Andre­as Teu­pert fragt: Eini­ge unse­rer Heim­be­woh­ner lei­den unter Bla­sen­ent­lee­rungs­stö­run­gen, so dass es not­wen­dig ist, den Harn vor­über­ge­hend oder dau­er­haft über eine künst­li­che Harn­ab­lei­tung nach außen abzu­füh­ren. Darf die vom Pfle­ge­per­so­nal vor­ge­nom­men wer­den?

Ant­wort der Redak­ti­on: Die Ein­füh­rung eines tran­surethra­len Kathe­ters ist ein inva­si­ver Ein­griff, der spe­zi­el­le medi­zi­ni­sche Kennt­nis­se vor­aus­setzt, so dass es sich hier­bei grund­sätz­lich um eine ärzt­li­che Tätig­keit han­delt.

Zurück­zu­füh­ren ist die­ser Vor­be­halt auf die beson­de­re Risi­ko­träch­tig­keit der : Über die Wahl des Kathe­ter­ma­te­ri­als und das siche­re Plat­zie­ren des Kathe­ters hin­aus zeich­net sich das der inne­woh­nen­de Gefähr­dungs­po­ten­zi­al durch ein hohes Infek­ti­ons­ri­si­ko für Nie­ren und Harn­we­ge aus. Die Über­tra­gung die­ser Tätig­keit auf Pfle­ge­per­so­nal bedarf daher einer beson­ders stren­gen Indi­ka­ti­on.

Bei der Fra­ge der Dele­gie­rung der rou­ti­ne­mä­ßi­gen Kathe­te­ri­sie­rung auf pfle­ge­ri­sches Per­so­nal ist jedoch zu berück­sich­ti­gen, dass die Kathe­te­ri­sie­rung und die hier­bei zu berück­sich­ti­gen­den Tech­ni­ken regel­mä­ßig im Rah­men der pfle­ge­ri­schen Aus­bil­dung ver­mit­telt wer­den. Wird die­ses in der Aus­bil­dung erwor­be­ne Wis­sen regel­mä­ßig über­prüft, birgt eine tran­surethra­le Kathe­te­ri­sie­rung in der Regel kei­ne Risi­ko­er­hö­hung für den Pati­en­ten und/oder Heim­be­woh­ner, wenn sie vom Pfle­ge­per­so­nal durch­ge­führt wird. Bestehen also an die­sen mate­ri­el­len Fähig­kei­ten kei­ne Zwei­fel, ste­hen der Dele­gie­rung auf Pfle­ge­per­so­nal kei­ne Beden­ken ent­ge­gen.

Schließ­lich ist zu erwäh­nen, dass sämt­li­che Mani­pu­la­tio­nen am Kathe­ter, zum Bei­spiel Wech­sel des Kathe­ters oder des­sen Ent­fer­nung, der ärzt­li­chen Anwei­sung bedür­fen. Die Über­wa­chung und die Pfle­ge der Kathe­ter- und Drai­na­ge­sys­te­me gehö­ren im Rah­men der Beob­ach­tungs­pfle­ge zum pfle­ge­ri­schen Auf­ga­ben­be­reich. Soll­ten Stö­run­gen fest­ge­stellt wer­den, muss der Arzt unver­züg­lich infor­miert wer­den.