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In die­sem Videobei­trag räu­men Rechts­an­walt Prof. Dr. Vol­ker Groß­kopf und die Pfle­ge­fach­kraft Mar­ti­na Lacher mit Mythen auf, die sich um die Schmerz­the­ra­pie bei Pati­en­ten ran­ken.

Und zwar hat Mar­ti­na Lacher, ent­ge­gen der Annah­me, dass Schmerz­me­di­ka­men­te wie bei­spiels­wei­se Mor­phi­ne zu einer Atem­de­pres­si­on bei den Pati­en­ten und somit zu einer Lebens­ver­kür­zung füh­ren kön­nen, wich­ti­ge Ein­wän­de her­vor­ge­bracht, die sie aus dem Buch „Schmerz Los Wer­den“ von Prof. Dr. med. Sven Gott­schling ent­nom­men hat:

  • Zunächst ein­mal muss zwi­schen Atem­de­pres­si­on und Atem­not unter­schie­den wer­den.
  • Ist ein Pati­ent hoch­do­siert mit Mor­phin ein­ge­stellt, ist sei­ne Angst zu ersti­cken, erheb­lich redu­ziert und des­halb atmet er in der Regel ruhi­ger. Hier­bei han­delt es sich aber kei­nes­wegs, wie häu­fig ange­nom­men, um Atem­not.
  • Viel­mehr bedeu­tet eine zu gerin­ge bzw. fal­sche Medi­ka­men­ten­ein­stel­lung eine so enor­me Stress­si­tua­ti­on und Belas­tung für den unter stärks­ten Schmer­zen lei­den­den Pati­en­ten, dass sei­ne Lebens­qua­li­tät deut­lich ver­min­dert und sei­ne Lebens­dau­er sogar ver­kürzt wer­den kann. Eine rich­ti­ge Medi­ka­men­ten­ein­stel­lung in der Schmerz­the­ra­pie kann sich also lebens­ver­län­gernd aus­wir­ken und nicht lebens­ver­kür­zend, wie es häu­fig auf­grund der oft ver­meint­li­chen Atem­not durch den Ein­satz von Mor­phi­nen ver­mu­tet wird.

Nicht adäquate Schmerztherapie als Körperverletzung

Eine Pati­en­ten­ver­fü­gung soll­te außer­dem unbe­dingt den Hin­weis ent­hal­ten, dass eine Schmerz­the­ra­pie nach dem aner­kann­ten Stand der medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft und For­schung ver­langt wird, rät Prof. Groß­kopf ein­dring­lich – ins­be­son­de­re natür­lich vor dem Hin­ter­grund, dass eine adäqua­te Schmerz­the­ra­pie sogar zu einer Lebens­ver­län­ge­rung füh­ren kann. „Sie haben einen Anspruch dar­auf, schmerz­frei, soweit das mög­lich ist, gehal­ten zu wer­den“, erklärt Prof. Groß­kopf. Fer­ner ist die­ses Recht auf eine adäqua­te Schmerz­the­ra­pie auch grund­recht­lich gemäß Art. 2 Abs. 2. Satz 1 GG (Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit) ver­brieft . Wird kei­ne adäqua­te Schmerz­the­ra­pie beim Pati­en­ten durch­ge­führt, han­delt es sich um Kör­per­ver­let­zung durch Unter­las­sen gemäß § 13 i.V.m. § 223 StGB.