Wegen des Tat­vor­wur­fes des Mor­des und des Rau­bes mit Todes­fol­ge ermit­telt die Mün­che­ner Staats­an­walt­schaft I gegen einen 36-jäh­ri­gen Mann aus Polen. Bei dem Beschul­dig­ten han­delt es sich um eine unge­lern­te Pfle­ge­hilfs­kraft, die den Ver­neh­mun­gen zufol­ge seit 2008 im Aus­land und seit 2012 durch­ge­hend in Deutsch­land tätig war. So  auch an Rosen­mon­tag die­sen Jah­res (12.02.2018). An die­sem Tag erreich­te den Not­arzt am frü­hen Mor­gen ein Anruf der Hilfs­kraft, weil er den 87-jäh­ri­gen Rent­ner, den er betreu­te, leb­los in sei­nem Bett auf­ge­fun­den habe – der Not­arzt konn­te nur noch den Tod des Rent­ners feststellen.

Er gestand dem Rentner Insulin verabreicht zu haben

Wegen Auf­fäl­lig­kei­ten bei der Lei­chen­schau wur­de eine unauf­ge­klär­te Todes­art beschei­nigt. Die Pfle­ge­hilfs­kraft wur­de unter­sucht und dabei stell­te sich her­aus, dass gegen die­sen bereits in meh­re­ren Fäl­len poli­zei­lich ermit­telt wird. Unter ande­rem wegen gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung an einer von ihm betreu­ten Per­son in Weil­heim. Im Rah­men der Unter­su­chun­gen des ver­stän­dig­ten Kom­mis­sa­ri­ats erga­ben sich wei­te­re Auf­fäl­lig­kei­ten. Man fand bei ihm zwei EC-Kar­ten des ver­stor­be­nen Rent­ners, Bar­geld in Höhe von 1.210 Euro sowie ein Insu­lin-Pen und meh­re­re Ampul­len mit Insu­lin. Er erklär­te, dass er die EC-Kar­ten und das Geld nach dem Tod des Rent­ners an sich genom­men habe.

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Da man am Insti­tut für Rechts­me­di­zin indes­sen Ein­stich­stel­len an der Lei­che sowie einen extrem nied­ri­gen Blut­zu­cker­wert fest­stell­te, erhöh­te sich der Ver­dacht, dass die Pfle­ge­hilfs­kraft etwas mit dem Tod des Rent­ners zutun habe. Er bestritt dies zunächst, gestand aller­dings am nächs­ten Ver­neh­mungs­tag dem Rent­ner Insu­lin ver­ab­reicht zu haben.

In weiteren Fällen wird ermittelt

Seit­her befin­det sich der 36-Jäh­ri­ge in Unter­su­chungs­haft, wei­te­re Anga­ben zu dem Fall oder zu von ihm in der Ver­gan­gen­heit betreu­ten Per­so­nen woll­te er nicht machen. Ermit­telt wer­den konn­ten bis­her 20 Per­so­nen, die von ihm betreut wur­den, wovon vier von die­sen eben­falls wegen eines extrem nied­ri­gen Blut­zu­cker­wer­tes und lebens­be­droh­li­cher Zustän­de ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wor­den waren. Einer von die­sen ver­starb zwei Mona­te spä­ter, die ande­ren vier Betreu­ten über­leb­ten. Inwie­fern die­se Vor­fäl­le mit dem 36-Jäh­ri­gen in Zusam­men­hang ste­hen, muss durch ein rechts­me­di­zi­ni­sches Gut­ach­ten geklärt wer­den. Ent­wen­det hat 36-Jäh­ri­ge in die­sen Fäl­len nichts und teil­wei­se war er es selbst, der den Ret­tungs­dienst alarmierte.

Bei drei wei­te­ren von ihm Betreu­ten besteht der Ver­dacht, dass sie von ihm bestoh­len wor­den sind. Eine ande­re Per­son ist weni­ge Tage nach der Betreu­ung der Hilfs­kraft ver­stor­ben, die genaue Ursa­che muss in die­sem Fall aller­dings noch geklärt wer­den. Bei den rest­li­chen elf Per­so­nen hat es kei­ne der­ar­ti­gen Auf­fäl­lig­kei­ten gege­ben, jedoch hat eine Viel­zahl von ihnen den Ver­trag mit der Pfle­ge­hilfs­kraft vor­zei­tig been­det, weil er sich teil­wei­se unan­ge­mes­sen und aggres­siv ver­hal­ten und Des­in­ter­es­se gezeigt haben soll.

Staatsanwaltschaft hat Öffentlichkeitsfahndung erlassen

Die Ver­mitt­lung des 36-Jäh­ri­gen lief über­wie­gend über Agen­tu­ren, die in Deutsch­land ansäs­sig sind. Für die wei­te­ren Unter­su­chun­gen wur­de die Ermitt­lungs­grup­pe „EG Pen“ ein­ge­rich­tet. Auf der Sei­te der Poli­zei Mün­chen wer­den Zeu­gen auf­ge­ru­fen, sich mit der Poli­zei­dienst­stel­le in Ver­bin­dung zu set­zen und in der Hoff­nung, Zeu­gen und wei­te­re ehe­mals von ihm betreu­te Per­so­nen  aus­fin­dig machen zu kön­nen, wur­de eine Öffent­lich­keits­fahn­dung mit voll­stän­di­gem Namen (Wolsz­ta­jn, Grze­gorz Sta­nis­law) und Licht­bild erlassen.