Für einen „kon­se­quen­ten und rich­ti­gen Weg“ hält der Prä­si­dent der Ärz­te­kam­mer West­fa­len-Lip­pe, Dr. Theo­dor Wind­horst, den Beschluss des nie­der­län­di­schen Par­la­ments, künf­tig die Wider­spruchs­lö­sung in der ein­zu­füh­ren. Ange­sichts einer ste­tig sin­ken­den Bereit­schaft zur sei dies eine „glän­zen­de Bewe­gung und begrü­ßens­wer­te Ent­schei­dung“. Wind­horst spricht sich dafür aus, auch in Deutsch­land end­lich eine Sys­tem­än­de­rung her­bei­zu­füh­ren und die Wider­spruchs­lö­sung zu beschlie­ßen. In den Nie­der­lan­den gilt nun jeder Erwach­se­ne grund­sätz­lich als Organ­spen­der, es sei denn, er hat der Organ­spen­de aus­drück­lich wider­spro­chen. Alle Bür­ger wer­den per Brief gefragt, ob sie nach dem Tod ihre Orga­ne spen­den wol­len. Ant­wor­ten sie nicht, wer­den sie auto­ma­tisch als Spen­der regis­triert.

Die der­zeit gel­ten­de Zustim­mungs­lö­sung in Deutsch­land sei nicht weit­ge­hend genug, so Wind­horst, um das Leid auf der War­te­lis­te zu lin­dern. „Jeden Tag ster­ben drei Men­schen, die auf ein Spen­der­or­gan war­ten. Und wir sehen dabei zu. Wir brau­chen bei die­sem sen­si­blen The­ma all­um­fas­sen­de Infor­ma­ti­on und Auf­klä­rung.“ Es sei Zeit für eine offe­ne, ehr­li­che und trans­pa­ren­te Debat­te über die und die Ein­füh­rung der erwei­ter­ten Wider­spruchs­lö­sung. Die­se sieht in den meis­ten euro­päi­schen Län­dern vor, dass grund­sätz­lich als Organ­spen­der gilt, wer einer Spen­de zuvor nicht aus­drück­lich wider­spro­chen hat, Ange­hö­ri­ge haben dabei ein Veto­recht.

Die Organspenderrate sinkt stetig

Erst kürz­lich wur­de von der Deut­schen Stif­tung Organ­trans­plan­ta­ti­on (DSO) ein erneu­ter Rück­gang der Organ­spen­der­ra­te ver­zeich­net. Dem­nach hat es 797 Organ­spen­der im Jahr 2017 gege­ben, wäh­rend es im Vor­jahr noch 857 Spen­der waren. Ins­ge­samt konn­ten 2764 Orga­ne, ein­schließ­lich des län­der­über­grei­fen­den Organ­spen­de­aus­tauschs, gespen­det wer­den.