Pflegeberufsgesetz - die erste Lesung ist erfolgt
Die Debat­te um das Pfle­ge­rufs­ge­setz hat jetzt auch den Bun­des­tag erreicht.Cylvester/Pixabay.com [CC0 1.0]

Ein­ge­führt wer­den soll die soge­nann­te , d.h. die Zusam­men­le­gung von Kin­der­kran­ken­pfle­ge, Kran­ken­pfle­ge und Alten­pfle­ge zu einem ein­heit­li­chen Aus­bil­dungs­gang. Nach der heu­ti­gen ers­ten Lesung wird der Gesetz­ent­wurf erst ein­mal in den Gesund­heits­aus­schuss über­wie­sen.

Der ein­heit­li­che Aus­bil­dungs­gang soll geschaf­fen wer­den, weil sich die Inhal­te der bis­her ver­schie­de­nen Aus­bil­dun­gen zuneh­mend über­schnei­den – argu­men­tie­ren die Befür­wor­ter. So wer­den in der Kran­ken­pfle­ge im Kran­ken­haus mitt­ler­wei­le vie­le alten­pfle­ge­ri­sche Tätig­kei­ten ver­langt und umge­kehrt in der Alten­pfle­ge vie­le kran­ken­pfle­ge­ri­sche Tätig­kei­ten. Die Kri­ti­ker hal­ten dage­gen, dass in einer zuneh­mend spe­zia­li­sier­ten Gesell­schaft auch deut­lich spe­zia­li­sier­te­re Aus­bil­dun­gen gebraucht wer­den wür­den.

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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) sprach sich in der Debat­te dafür aus, die jetzt gemein­sam anzu­ge­hen. Jüngst wur­den von sei­nem Minis­te­ri­um auch Eck­punk­te einer neu­en Aus­bil­dungs­ver­ord­nung vor­ge­legt. Grö­he erin­ner­te dar­an, dass sich auch die pri­va­ten Anbie­ter um den bpa im Jahr 2009 für die Gene­ra­lis­tik aus­ge­spro­chen haben. Er erläu­ter­te, dass auch Haupt­schü­ler den Weg der gene­ra­lis­ti­schen Aus­bil­dung gehen könn­ten. Die Aus­bil­dungs­in­hal­te wür­den im Übri­gen davon bestimmt, was mor­gen in der Pra­xis rele­vant wer­de. Eine voll­stän­di­ge Aka­de­mi­sie­rung des Pfle­ge­be­rufs, wie von eini­gen gefor­dert, erteil­te Grö­he hin­ge­gen eine Absa­ge.

Lauterbach: „Viel Geld in Pflege investiert“

Die Abge­ord­ne­te Eli­sa­beth Schar­fen­berg (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) zählt zu den jüngs­ten und schärfs­ten Kri­ti­ke­rin­nen des Geset­zes­vor­ha­bens. Sie ver­wies dar­auf, dass bei dem Geset­zes­vor­la­gen mit aller­lei unbe­leg­ten Behaup­tun­gen gear­bei­tet wer­de und die Gene­ra­lis­tik so zur eier­le­gen­den Woll­milch­sau sti­li­siert wer­de. In drei Jah­ren lern­ten die Aus­zu­bil­den­den von allem ein biss­chen, die rich­ti­ge Spe­zia­li­sie­rung müss­ten sie dann spä­ter im Beruf selbst bezah­len. Es fehlt an Spe­zi­al­wis­sen, Bil­dungs­lü­cken ent­stün­den. Weil die Bun­des­re­gie­rung die wirk­li­chen Pro­ble­me aus­blen­de und auch wei­te­re wie die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit oder die Finanz­ho­heit der Län­der ver­nach­läs­si­ge, habe sie jetzt ein Mora­to­ri­um ange­scho­ben – so Schar­fen­berg.

Der Abge­ord­ne­te der Links­par­tei, Harald Wein­berg, wies in sei­nem State­ment unter ande­rem dar­auf hin, dass den Aus­zu­bil­den­den kei­ne Mit­be­stim­mung zustün­de. Der Gesund­heits­ex­per­te der SPD-Frak­ti­on, Karl Lau­ter­bach, beton­te, die Bun­des­re­gie­rung habe viel gemacht in den letz­ten Jah­ren für die Pfle­ge­be­ru­fe, d.h. viel Geld inves­tiert. Er plä­dier­te dafür, dass die Ver­tie­fung in ein Spe­zi­al­ge­biet – wie in der gene­ra­lis­ti­schen vor­ge­se­hen – viel frü­her erfol­gen soll­te.