs zum Pfle­ge­kam­mer­ge­setz beschlos­sen. Es soll noch in die­sem Jahr in den Land­tag ein­ge­bracht wer­den. Gesund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann begrüß­te den Beschluss: „Ich freue mich auf die Bera­tun­gen im Land­tag. Eine brei­te Zustim­mung zur Pfle­ge­kam­mer wäre auch ein kla­res Signal an die Beschäf­tig­ten in der Pfle­ge: Der Stel­len­wert und die Inter­es­sen des Pfle­ge­be­rufs in unse­rem Gesund­heits­sys­tem wer­den deut­lich gestärkt. Die Zei­ten, in denen die Pfle­ge nur am Kat­zen­tisch über ihre eige­nen Belan­ge mit­be­ra­ten durf­te, müs­sen end­lich der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren. Mit dem Gesetz­ent­wurf sind wir auf einem guten Weg, dass die Pfle­ge­kam­mer mit der Beru­fung des Errich­tungs­aus­schus­ses im Jahr 2020 gegrün­det wer­den kann.“

Der Gesetz­ent­wurf sieht vor, dass die Pfle­ge­kam­mer als wei­te­re Heil­be­rufs­kam­mer gesetz­lich ver­an­kert wird. Damit wer­den ihr wich­ti­ge Auf­ga­ben über­tra­gen. Dazu gehö­ren u. a. die Ent­wick­lung einer Berufs­ord­nung und von Qua­li­täts­richt­li­ni­en sowie die Zustän­dig­keit für die beruf­li­chen Fort-und Wei­ter­bil­dun­gen. „Die­se Auf­ga­ben sind zen­tral zur­Wei­ter­ent­wick­lung des Pfle­ge­be­rufs. Wir müs­sen den Pfle­ge­fach­kräf­ten end­lich ermög­li­chen, ihre Ange­le­gen­hei­ten selbst zu regeln und an Ent­schei­dun­gen mit­zu­wir­ken, die sie betref­fen. Dar­um müs­sen sie auch in den wich­ti­gen Gre­mi­en sit­zen, wie zum Bei­spiel der Lan­des­ge­sund­heits­kon­fe­renz oder dem Lan­des­aus­schuss für Kran­ken­haus­pla­nung“, so Lau­mann wei­ter. Per­spek­ti­visch sol­len der Kam­mer auch die Auf­ga­ben zur Aus­bil­dung in den Pfle­ge­be­ru­fen über­tra­gen wer­den.

Nach den Plä­nen des Gesund­heits­mi­nis­ters wird die Pfle­ge­kam­mer durch einen Errich­tungs­aus­schuss auf­ge­baut, der sich aus Pfle­ge­fach­kräf­ten zusam­men­set­zen soll. Die­se sol­len alle Auf­bau­ar­bei­ten vor­neh­men, bis dann vor­aus­sicht­lich im Janu­ar 2022 die ers­te Kam­mer­ver­samm­lung zusam­men­tritt. Die Lan­des­re­gie­rung unter­stützt die Pfle­ge­kam­mer mit einer Anschub­fi­nan­zie­rung in Höhe von fünf Mil­lio­nen Euro über drei Jah­re. „Wir wol­len bereits im Errich­tungs­aus­schuss dar­auf ach­ten, dass der Anteil der Frau­en und der Pfle­ge­kräf­te aus der Alten­pfle­ge dem tat­säch­li­chen Pfle­ge­all­tag ent­spricht. Die­se Vor­ga­ben machen wir im Gesetz auch für die Gre­mi­en der Kam­mer. Und es ist mir wich­tig, dass Pfle­ge­kräf­te aus den ver­schie­de­nen Beschäf­ti­gungs­fel­dern ange­mes­sen ver­tre­ten sind, damit sie ihre beruf­li­che Exper­ti­se ein­brin­gen kön­nen. Wir wol­len eine Kam­mer von der Pfle­ge für die Pfle­ge. Davon sol­len alle Pfle­ge­kräf­te etwas haben“, erklärt Lau­mann.