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Schnelltests
Welcher Schnell­test erkennt Omikron auch bei mittle­rer Virus­last?Bild: Pixabay

Das Paul-Ehrlich-Insti­tut (PEI) hat unter­sucht, welche Schnell­tests für den Eigen­ge­brauch auch mit den Omikron-Varian­ten BA.1 und BA.2 gut funktio­nie­ren. Diese Daten wurden jetzt gemein­sam mit dem Bundes­in­sti­tut für Arznei­mit­tel und Medizin­pro­dukte (BfArM) veröf­fent­licht. Zwar war schon im Vorfeld abzuse­hen, dass die meisten handels­üb­li­chen Schnell­tests das schaf­fen würden, die zuvor vom PEI für gut befun­den wurden. Jetzt aber liegen präzise Ergeb­nisse für 36 einzelne Produkte vor.

Die Top-Ten haben wir in dieser Tabelle zusammengefasst:

Herstel­ler und Testname Rang Treffer hohe Viruslast Treffer mittlere Viruslast
Shenzhen Watmind Medical Co., Ltd. – Selbst­test­kit für SARS-CoV-2-Ag (Nasen­ab­strich) 1 100 % 96 %
Hangzhou Biotest Biotech Co., Ltd – Sienna COVID-19 Antigen-Schnell­test­kas­sette (Nasen­ab­strich) 2 100 % 95 %
Xiamen AmonMed Biotech­no­logy Co., Ltd. – COVID-19 Antigen Rapid Test Kit (Collo­idal Gold) 3 100 % 87 %
Newgene (Hangzhou) Bioen­gi­nee­ring Co., Ltd. – COVID-19 Antigen Detec­tion Kit – Nasal Swab 3 100 % 87 %
Healgen Scien­ti­fic Limited Liabi­lity Company (Siemens Healt­hi­neers) – CLINITEST® Rapid COVID-19 Antigen Test 3 100 % 87 %
Zhuhai Lituo Biotech­no­logy Co., Ltd. – COVID-19 Antigen­test Kit (Kollo­idal Gold) 6 100 % 80 %
Wuhan EasyDia­gno­sis Biome­di­cine Co., Ltd. – COVID-19 (SARS-CoV‑2) Antigen Test Kit / Medico­vid-AG COVID-19 (SARS-CoV‑2) Antigen-Testkit 7 100 % 74 %
Joinstar Biome­di­cal Techno­logy Co., Ltd (CIV care impuls Vertrieb) – COVID-19 Antigen Rapid Test (Collo­idal Gold) vorde­rer Nasenabstrich 8 100 % 61 %
Hangzhou AllTest Biotech Co., Ltd. – COVID-19 Antigen Rapid Test (Oral fluid) 9 100 % 55 %
Guang­dong Wesail Biotech Co., Ltd. – COVID-19 Ag Test Kit 10 100 % 52 %

Alle Schnell­tests sind nach Herstel­ler­an­gabe technisch in der Lage, Omikron ebenso gut zu erken­nen wie zuvor die Delta-Variante oder das Wildvi­rus von Sars-CoV‑2 aus Wuhan. Darüber hinaus ist ersicht­lich, wie hochwer­tig die Testergeb­nisse sind, die das Produkt generell liefert. Je weiter oben der Test in der Liste steht, desto sensi­ti­ver ist er nach den Analy­sen des PEI. Das bedeu­tet, dass er umso besser und verläss­li­cher anzeigt, ob eine Person gerade hoch anste­ckend ist und somit andere Menschen in Innen­räu­men beson­ders leicht infizie­ren könnte.

Bei den Tests haben die Herstel­ler bereits gegen­über dem BfArM offen­ge­legt, dass ihre Tests auf nicht mutierte Berei­che des N‑Proteins abzie­len und daher in der Lage sind, Omikron zu finden. Zugleich haben die Tests erfolg­reich eine Evalu­ie­rung durch das PEI durch­lau­fen, die sicher­stellt, dass der Test sensi­tiv genug ist, um eine hohe Infek­tio­si­tät wirklich festzu­stel­len. Dafür unter­sucht das PEI als unabhän­gige Instanz die Sensi­ti­vi­täts­an­ga­ben der Hersteller.

