Yvon­ne Brü­chert fragt: Wie wird die von Maß­nah­men zur bei der Behand­lung von Pri­vat­pa­ti­en­ten erfasst?

Ant­wort der Redak­ti­on: Im Gegen­satz zu der Abrech­nungs­grund­la­ge im ver­trags­ärzt­li­chen Bereich, dem Ein­heit­li­chen Bewer­tungs­maß­stab () sind die klein­chir­ur­gi­schen Leis­tun­gen der nicht in Kom­plex­zif­fern zusam­men gefasst, son­dern kön­nen als ärzt­li­che Ein­zel­leis­tun­gen berech­net wer­den. Der ein­fa­che Gebüh­ren­satz des pri­vat­li­qui­die­ren­den Arz­tes errech­net sich aus dem jewei­li­gen GOÄ-Punkt­wert * 0,0582873 Euro. Zunächst kom­men nach den all­ge­mei­nen Bestim­mun­gen in der GOÄ die typi­schen ärzt­li­chen Leis­tun­gen im Bereich der in Fra­ge. Hier­zu zählt etwa das Anle­gen eines Kom­pres­si­ons­ver­ban­des, der zusätz­lich zu einer ope­ra­ti­ven Leis­tung in Ansatz gebracht wer­den kann (Nr. 204 GOÄ). Ein „nor­ma­ler“ Wund­ver­band (Nr. 200 GOÄ) hin­ge­gen, der im Zusam­men­hang mit einer ope­ra­ti­ven Leis­tung ange­legt wor­den ist, kann als Bestand­teil die­ser Leis­tung nicht geson­dert liqui­diert wer­den (vgl. GOÄ C I. – Anle­gen von Ver­bän­den). In dem all­ge­mei­nen Bereich sieht die GOÄ außer­dem die Erstat­tung von Anäs­the­sie­leis­tun­gen vor. Die­se kön­nen – anders als im ver­trags­ärzt­li­chen Bereich – neben ope­ra­ti­ven Ein­grif­fen sepa­rat berech­net wer­den (z.B. Nr. 491 GOÄ oder Nr. 493 GOÄ).

Irri­ta­tio­nen kön­nen auf­tre­ten, weil die GOÄ mit­un­ter die glei­che Leis­tung einer ande­ren Zif­fer zuweist. Aus­schlag­ge­bend hier­für ist, ob die Wun­de „groß“ oder „klein“ ist oder die Anäs­the­sie in „gro­ßen“ oder „klei­nen“ Berei­chen erfolg­te. Hier gilt: Nach der Loka­li­sa­ti­on der Wun­de rich­tet sich die grö­ßen­mä­ßi­gen Zuord­nung. Ein­grif­fe am Kopf, Hals oder Hän­den wer­den gewöhn­lich zu den „gro­ßen“ Behand­lun­gen gerech­net.

Die spe­zi­fi­schen Maß­nah­men der Wund­ver­sor­gung sind dar­über hin­aus unter den GOÄ-Nrn. 2000 bis 2015 gelis­tet. Der nied­rigs­te Punkt­wert wird für die Ent­fer­nung von Fäden oder Klam­mern gewährt (GOÄ Nr.2007/40 Pkte.), die aller­dings – im Unter­schied zum – auch im unmit­tel­ba­ren Anschluss an eine sta­tio­nä­re Behand­lung berech­net wer­den darf. Der höchs­te Punkt­wert wird für die Ver­sor­gung einer gro­ßen und/oder stark ver­un­rei­nig­ten Wun­de ein­schließ­lich Umschnei­dung und Naht gewährt (GOÄ Nr. 2005/400 Pkte.). Grund­sätz­lich kön­nen bei der GOÄ- die Leis­tungs­zif­fern auch mehr­fach in Ansatz gebracht wer­den, wenn bei­spiels­wei­se ein Pati­ent unter meh­re­ren zu ver­sor­gen­den Wun­den lei­det. Eine Beson­der­heit gilt für die Abtra­gung von Nekro­sen im Hand- und Fuß­be­reich: Wäh­rend die GOÄ Nr. 2006 für Nekro­sen­ab­tra­gun­gen nur 63 Punk­te vor­sieht, kön­nen hier nach GOÄ Nr. 2065 ins­ge­samt 250 Punk­te in Ansatz gebracht wer­den. Zusätz­lich kön­nen über die GOÄ Nr. 200 für das anschlie­ßen­de Anle­gen des Ver­ban­des 45 Punk­te in die Berech­nung gege­ben wer­den.

Der Arzt kann Gebüh­ren grund­sätz­lich nur für selb­stän­di­ge ärzt­li­che Leis­tun­gen berech­nen, die er selbst erbracht hat oder die unter sei­ner Auf­sicht nach fach­li­cher Wei­sung erbracht wur­den (eige­ne Leis­tun­gen). Als wei­sungs­ge­bun­de­ne Leis­tun­gen kön­nen dem­ge­mäß auch die Auf­ga­ben­wahr­neh­mun­gen eines Wund­ma­na­gers zur Abrech­nung gebracht wer­den.