Hin­ter dem Namen­s­un­ge­tüm ver­birgt sich das soge­nann­te -Selbst­ver­wal­tungs­stär­kungs­ge­setz. Rich­tig zu ver­ste­hen ist das Geset­zes­vor­ha­ben erst vor dem Hin­ter­grund des Skan­dals in der . Dabei geht es um Mil­lio­nen­ver­lus­te durch umstrit­te­ne Immo­bi­li­en­ge­schäf­te und um unzu­läs­si­ge und über­höh­te Ver­gü­tun­gen und Alters­be­zü­ge für einen ehe­ma­li­gen Vor­stands­chef. Nun wur­de das Gesetz in ers­ter Lesung am 16. Janu­ar im Bun­des­tag ver­han­delt. Das Gesetz betrifft die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung und die Kas­sen­zahn­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung, den -Spit­zen­ver­band, den Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss und den Medi­zi­ni­schen Dienst des Spit­zen­ver­ban­des Bund der Kran­ken­kas­sen.

„Mit dem Gesetz­ent­wurf sor­gen wir dafür, dass die Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen der Selbst­ver­wal­tung künf­tig noch bes­ser ihrer gro­ßen Ver­ant­wor­tung nach­kom­men kön­nen und vor Selbst­blo­cka­den geschützt sind“, so Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Grö­he: „Das umfasst bei­spiels­wei­se schlüs­si­ge Vor­ga­ben für das Auf­sichts­ver­fah­ren, kla­re Vor­ga­ben für die Haus­halts- und Ver­mö­gens­ver­wal­tung sowie eine Stär­kung der inter­nen Trans­pa­renz­pflich­ten und Kon­troll­me­cha­nis­men.“

Anzei­ge
avanti

Beteiligungen an und Prüfung von Einrichtungen wird schwieriger

Damit Kom­pe­tenz­über­schrei­tun­gen und Unre­gel­mä­ßig­kei­ten in der Geschäfts­füh­rung früh­zei­tig erkannt wer­den kön­nen, sol­len ins­be­son­de­re die Kon­troll­rech­te der Mit­glie­der der Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne gestärkt wer­den. Des­halb wer­den die Ein­sichts- und Prü­f­rech­te der Mit­glie­der der Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne auch als Min­der­hei­ten­rech­te aus­ge­stal­tet und die Berichts­pflich­ten des Vor­stands gegen­über den Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­nen gesetz­lich ver­an­kert. Es wer­den Rege­lun­gen zu Abwahl­mög­lich­kei­ten der oder des Vor­sit­zen­den der Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne auf­ge­nom­men.

Trans­pa­renz im Ver­wal­tungs­han­deln stärkt die inter­ne und exter­ne Kon­trol­le. Des­halb wer­den auch die Rege­lun­gen in die­sem Bereich geschärft. Dies betrifft zunächst die Erwei­te­rung der Prü­fungs- und Mit­tei­lungs­pflich­ten in Bezug auf Betei­li­gun­gen an und die Grün­dung von Ein­rich­tun­gen. Auch soll eine regel­mä­ßi­ge exter­ne Prü­fung der Geschäfts‑, Rech­nungs- und Betriebs­füh­rung anstel­le der bis­he­ri­gen Prü­fung durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit bzw. das Bun­des­ver­si­che­rungs­amt eta­bliert wer­den.

Blockaden in der sollen aufgehoben werden

Struk­tu­rel­ler Wei­ter­ent­wick­lungs­be­darf besteht bei der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung zu den Rege­lun­gen über den Vor­stand. Es wird ver­pflich­tend ein Vor­stand mit drei Mit­glie­dern gere­gelt, des­sen Vor­stands­vor­sit­zen­der mit einer qua­li­fi­zier­ten Mehr­heit gewählt wer­den muss. Nur für den Fall, dass in den bei­den ers­ten Wahl­gän­gen kei­ne qua­li­fi­zier­te Mehr­heit zu Stan­de kommt, soll im drit­ten Wahl­gang die ein­fa­che Mehr­heit der abge­ge­be­nen Stim­men aus­rei­chend sein. Eines der drei Mit­glie­der des Vor­stands darf weder dem haus­ärzt­li­chen noch dem fach­ärzt­li­chen Ver­sor­gungs­be­reich ange­hö­ren.

Dies soll die not­wen­di­ge ver­sor­gungs­be­reichs­über­grei­fen­de Inter­es­sen­ver­tre­tung im Vor­stand sicher­stel­len sowie die Akzep­tanz des Vor­stands­vor­sit­zen­den stär­ken. Mit den vor­ge­se­he­nen struk­tu­rel­len Ände­run­gen sol­len die in der KBV bestehen­den Kon­flik­te zwi­schen den Ver­sor­gungs­be­rei­chen und die damit ein­her­ge­hen­den Blo­cka­den auf­ge­ho­ben wer­den.