Falls Ihr Test sich nicht in der Liste findet, kann das mehrere Gründe haben:

  • Der Herstel­ler hat beim BfArM noch keine Angaben gemacht, auf welche Prote­in­re­gion der Test zielt.
  • Der Test zielt auf die falsche Stelle des Virus und erkennt Omikron nicht verlässlich.
  • Das PEI hat noch nicht geprüft, ob die Angaben des Herstel­lers zur Sensi­ti­vi­tät des Tests wirklich stimmen.
  • Der Test ist beim PEI durch­ge­fal­len, weil die Sensi­ti­vi­täts­an­ga­ben, die der Herstel­ler beim BfArM gemacht hat, falsch waren. Ein solcher Test wird dann beim BfArM auch nicht mehr gelistet.
  • Der Herstel­ler hat beim BfArM keinen Antrag auf Aufnahme des Tests in die Liste gestellt, daher taucht der Test auch nicht dort auf und wird auch nie vom PEI auf Tauglich­keit überprüft.
  • Der Test ist für den profes­sio­nel­len Gebrauch bestimmt, wird aber online auch an Laien verkauft. Er erscheint dann womög­lich in der Profi­liste des BfArM (für Testzen­tren, Pflege­heime) und ist deshalb außer­halb der Auswahl.

Schnell­tests: Was sie erken­nen und was nicht

Der eigent­li­che Sinn und die Stärke der Schnell­tests liegt darin, jene Menschen zu identi­fi­zie­ren, die gerade beson­ders infek­tiös sind und das Virus leicht an andere, womög­lich verletz­li­che Menschen weiter­ge­ben können.

Diese Schnell­tests erken­nen nicht jede Infek­tion, anders als ein PCR-Test. Aber sie erken­nen sehr fix und recht verläss­lich das kriti­sche Zeitfens­ter für die Übertra­gung des Virus. Deshalb: Schnell­tests sehr regel­mä­ßig, zwei- bis dreimal wöchent­lich oder bei hohen Inziden­zen in der Bevöl­ke­rung sogar täglich durch­füh­ren, wenn man andere Menschen in Innen­räu­men trifft.

Neben der Häufig­keit ist die Quali­tät des Abstrichs wichtig für die Aussa­ge­kraft und auch den Nutzen eines Tests. Hier gibt es im Hinblick auf die Omikron-Welle ein paar Beson­der­hei­ten im Umgang mit den Schnell­tests zu beachten.

  • Omikron vermehrt sich, vergli­chen mit seinen Virus­vor­gän­gern, zu einem frühe­ren Zeitpunkt stärker im Rachen als in der Nase. Wenn man den Abstrich daher zuerst im Rachen und mit dem gleichen Tupfer­stäb­chen tief in der Nase durch­führt, gewinnt man einen zeitli­chen Vorsprung: Der Test erkennt dann zu einem frühe­ren Zeitpunkt, ob man infek­tiös für andere ist oder nicht
  • Bei Geimpf­ten schlägt der Schnell­test zudem oft erst an, wenn die Betrof­fe­nen bereits Erkäl­tungs­sym­ptome verspü­ren. Das liegt daran, dass ihr gut gerüs­te­tes Immun­sys­tem bereits gegen das Virus kämpft, bevor der Erreger in der Lage ist, ausrei­chend hohe Virus­men­gen in den Schleim­häu­ten herzu­stel­len. Wer Erkäl­tungs­sym­ptome hat, sollte daher besser nicht mit anderen Menschen in geschlos­se­nen Räumen zusam­men­tref­fen, auch wenn sein Test noch negativ ist.

Quellen: Paul Ehrlich Insti­tut (PEI), Bundes­in­sti­tut für Arznei­mit­tel und Medizin­pro­dukte (BfArM)

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