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Isolation
Bundes­mi­nis­ter für Gesund­heit, Karl Lauter­bach (SPD)Bild: BMG/Thomas Ecke

Die zum 1. Mai 2022 geplante freiwil­lige Isola­tion von Corona­in­fi­zier­ten soll es nun doch nicht geben. Das kündigte Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lauter­bach (SPD) am späten Diens­tag­abend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ an.

„Diesen Punkt, dass die Infizier­ten, dass die sich selbst isolie­ren, und nicht mehr durch das Gesund­heits­amt aufge­for­dert werden, den werde ich wieder einkas­sie­ren.“ Das wolle er schon am Mittwoch offizi­ell machen, sagte Lauter­bach. Bleiben solle aber eine verkürzte Isola­tion von fünf Tagen.

Isola­tion: Nur noch freiwillig

Nach Beratun­gen der Gesund­heits­mi­nis­ter von Bund und Ländern hatte Lauter­bach zu Beginn der Woche erklärt, dass Corona­in­fi­zierte und Kontakt­per­so­nen ab dem 1. Mai in der Regel nur noch freiwil­lig und für kürzere Zeit in Isolie­rung oder Quaran­täne müssen. Infizier­ten sollte demnach nur noch „dringend empfoh­len“ werden, sich für fünf Tage zu isolie­ren und Kontakte zu meiden. Für Kontakt­per­so­nen von Infizier­ten sollte das entspre­chend gelten. Eine Anord­nung des Gesund­heits­amts sollte wegfal­len. Die geplante Abschaf­fung der Isola­ti­ons­pflicht wurde von Exper­ten kriti­siert.

Lauter­bach: „Signal zu negativ“

Im ZDF sagte Lauter­bach nun, das wäre zur Entlas­tung der Gesund­heits­äm­ter auch sinnvoll gewesen. Das Signal aber, dass ein Infizier­ter selbst über eine Isola­tion entscheide, sei „so negativ, so verhee­rend“, dass es an diesem Punkt eine Verän­de­rung geben müsse. Der „symbo­li­sche Schaden“, Corona sei nicht gefähr­lich, sei so verhee­rend, dass man diese Isola­ti­ons­ord­nung so nicht machen könne.

„Es bleibt dann dabei, wenn jemand krank ist, sich also infiziert hat, dann ordnet das Gesund­heits­amt weiter an. Und wenn jemand nur Kontakt­per­son ist, und es ist Quaran­täne, dann macht man es selbst“, erklärte der Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter. Für die Quaran­täne brauche man die Gesund­heits­äm­ter nicht, so Lauter­bach weiter.

Für sein Rückzugs­ma­nö­ver wurde Lauter­bach von der Union scharf kriti­siert. Der CDU-Vorsit­zende Fried­rich Merz sagte im Deutsch­land­funk, am Kurswech­sel Lauter­bachs sehe man, wie „kurzat­mig“ derzeit regiert werde. Beschlüsse hätten nicht einmal 48 Stunden Geltung.

Quellen: ZDF, Deutschlandfunk