Moti Abel bei einer Gruppenübung
Moti Abel bei einer Gruppen­übungBild: Walde­mar van Ohlen

Den Seminar­auf­takt gestal­tete der Berli­ner Psycho­the­ra­peut, Coach und Super­vi­sor Dr. Ralf Susen­beth. Er erläu­terte Kommu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gien im Umgang mit Vorge­setz­ten, Patien­ten und Bewoh­nern. Insbe­son­dere in Konflikt­si­tua­tio­nen bedarf es einer präzi­sen Abstim­mung zwischen Führen­den und Folgen­den. Eine funktio­nie­rende Kommu­ni­ka­tion setzt, so Susen­beth, die aufmerk­same Beobach­tung und Berück­sich­ti­gung der indivi­du­el­len Beson­der­hei­ten des jewei­li­gen Gesprächs­part­ners voraus. Die Super­vi­so­ren Brigitte Münzel und Prof. Dr. Marcus Siebolds (beide Köln) knüpf­ten an diese Vorlage an. „Zwischen den Stühlen stehen“ lautete ihr Thema. Sie beschäf­tig­ten sich unter anderem mit der Frage wie sich Leitungs­kräfte in parado­xen Situa­tio­nen positio­nie­ren können. Der Anspruch nach Wirtschaft­lich­keit und das Streben nach bestmög­li­cher Patien­ten­ver­sor­gung bergen für sie unauf­lös­bare Wider­sprü­che. Das nüchterne Fazit: Dem Einzel­nen gelingt es oft nicht dieses Dilemma aufzu­lö­sen. Im Tages­ab­lauf gaben sie ihren Zuhörern prakti­sche Anlei­tun­gen mit den syste­mi­schen Wider­sprüch­lich­kei­ten umzuge­hen, um die ärztli­chen und pflege­ri­schen Berufe bis zur Rente mit Kräften auszufüllen.

Prof. Dr. Wolfgang Heffels, Prorek­tor der Katho­li­schen Hochschule NRW, stellte den Teilneh­mern am nächs­ten Tag die Frage „Wieviel Ethik braucht eine Einrich­tung?“. Er klärte gemein­sam mit den Teilneh­mern die Grund­be­griffe „Ethik“, „Moral“ und „Sittlich­keit“, um den Kontext des verant­wort­li­chen Handelns für profes­sio­nelle Helfer zu skizzie­ren. In Anwen­dungs­übun­gen stellte er dann die Sicht­wei­sen der Profis mit denen der Patien­ten gegen­über und erläu­terte wie beides mitein­an­der vereint werden kann. „Alter ist nicht Krank­heit“ war das Eingangs­state­ment von Dr. Helmut Frohn­ho­fen, Direk­tor der Klinik für Geria­trie und Zentrum für Alters­me­di­zin (Essen). Entschei­dend sei vielmehr gesund und fit alt zu werden. Spiel, Tanz, Musik, Gesell­schaft und Gesel­lig­keit sind nach Frohn­ho­fen die Garan­ten hierfür.

Juris­ti­schen Feinschliff erhielt die Winter­aka­de­mie durch den erfah­re­nen Kölner Rechts­an­walt Hubert Klein. Sein Augen­merk galt der Fixie­rungs­the­ma­tik. Insbe­son­dere in den ambulan­ten Versor­gungs­be­rei­chen erkennt er juris­ti­schen Schulungs­be­darf in Sachen „Betreu­ungs­recht“ und „Freiheits­be­rau­bung“.

Beson­de­rer Gastre­fe­rent der diesjäh­ri­gen Winter­aka­de­mie war Moti Arbel (Tel Aviv). Der über die Grenzen Israels hinaus bekannte Deeska­la­ti­ons­ex­perte verdeut­lichte den Teilneh­me­rin­nen und Teilneh­mern in prakti­schen Übungen Techni­ken mit deren Hilfe – unter­halb der Schwelle der Gewalt – Wider­stände von reniten­ten Pflege­be­dürf­ti­gen aufge­löst werden können.

Beglei­tend zur Winter­aka­de­mie 2014 erstellte „Rechts­de­pe­sche on TV“ eine tägli­che Dokumen­ta­tion unter dem Titel „100 Sekun­den Sonne“. Die verschie­de­nen Episo­den, die zahlrei­che Eindrü­cke rund um die Winter­aka­de­mie zeigen sowie Inter­views mit den Referen­ten beinhal­ten, stehen auf dem verlags­ei­ge­nen YouTube-Kanal sowie auf Facebook bereit.

Schon jetz steht der Termin für die nächste Winter­aka­de­mie fest: Vom 24. bis 31. Januar 2015 wird die Winter­aka­de­mie wieder statt­fin­den – dann zum achten Mal. Eine gute Nachricht vorweg: Für Frühbu­cher kann der diesjäh­rige Preis gehal­ten werden (siehe hierzu: www.winterakademie.de). Hinweis: Die Plätze sind kontingentiert.

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