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Unfall auf dem Weg zur Arbeit - wer übernimmt Schadensersatz?
Unfall auf dem Weg zur Arbeit – wer über­nimmt Scha­dens­er­satz?© Ani­ma­f­lo­ra | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Den gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rer trifft gemäß § 1 Nr. 2 SGB VII die Zustän­dig­keit für die Ent­schä­di­gung in Geld nach dem Ein­tritt eines Arbeits­un­fal­les. Nach § 8 Absatz 1 Satz 1 SGB VII sind Arbeits­un­fäl­le Unfäl­le von Ver­si­cher­ten infol­ge einer den Ver­si­che­rungs­schutz nach §§ 2, 3 oder 6 SGB VII begrün­den­den Tätig­keit (ver­si­cher­te Tätigkeit).

Zu die­sen ver­si­cher­ten Tätig­kei­ten zählt gemäß § 8 Absatz 2 Nr. 1 SGB VII auch das Zurück­le­gen des mit der nach den §§ 2, 3 oder 6 SGB VII ver­si­cher­ten Tätig­keit zusam­men­hän­gen­den unmit­tel­ba­ren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit.

Ein Unfall ist nach der gesetz­li­chen Defi­ni­ti­on des § 8 Absatz 1 Satz 2 SGB VII ein zeit­lich begrenz­tes, von außen auf den Kör­per ein­wir­ken­des Ereig­nis, das zu einem Gesund­heits­erst­scha­den oder zum Tod führt. Dem­entspre­chend setzt die unfall­ver­si­che­rungs­recht­li­che Aner­ken­nung eines Arbeits­un­fal­les vor­aus, dass die Ver­rich­tung zur Zeit des Unfalls der ver­si­cher­ten Tätigkeit:

  1. in einem inne­ren oder sach­li­chen Zusam­men­hang steht,
  2. zu dem zeit­lich begrenz­ten, von außen auf den Kör­per ein­wir­ken­den Ereig­nis geführt hat (Unfall­ereig­nis) und
  3. dadurch einen Gesund­heits­erst­scha­den oder den Tod des Ver­si­cher­ten objek­tiv und recht­lich wesent­lich ver­ur­sacht hat.

Pri­mär gilt also, dass das Scha­dens­er­eig­nis nicht im Rah­men einer pri­va­ten Ver­rich­tung zuta­ge getre­ten sein darf. Hier­zu zäh­len zum Bei­spiel Umwe­ge, die den Weg von oder zur Arbeits­stel­le oder Woh­nung aus eigen­wirt­schaft­li­chen Grün­den nicht uner­heb­lich ver­län­gern. Sobald also ein Ange­stell­ter sich auf einem Abweg befin­det, ist er für die­sen Moment nicht von der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung geschützt.

Entschädigungsleistung nach einem Wegeunfall

Als Ent­schä­di­gungs­leis­tung kom­men nach einem Wege­un­fall die Über­nah­me der Kos­ten für die Erst­ver­sor­gung sowie die Kos­ten­tra­gung für die wei­ter­ge­hen­de Behand­lung in Betracht (zum Bei­spiel Medi­ka­men­ten­ver­sor­gung, Kran­ken­gym­nas­tik). Erstat­tungs­fä­hig sind eben­so Pro­the­sen und ortho­pä­di­sche Hilfs­mit­tel, sowie Leis­tun­gen zur Wie­der­ein­glie­de­rung in das Beschäf­ti­gungs­le­ben und die Sozi­al­ge­mein­schaft durch Sach­leis­tun­gen und mone­tä­re Unterstützungen.

Für die Zei­ten der Arbeits­un­fä­hig­keit durch einen Wege­un­fall sowie inner­halb der Zeit­span­ne der medi­zi­ni­schen Heil­be­hand­lung kann zudem gemäß § 45 SGB VII ein Ver­letz­ten­geld bean­sprucht wer­den. Die Beglei­chung von Blech- oder Sach­schä­den erfolgt regel­mä­ßig über eine Haft­pflicht- oder Kas­ko­ver­si­che­rung. Eine Aus­nah­me stel­len beschä­dig­te medi­zi­ni­sche Hilfs­mit­tel dar, wie bei­spiels­wei­se Bril­len – hier­für ist der gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rer zuständig.

Dies ist ein Arti­kel aus der RDG-Print­aus­ga­be Jan/Feb 2021.