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„da Vinci Xi“-OP-System.
Der 84-jährige Roland Kraut freut sich gemeinsam mit seinem Operateur Prof. Jürgen Weitz (rechts) über die gelungene Premiere des „da Vinci Xi“-OP-Systems.Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer

Die Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden kann nun mit dem neusten Modell des „da Vinci Xi“–Robotersystems minimal-invasive Operationen vornehmen. Während zuvor nur 50 roboterassistierte Operationen jährlich durchgeführt werden konnten, sind es nun 200. Wurden anfangs vor allem Darm-OPs mit dem System vorgenommen, kamen später minimal-invasive Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse und der Speiseröhre hinzu. Aktuell erweitert die VTG-Klinik ihr Portfolio an „da Vinci“-Eingriffen um Magen-OPs.

Das High-Tech-Gerät wird immer dann eingesetzt, wenn es bei der Operation komplexer Krankheitsbefunde auf höchste Präzision ankommt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Tumorchirurgie. Um die Vorteile der Technologie und neue Einsatzmöglichkeiten wissenschaftlich umfassend zu begleiten, hat sich das Dresdner Klinikum mit den Unikliniken in Berlin, Heidelberg, Hamburg und Kiel zusammengeschlossen.

Ein OP-System mit hoher Bildqualität

„Mit dem ‚da Vinci Xi‘ verfügen wir dabei über ein Flaggschiff, das unseren Bauchchirurgen neue Spielräume eröffnet, Patienten mit besonders komplexen Tumoren optimal behandeln zu können“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Die neueste Generation des OP-Systems sorgt für eine bestmögliche 3D-Bildqualität mit hoher Auflösung. Der Blick auf das Operationsfeld lässt sich um den Faktor zehn vergrößern und sorgt so für sehr gute Sicht. „Die hohe Bildqualität unseres neuen ‚da Vinci‘ ermöglicht es uns, während der Operation feinste Strukturen wie Nerven und Blutgefäße hochpräzise zu erkennen. Damit ist das Gerät der herkömmlichen Laparoskopie deutlich überlegen. Wenn wir bei Krebs-OPs bis zu 30 Lymphknoten entfernen müssen, von denen viele an hochsensiblen Stellen liegen, können wir mit dem ‚da Vinci‘-System das Beste für den Patienten erreichen“, sagt Prof. Jürgen Weitz.

High-Tech für hochpräzise und schonende Operationen

Bei der so genannten Schlüsselloch-Chirurgie werden die Instrumente des Operateurs über Hülsen in den Körper eingeführt: Ein entscheidender Vorteil dabei ist, dass damit der große Schnitt entfällt, mit dem sich der Chirurg bei der einer offenen Operation die Bauchdecke oder den Brustkorb öffnen muss, um an die Organe zu gelangen. Bei der minimal-invasiven Chirurgie reichen stattdessen maximal fünf kleine Schnitte. Während bei einer herkömmlichen Schlüsselloch-OP der Chirurg die Instrumente direkt mit den Händen bewegt, assistiert das „da Vinci“-System ihm, indem es ihm das direkte Halten und Bewegen der Instrumente abnimmt.

Der Chirurg sitzt stattdessen an einer Konsole und steuert die Instrumente über zwei joystickartige Griffe. Die Roboterassistenz unterstützt den Operateur dabei mit einem komplexen elektronischen System, das beispielsweise aus einer Fünf-Zentimeter-Handbewegung des Chirurgen einen zehn Millimeter langen, direkt ausgeführten Schnitt macht. Bei der Operation mit dem OP-System sitzt der Chirurg an einer separat vom Operationstisch stehenden Steuerkonsole. Über zwei Bedienelemente für die Finger führt er die Instrumente, die sich an speziellen Roboterarmen befinden. Über ein dreidimensionales HD-Videobild sieht der Arzt das Operations¬gebiet zehnfach vergrößert.