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PWG-Seminare
8. IWC 2015
Veran­stal­tungs­ort der 8. Auflage des IWC war wieder einmal der Kölner Sartory Saal.

Der Inter­dis­zi­pli­näre WundCon­gress (IWC) zählt inzwi­schen zu den großen Veran­stal­tun­gen zum Thema Wundver­sor­gung in Deutsch­land. Davon konnten sich am letzten Donners­tag im Novem­ber – der tradi­tio­nelle Veran­stal­tungs­ter­min – wieder einmal über 1000 Teilneh­mern überzeu­gen: Neben dem eigent­li­chen Haupt­pro­gramm fanden gleich vier Satel­li­ten­sym­po­sien sowie ein Insel­work­shop statt. Dazu kamen eine große Indus­trie­aus­stel­lung und eine hochka­rä­tig besetzte Podiumsdiskussion.

„Wir gehen der Wunde auf den Grund” lautete das Verspre­chen des Kongres­ses mit den Gastge­bern Prof. Dr. Volker Großkopf, Initia­tor des WundCon­gres­ses, sowie Vera Lux, Pflege­di­rek­to­rin der Univer­si­täts­kli­nik Köln. Ansatz des IWC ist es, einen jährlich wechseln­den Teilbe­reich der Wundver­sor­gung mit Exper­ten verschie­de­ner Fachrich­tun­gen – darun­ter Pflege, Medizin und Recht – unter die Lupe zu nehmen.

So referierte etwa der Mikro­bio­loge Dr. Andreas Schwarz­kopf (Initia­tive Chroni­sche Wunden e.V.) unter dem Titel „Sterile Wunden heilen nicht!“ über die Bioche­mie der Wunde und stellte dabei fest: „Bakte­rien sind nicht die Ursache einer chroni­schen Wundin­fek­tion – sie sind die Nutznie­ßer!“ Eine klare Position bezog auch der Angio­loge Prof. Dr. Knut Kröger aus Krefeld in seinem Vortrag hinsicht­lich der Behand­lung von Menschen mit chroni­schen Wunden: „Eine evidenz­ba­sierte Kochbuch­me­di­zin gibt es nicht.“

Der Kölner Rechts­an­walt Hubert Klein relati­vierte die in der Pflege weit verbrei­tete Ansicht, dass Exper­ten­stan­dards in Stein gemei­ßelte Handlungs­an­wei­sun­gen oder gar „vorweg­ge­nom­mene Sachver­stän­di­gen-Gutach­ten“ seien. „Ein Exper­ten­stan­dard ist eine vorge­ge­bene Infor­ma­ti­ons­lage, die hoffent­lich noch auf dem neues­ten Stand ist”, bemerkte er. Hieran schlos­sen sich die Ausfüh­run­gen von Gonda Bauern­feind, Mitglied der DNQP-Exper­ten­gruppe „Pflege von Menschen mit chroni­schen Wunden“ an, die über den aktua­li­sier­ten Exper­ten­stan­dard referierte.

Beglei­tend zum Kongress gab es wiederum vier Satel­li­ten­sym­po­sien, die von der BGW, dem Medical Data Insti­tute (MDI) sowie den Unter­neh­men BSN medical und Conva­Tec ausge­rich­tet worden sind. Außer­dem gab es erstma­lig einen praktisch angeleg­ten Insel­work­shop des Hilfs­mit­tel-Herstel­lers medi aus Bayreuth. Eine Indus­trie­aus­stel­lung mit weit über 50 teilneh­men­den Firmen ergänzte den Kongresstag.

Auch der WundCon­gress im kommen­den Jahr ist bereits termi­niert: Am Donners­tag, 24. Novem­ber 2016, wird unter dem Motto „Wundbe­hand­lung 2020 – Chroni­sche Wunden heilen doch!?“ der 9. IWC steigen. Ein Vorab-Programm und eine Anmel­de­mög­lich­keit soll in Kürze auf der Seite der Veran­stal­tung veröf­fent­licht werden.