Anzeige
PWG-Seminare
häusliche pflege
Tipps für die häusli­che Pflege Angehö­ri­gerBild: © Tommy­an­done | Dreamstime.com

Häusli­che Pflege im Brenn­punkt: Angehö­ri­gen kommt oft eine zentrale Rolle bei der häusli­chen Pflege zu. Denn von den hierzu­lande über vier Millio­nen offizi­ell als pflege­be­dürf­tig gelten­den Menschen werden die meisten zu Hause durch eine oder mehrere naheste­hende Perso­nen gepflegt. Und das manch­mal rund um die Uhr.

Angehö­rige helfen unter anderem bei der Medika­men­ten­ver­sor­gung, der Körper­pflege, beim Essen, der Mobili­tät oder beim Einkau­fen. Pflegende Angehö­rige – insbe­son­dere, wenn sie sich um einen Menschen mit Demenz kümmern – gelten im Durch­schnitt als physisch und vor allem psychisch stärker belas­tet als Menschen ohne eine solche Aufgabe.

Belas­tun­gen führen zu Beschwerden

Nicht selten geht ein Mangel an Schlaf, an freier Zeit oder an sozia­len Kontak­ten mit der Pflege­auf­gabe einher. Die Belas­tun­gen können zu körper­li­chen Beschwer­den, wie Kopf- oder Rücken­schmer­zen führen. Und sie können Frustra­tion, Nieder­ge­schla­gen­heit und Einsam­keits­ge­fühle verur­sa­chen sowie Depres­sio­nen begüns­ti­gen. Weil also gerade bei länger andau­ern­der, umfang­rei­cher Pflege die Gesund­heit von pflegen­den Angehö­ri­gen gefähr­det werden kann, sind vorbeu­gende Maßnah­men wichtig. Dazu hat das Zentrum für Quali­tät in der Pflege (ZQP) Wissen und praxis­re­le­vante Tipps auf seinem Präven­ti­ons­por­tal zusammengestellt.

Was zur Entlas­tung pflegen­der Angehö­ri­ger im Einzel­fall beiträgt, ist von mehre­ren Fakto­ren abhän­gig. Dazu gehören unter anderem der Pflege­grad der pflege­be­dürf­ti­gen Person sowie die Lebens­lage, die Bedürf­nisse und die Resili­enz der pflegen­den Person. „Zwar kommen viele Angehö­rige mit der Pflege­si­tua­tion gut zurecht, gleich­zei­tig ist die Pflege­auf­gabe in verschie­de­ner Weise fordernd und kann bis zur völli­gen Erschöp­fung führen. Damit es nicht so weit kommt, ist es wichtig, eigene Belas­tungs­gren­zen zu kennen und die persön­li­chen Be- und Entlas­tungs­fak­to­ren so gut wie möglich auszu­ta­rie­ren“, erklärt Daniela Sulmann, Pflege­ex­per­tin und Geschäfts­lei­te­rin im ZQP.

Häusli­che Pflege: Ansatz­punkte für Entlastung

Dabei gibt es verschie­dene Ansatz­punkte für Entlas­tung. Die Pflege­ver­si­che­rung sieht eine Reihe von Leistun­gen vor, die unter anderem die Pflege erleich­tern sollen. Dazu gehören Hilfs­mit­tel wie Pflege­bett und Dusch­ho­cker, Wohnum­feld verbes­sernde Maßnah­men, Tages­pflege, Kurzzeit- und Verhin­de­rungs­pflege sowie profes­sio­nelle Unter­stüt­zung durch Pflegedienste.

Zudem haben Pflege­be­dürf­tige ab Pflege­grad 1 Anspruch auf den sogenann­ten Entlas­tungs­be­trag für Alltags­hil­fen. Außer­dem kann ein Pflege­kurs körper­lich und psychisch entlas­tend für die häusli­che Pflege wirken. Die Kosten eines solchen Kurses für Pflege­per­so­nen übernimmt ebenfalls die Pflege­ver­si­che­rung. Zum Beispiel werden dort Pflege­tech­ni­ken vermit­telt, um den Rücken zu schonen. Oder man kann lernen, entspann­ter mit dem demenz­kran­ken Angehö­ri­gen umzuge­hen. Emotio­nal entlas­tend kann auch der Austausch mit anderen in einer Angehö­ri­gen­gruppe für häusli­che Pflege sein.

„Ein wichti­ger Ansatz­punkt zur Entlas­tung ist Beratung zur Pflege. Um heraus­zu­fin­den, welche Entlas­tungs­an­ge­bote im eigenen Fall nützlich wären und wie man an diese gelangt, sollten sich pflegende Angehö­rige frühzei­tig beraten lassen“ rät Daniela Sulmann. Dies kann kosten­los über die gesetz­lich geregelte Pflege­be­ra­tung beispiels­weise in einem Pflege­stütz­punkt erfol­gen. Adres­sen dazu erhält man im Inter­net zum Beispiel über die unabhän­gige Beratungs­da­ten­bank des ZQP oder bei der Pflege­kasse bezie­hungs­weise der priva­ten Pflegeversicherung.

Regel­mä­ßige ärztli­che Untersuchungen

Außer­dem sollten pflegende Angehö­rige sich regel­mä­ßig ärztlich unter­su­chen lassen, spätes­tens wenn Anzei­chen für Überlas­tung bestehen. Der Hausarzt kann auch zu psycho­lo­gi­schen und psycho­the­ra­peu­ti­schen Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten oder Rehabi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men beraten.

„Pflegende Angehö­rige sollten so gut wie möglich für sich selbst sorgen“, erklärt Sulmann. „Für die Gesund­heit ist es förder­lich einen Ausgleich zu haben, eigenen Inter­es­sen nachzu­ge­hen und sich regel­mä­ßig zu bewegen.“ Ob im Freund­kreis, im Verein oder beim Theater­be­such – wer gerne unter Leute geht, sollte diesen Ausgleich durch Pflege nicht verlie­ren. Auch körper­li­che Aktivi­tä­ten wie Spazie­ren­ge­hen, Radfah­ren, Schwim­men oder die Teilnahme an Sport­kur­sen sind geeig­net, Stress abzubauen und den Körper zu stärken.

Weitere Tipps für die häusli­che Pflege bietet das ZQP auf seinem frei zugäng­li­chen und werbe­freien Inter­net­por­tal www.pflege-praevention.de. Dort finden sich auch Infor­ma­tio­nen zur Vorbeu­gung von Gesund­heits­pro­ble­men bei Pflegebedürftigen.