Pflegekammer in Schleswig-Holstein
ist bei der Errich­tung der einen Schritt wei­ter.Mar­co Di Bel­la mit Mate­ri­al von Ultraone/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

„Mit der Errich­tung einer Kam­mer wer­den die Berufs­an­ge­hö­ri­gen erst­mals die Mög­lich­keit erhal­ten, in der Pfle­ge koor­di­niert mit­zu­be­stim­men, mit­zu­ge­stal­ten und ihr wert­vol­les Fach­wis­sen gezielt ein­zu­brin­gen,“ beton­te Lan­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Kris­tin Alheit in einer ers­ten Stel­lung­nah­me. Denn bis­lang, so Alheit, feh­le es an einer man­da­tier­ten Ver­tre­tung der Pfle­ge­be­ru­fe, die gebün­delt die Berufs­in­ter­es­sen aller Pfle­gen­den zur Ver­bes­se­rung der Gesamt­si­tua­ti­on in der Pfle­ge ein­brin­gen kann.

Auch Franz Wag­ner, Bun­des­ge­schäfts­füh­rer des DBfK – dem größ­ten deut­schen Berufs­ver­band in der Pfle­ge – sowie Vize-Prä­si­dent des Deut­schen Pfle­gera­tes, begrüß­te die Ent­schei­dung, den Gesetz­ent­wurf in das Kabi­nett ein­zu­brin­ge. Wag­ner sieht dar­in ein wich­ti­ges Signal auch für die zahl­rei­chen Bemü­hun­gen um Ein­rich­tung von Pfle­ge­kam­mern in den übri­gen Bun­des­län­dern.

Anzei­ge
PWG-Seminare

Aufgaben der

Vor­ge­se­hen ist, dass die neue Pfle­ge­kam­mer berufs­stän­di­sche Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on in der Rechts­form der Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts geführt und mit fol­gen­den hoheit­li­chen Auf­ga­ben betraut wird:

  • Wahr­neh­mung einer unab­hän­gi­gen Inter­es­sen­ver­tre­tung, in wel­cher die Berufs­an­ge­hö­ri­gen selbst mit­ent­schei­den kön­nen, wel­che Ent­wick­lung die Pfle­ge in der Zukunft neh­men wird,
  • Rege­lung und Durch­füh­rung von Wei­ter­bil­dun­gen,
  • För­de­rung der beruf­li­chen Fort­bil­dung und der Qua­li­täts­si­che­rung,
  • Rege­lung und Über­wa­chung der Berufs­pflich­ten der Kam­mer­mit­glie­der,
  • Unter­stüt­zung und Bera­tung von Kam­mer­mit­glie­dern bei ihrer Berufs­aus­übung,
  • man­da­tier­te Stel­lung­nah­me zu Gesetz- und Ver­ord­nungs­ent­wür­fen,
  • Unter­brei­tung von man­da­tier­ten Vor­schlä­gen für alle den Berufs­stand und die Berufs­aus­übung betref­fen­den Fra­gen sowie
  • Erhe­bung einer Pfle­ge­be­ru­fe­sta­tis­tik zur Abbil­dung der lan­des­wei­ten Beschäf­ti­gungs­si­tua­ti­on, aus der sich die Mög­lich­keit eröff­net, För­der­maß­nah­men an regio­na­len Bedar­fen des Lan­des aus­zu­rich­ten.

Nicht zu den Auf­ga­ben der Pfle­ge­kam­mer wird hin­ge­gen die Aus­hand­lung von Tari­fen oder Gebüh­ren pfle­ge­ri­scher Leis­tun­gen zäh­len. Dies bleibt wei­ter­hin den Gewerk­schaf­ten, Arbeit­ge­bern oder Kos­ten­trä­gern vor­be­hal­ten. Auch die Fest­le­gung des Aus­bil­dungs­rah­mens erfolgt wie bis­lang durch den Bun­des­ge­setz­ge­ber.

Die nächsten Schritte

Nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes soll das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um einen Errich­tungs­aus­schuss benen­nen, der inner­halb von 30 Mona­ten die Wahl zur ers­ten Kam­mer­ver­samm­lung vor­be­rei­ten und durch­füh­ren soll. Zu den Vor­be­rei­tun­gen gehört auch die Regis­trie­rung der in täti­gen Alten­pfle­ger, Gesund­heits- und Kin­der­kran­ken­pfle­ger sowie Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ger. Nach Schät­zun­gen des Minis­te­ri­ums wird von rund 25.000 Kam­mer­mit­glie­dern aus­ge­gan­gen. Dar­über hin­aus kön­nen nicht (mehr) täti­ge Berufs­an­ge­hö­ri­ge, Beschäf­tig­te der Alten- oder Kran­ken­pfle­ge­hil­fe sowie Aus­zu­bil­den­de kön­nen frei­wil­li­ge Mit­glie­der der Kam­mer wer­den.