Gut fünf Mona­te sind seit der Bun­des­tags­wahl 2017 ver­gan­gen, bis sich eine Regie­rung nach lan­gen und nächt­li­chen Ver­hand­lun­gen gebil­det hat. Nun steht es fest: Deutsch­land wird künf­tig von der „“ aus Uni­on und SPD regiert. Eini­ge der Akteu­re des Gesund­heits­we­sens zöger­ten nicht lan­ge und gaben ers­te Reak­tio­nen zur neu­en Regie­rung ab.

Erwartungen an den neune Gesundheitsminister

Der Deut­sche Pfle­gerat e.V. (DPR) und der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK) gra­tur­lier­ten zur neu­en Regie­rung und beglück­wünsch­ten den neu­en Gesund­heits­mi­nis­ter, Jens Spahn. Zugleich mach­ten sie aber klar, was von ihm und der neu­en Regie­rung erwar­tet wer­de. „Es war­ten gro­ße Auf­ga­ben im Bereich der auf die neue Bun­des­re­gie­rung. Die nächs­ten Jah­re wer­den dar­über ent­schei­den, ob wir die Kri­se in der bewäl­ti­gen und den pfle­ge­ri­schen Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft begeg­nen kön­nen“, erklär­te Franz Wag­ner, Prä­si­dent des . Daher benö­ti­ge es eine struk­tu­rier­te Pla­nung und einen „Mas­ter­plan“ für die kom­men­den zehn Jah­re, um Reform­vor­schlä­ge umset­zen zu kön­nen und eine spür­ba­re Ver­bes­se­rung der Arbeits­si­tua­ti­on der beruf­lich Pfle­gen­den her­bei­zu­füh­ren. Die Ansät­ze im Koali­ti­ons­ver­trag sei­en gut, aber noch nicht aus­rei­chend. Für die künf­ti­gen Reform­vor­ha­ben sag­te der sei­ne Unter­stüt­zung zu: „Wir ste­hen bereit, uns kon­struk­tiv in die Dis­kus­sio­nen ein­zu­brin­gen und die Reform­vor­ha­ben im Pfle­ge- und Gesund­heits­be­reich mit­zu­ge­stal­ten und vor­an­zu­trei­ben“, so Wag­ner.

Die muss höchste Priorität haben

Auch der beton­te die Hand­lungs­dring­lich­keit in der Pfle­ge: „Wir brau­chen und for­dern wirk­sa­me Ver­bes­se­run­gen, zuerst und vor allem in der Pfle­ge­per­so­nal­be­mes­sung. Ein ‚Wei­ter so‘ mit dem Hin­weis, der Bewer­ber­markt sei leer­ge­fegt, kann auf kei­nen Fall gel­ten. Und recht­fer­tigt weder fort­dau­ern­des Nichts­tun noch kon­ti­nu­ier­li­che Aus­beu­tung der ver­blie­be­nen Pfle­ge­fach­per­so­nen“, so -Prä­si­den­tin Prof. Chris­tel Bien­stein.

Die Lis­te der vom auf­ge­zähl­ten Defi­zi­te im Pfle­ge­sek­tor ist nicht zu kurz: Eine sin­ken­de Fach­kraft­quo­te, erschöpf­te und aus­ge­brann­te Pfle­ge­fach­per­so­nen, begrün­de­te Ängs­te der Bevöl­ke­rung vor Kran­ken­haus­auf­ent­hal­ten und Pfle­ge­be­dürf­tig­keit, weil sich die Ver­sor­gungs­män­gel längst her­um­ge­spro­chen haben, aus­blei­ben­der Berufs­nach­wuchs und eine Viel­zahl von Aus­bil­dungs­ab­bre­chern.

Der DBfK beton­te, dass dem end­lich ent­ge­gen gewirkt wer­den müs­se. Dies sei nur mög­lich, wenn die Berufs­flucht gestoppt und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen durch­ge­setzt wer­den. Es brau­che inno­va­ti­ve Kon­zep­te sowie strik­te Vor­ga­ben der Poli­tik und vor allem eine finan­zi­el­le Inves­ti­ti­on in die Pfle­ge. „Deutsch­land steckt tief im Pfle­ge­not­stand“, heißt es wei­ter. Sowohl der als auch der DBfK beton­ten, dass die Pfle­ge nun höchs­te Prio­ri­tät für die kom­men­de Gesund­heits­po­li­tik haben muss.

-Spitzenverband zur neuen Regierung

Auch Doris Pfeif­fer, Vor­stands­vor­sit­zen­de vom GKV-Spit­zen­ver­band, äußert sich zur neu­en Regie­rung und blickt posi­tiv auf die zukünf­ti­ge Zusam­men­ar­beit mit Jens Spahn: „Umfas­sen­de gesund­heits­po­li­ti­sche Fach­kom­pe­tenz, Gestal­tungs­wil­le und poli­ti­sche Durch­set­zungs­fä­hig­keit zeich­nen den künf­ti­gen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn aus. Von der Pfle­ge über die Not­fall­ver­sor­gung bis hin zu der Her­aus­for­de­rung, die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung aktiv zu nut­zen, erwar­tet ihn eine Fül­le von Auf­ga­ben. Wir freu­en uns auf die Zusam­men­ar­beit.“