Sachverhalt

Bei der Klä­ge­rin han­delt es sich um eine Frau aus dem Müns­ter­land, die im Jahr 2006 eine hete­ro­lo­gi­sche Inse­mi­na­ti­on in einer Gemein­schafts­pra­xis in Müns­ter hat durch­füh­ren las­sen. Sie bekam im dar­auf fol­gen­den Jahr das Kind, das von ihrer Lebens­part­ne­rin als gemein­schaft­li­ches Kind ange­nom­men wur­de. Die künst­li­che Befruch­tung erfolg­te mit Samen eines unbe­kann­ten Spen­ders.

Da sich die Klä­ge­rin ein wei­te­res Kind wünsch­te, wen­de­te sie sich erneut an die Gemein­schafts­pra­xis. Sie woll­te, dass die zwei­te hete­ro­lo­gi­sche Inse­mi­na­ti­on mit dem Sper­ma des glei­chen Spen­ders durch­ge­führt wird, um zwei Voll­ge­schwis­ter als Kin­der haben zu kön­nen. Auf­grund unter­schied­li­cher Blut­grup­pen ihrer Kin­der, erkun­dig­te sie sich 2010 in der Pra­xis nach dem Vater ihrer Kin­der und muss­te 2011 erfah­ren, dass sie nicht von dem glei­chen Samen­spen­der stam­men.

Anzei­ge
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Sie leg­te Kla­ge gegen die Gemein­schafts­pra­xis ein und ver­lang­te Scha­dens­er­satz. Ihr zufol­ge hat die Infor­ma­ti­on, dass ihre Kin­der von ver­schie­de­nen Vätern abstam­men, depres­si­ve Epi­so­den, Schuld­ge­füh­le und kör­per­lich-psy­chi­sche Belas­tun­gen her­vor­ge­ru­fen. Dadurch hat sie psy­cho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung in Anspruch neh­men müs­sen. Die Beklag­te ent­geg­ne­te, dass ihr gesund­heit­li­cher Zustand ande­re Grün­de habe, wie bei­spiels­wei­se die Tren­nung von ihrer Lebens­ge­fähr­tin.

Entscheidung

Bereits das Land­ge­richt Müns­ter hat­te ent­schie­den, dass die gesund­heit­li­chen Pro­ble­me der Klä­ge­rin durch­aus auf den Umstand zurück­zu­füh­ren ist, dass ihre bei­den Kin­der nicht von dem­sel­ben Vater stam­men. Das Land­ge­richt stütz­te sich dabei unter ande­rem auf Aus­wer­tun­gen der Psy­cho­the­ra­peu­tin, die die Klä­ge­rin behan­del­te. Daher wur­de der Klä­ge­rin ein Schmer­zens­geld von 7.500 Euro zuge­spro­chen. Es folg­te ein Beru­fungs­ver­fah­ren vor dem Ober­lan­des­ge­richt Hamm, wel­ches im Urteil vom 19.2.2018 die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung bestä­tigt hat (Az.: 3 U 66/16), sodass die beklag­te Gemein­schafts­pra­xis zur Zah­lung des Schmer­zens­gel­des in vol­ler Höhe ver­pflich­tet ist.