Das seit 2013 lau­fen­de Hygie­ne­son­der­pro­gramm soll die Beschäf­ti­gung von qua­li­fi­zier­tem Hygie­ne­fach­per­so­nal för­dern. Bis zum Ende des Pro­gramms in 2023 sol­len ins­ge­samt 460 Mil­lio­nen von den Kran­ken­kas­sen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Mit die­sem Geld sol­len Kran­ken­häu­ser qua­li­fi­zier­tes Hygie­ne­per­so­nal ein­stel­len, aber auch die Fort- und Wei­ter­bil­dung von Pfle­ge­kräf­ten und Ärz­ten in die­sem Bereich sowie exter­ne Bera­tun­gen bezah­len. Anspruch auf För­der­gel­der aus dem Hygie­ne­son­der­pro­gramm haben nur jene Kran­ken­häu­ser, die die ver­bind­li­chen per­so­nel­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen zur Ver­hin­de­rung nos­o­ko­mia­ler Infek­tio­nen bis­her noch nicht erfül­len.

Drei Viertel der Krankenhäuser sind anspruchsberechtigt

Von den rund 2.000 Kran­ken­häu­sern in Deutsch­land sind 1.522 anspruchs­be­rech­tigt. Bis­her haben 1.275 von ihnen För­der­gel­der bei den Kran­ken­kas­sen abge­ru­fen. Ins­ge­samt sind seit­her 225 Mil­lio­nen Euro in die Kran­ken­häu­ser geflos­sen. Rund 154 Mil­lio­nen Euro davon haben die Kli­ni­ken für die Ein­stel­lung neu­er Hygie­nekräf­te, für die inter­ne Beset­zung und für die Auf­sto­ckung von Teil­zeit­stel­len erhal­ten. Damit ent­fal­len etwa zwei Drit­tel der bis­he­ri­gen Geld­be­trä­ge auf Ver­ein­ba­run­gen zur Beschäf­ti­gung von Hygie­ne­fach­kräf­ten, Kran­ken­haus­hy­gie­ni­kern und hygie­ne­be­auf­trag­ten Ärz­ten. In die Fort- und Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men für Pfle­ge­kräf­te und Ärz­te sind rund 33 Mil­lio­nen Euro geflos­sen. Wei­te­re rund 14 Mil­lio­nen Euro haben die Kli­ni­ken für die Bera­tung durch exter­ne Kran­ken­haus­hy­gie­ni­ker und Fach­ärz­te mit einer Spe­zia­li­sie­rung im Bereich Infek­tio­lo­gie ver­wen­det. Beträ­ge in Höhe von etwa 24 Mil­lio­nen Euro kön­nen bis­her noch kei­ner kon­kre­ten Maß­nah­me zuge­ord­net wer­den.

Anzei­ge
Convatec-Webinar

Ob die För­der­gel­der tat­säch­lich rich­tig ver­wen­det und zum Bei­spiel neue Hygie­ne­per­so­nal­stel­len ent­stan­den sind, kann erst nach­träg­lich durch die jewei­li­ge Jah­res­ab­schluss­prü­fung der Kli­ni­ken fest­ge­stellt wer­den. Nur auf die­sem Wege kann die sach­ge­rech­te Mit­tel­ver­wen­dung zuver­läs­sig belegt wer­den. Für den aktu­el­len Bericht sind Daten aus den Jah­res­ab­schluss­prü­fun­gen der Jah­re 2013, 2014 und 2015 aus­ge­wer­tet wor­den. Bis­lang lie­gen für etwa 41 Pro­zent der in die­sen drei Jah­ren ver­ein­bar­ten För­der­gel­der Bestä­ti­gun­gen vor. Außer­dem haben die Kran­ken­häu­ser etwa die Hälf­te der ver­ein­bar­ten Stel­len auch nach­weis­lich mit Hygie­ne­fach­per­so­nal besetzt. Wei­te­re Bestä­ti­gun­gen ste­hen noch aus.

Verbreitung nosokomialer Infektionen und resistenter Erreger vermeiden

Grund­le­gend für das Hygie­ne­pro­gramm ist das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz, in dem Rege­lun­gen zur Siche­rung der Hygie­ne­qua­li­tät in den Ein­rich­tun­gen des Gesund­heits­we­sens fest­ge­hal­ten sind. So muss ein sicher­stel­len, dass die nach dem Stand der medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft erfor­der­li­chen Maß­nah­men getrof­fen wer­den, um das Auf­tre­ten und die Wei­ter­ver­brei­tung nos­o­ko­mia­ler Infek­tio­nen und resis­ten­ter Krank­heits­er­re­ger zu ver­mei­den. Eine Min­dest­aus­stat­tung mit Hygie­ne­fach­per­so­nal ist zu gewähr­leis­ten. Ver­bind­lich für die Kran­ken­häu­ser sind dabei die Emp­feh­lun­gen der Kom­mis­si­on für Kran­ken­haus­hy­gie­ne und Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on (KRINKO) zu den per­so­nel­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen zur Ver­hin­de­rung nos­o­ko­mia­ler Infek­tio­nen.