Schwe­re Erkran­kun­gen sind oft mit einer lan­gen Rege­ne­ra­ti­on und damit einer Krank­schrei­bung und ggf. auch dem Bezug von durch die Kran­ken­kas­sen ver­bun­den. Häu­fig stellt sich die Fra­ge: Darf ein Arbeit­neh­mer in die­ser Zeit in den Urlaub fah­ren?

Ver­bringt ein arbeits­un­fä­hi­ger Arbeit­neh­mer nach Rück­spra­che mit dem Arzt sei­nen Urlaub in Deutsch­land, so hat er grund­sätz­lich einen Anspruch auf Wei­ter­zah­lung des Kran­ken­gel­des. Dage­gen wird im Aus­lands­ur­laub kein wei­ter­ge­zahlt – es sei denn, die Kran­ken­kas­se hat dem Urlaub vor­her aus­drück­lich zuge­stimmt. Dies teil­te der Ver­band der Ersatz­kas­sen e. V. (vdek) mit.

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Heilungsprozess darf nicht gefährdet sein

„Die Ersatz­kas­sen stim­men einem Aus­lands­ur­laub in der Regel zu. Damit ist der Weg frei für die Wei­ter­zah­lung des Kran­ken­gel­des wäh­rend die­ser Zeit. Aller­dings darf der Hei­lungs­pro­zess des arbeits­un­fä­hi­gen Arbeit­neh­mers nicht gefähr­det wer­den. Der Kran­ken­geld­be­zie­her muss sei­ne Ersatz­kas­se daher früh­zei­tig infor­mie­ren und ein ärzt­li­ches Attest ein­rei­chen, aus dem her­vor­geht, dass der Urlaub den Hei­lungs­pro­zess nicht beein­träch­tigt“, sagt Michae­la Gott­fried, Pres­se­spre­che­rin des .

Eine Heilbehandlung hat Vorrang vor der Urlaubsreise

Eine gesund­heits­för­dern­de Maß­nah­me hat regel­mä­ßig Vor­rang vor dem Urlaub: Über­schnei­det sich eine Feri­en­rei­se im In- oder Aus­land zeit­lich mit einer von der Kran­ken­kas­se vor­ge­schla­ge­nen Heil­be­hand­lung, kann es des­halb erfor­der­lich wer­den, die Rei­se zu ver­schie­ben. Indem der Kran­ken­geld­be­zie­her an einer gesund­heits­för­dern­den Maß­nah­me teil­nimmt, trägt er aktiv dazu bei, sei­ne Arbeits­un­fä­hig­keit zu über­win­den.

Krankschreibung für den gesamten Urlaubszeitraum notwendig

„Wohin die Rei­se auch geht ‒ haken Sie vor dem Urlaub auf Ihrer Check­lis­te ab, dass die Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung für den gesam­ten Urlaubs­zeit­raum gilt“, rät Gott­fried. Hat die Feri­en­rei­se bereits begon­nen und die Krank­schrei­bung läuft aus, soll­te direkt am Urlaubs­ort ein Arzt auf­ge­sucht wer­den, und zwar spä­tes­tens am ers­ten Werk­tag, der auf den letz­ten Tag der Arbeits­un­fä­hig­keit folgt. Ist die Krank­schrei­bung ver­län­gert, bleibt auch der Anspruch auf Kran­ken­geld erhal­ten.