Erst Ende des Jah­res 2017 hat der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) einen Beschluss für neue Rege­lun­gen im Rah­men der Häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge gefasst. Die Häus­li­che Kran­ken­pfle­ge-Richt­li­nie (HKP-RL) ent­hält einen Maß­nah­men­ka­ta­log mit Leis­tun­gen, die ärzt­lich ver­ord­net und erbracht wer­den kön­nen und von der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men wer­den. Der bestimmt die Dau­er der Leis­tun­gen und die Geneh­mi­gung durch die Kran­ken­kas­sen.

Im Rah­men der Neu­re­ge­lun­gen des sind bestimm­te Leis­tun­gen der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie vor­ge­se­hen, die künf­tig zulas­ten der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen gehen sol­len sowie eine Aus­wei­tung der HKP-RL um den gesetz­li­chen Anspruch auf Unter­stüt­zungs­pfle­ge. Es hat kei­ne Bean­stan­dun­gen sei­tens des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums gege­ben und der Beschluss wur­de im Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­licht, sodass die Neu­re­ge­lung seit dem 05. April 2018 in Kraft getre­ten ist.

Was beinhaltet der Beschluss?

 

Leistungen bei

  • Durch die Neu­re­ge­lun­gen kann künf­tig bereits ab der Kom­pres­si­ons­klas­se I die Hil­fe beim An- und Aus­zie­hen von ärzt­lich ver­ord­ne­ten Kom­pres­si­ons­strümp­fen- oder strumpf­ho­sen in Anspruch genom­men wer­den. Dies gilt auch, wenn kein Bedarf an Grund­pfle­ge besteht – zuvor war der grund­pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gungs­be­darf oder eine höhe­rer Kom­pres­si­ons­klas­se Vor­aus­set­zung dafür, dass die Leis­tung von der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men wird.
  • Die Hil­fe beim An- und Aus­zie­hen nicht ärzt­lich ver­ord­ne­ter Stütz- oder Anti­throm­bo­se­strümp­fe bleibt hin­ge­gen eine Maß­nah­me, die einen grund­pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gungs­be­darf vor­aus­setzt.
  • Prof. Josef Hecken, unpar­tei­ischer Vor­sit­zen­der des G‑BA erklär­te dazu: „Mit der Ände­rung der Richt­li­nie zur häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge kön­nen zukünf­tig auch Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ver­sorgt wer­den, die nur eine nied­rig­klas­si­ge benö­ti­gen, aber nicht in der Lage sind, die ärzt­lich ver­ord­ne­ten Kom­pres­si­ons­strümp­fe oder ‑strumpf­ho­sen selb­stän­dig an- und aus­zu­zie­hen.“

Anspruch auf Unterstützungspflege

  • Dar­über hin­aus wur­de der gesetz­li­che Anspruch auf die soge­nann­te Unter­stüt­zungs­pfle­ge in die HKP-RL auf­ge­nom­men. Nun kön­nen Leis­tun­gen der Grund­pfle­ge und der haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung ver­ord­net wer­den, wenn eine schwe­re Krank­heit oder eine aku­te Ver­schlim­me­rung der Krank­heit vor­liegt. Auch wenn kei­ne medi­zi­ni­sche Behand­lungs­pfle­ge ange­zeigt ist, ist der Anspruch gege­ben und gilt bei­spiels­wei­se nach einer ambu­lan­ten Ope­ra­ti­on oder Kran­ken­haus­be­hand­lung sowie nach einem Kran­ken­haus­auf­ent­halt.