Seit 2013 wird in Deutsch­land die Wei­ter­ga­be soge­nann­ter über­zäh­li­ger Embryo­nen zur Aus­tra­gung durch Drit­te prak­ti­ziert. Bei einer fort­pflan­zungs­me­di­zi­ni­schen Behand­lung kön­nen Embryo­nen über­zäh­lig wer­den, wenn sie für das Paar, für das sie erzeugt wur­den, kei­ne wei­te­re Ver­wen­dung mehr fin­den. Das kann zum Bei­spiel nach einer erfolg­reich abge­schlos­se­nen Behand­lung vor­kom­men oder etwa, wenn die­se auf­grund medi­zi­ni­scher Pro­ble­ma­ti­ken nicht fort­ge­führt wer­den kann. In solch einem Fall kön­nen die über­zäh­li­gen Embryo­nen für eine Spen­de frei­ge­ge­ben wer­den.

Mit einer Embryoad­op­ti­on kön­nen eine Rei­he von Kon­flik­ten auf­tre­ten, wie etwa durch die unter­schied­li­chen Vor­stel­lun­gen dar­über, wie das Kind auf­wach­sen oder ob es Kennt­nis sei­ner Abstam­mung haben soll. Der Deut­sche Ethik­rat hat dies­be­züg­lich am ver­gan­ge­nen Diens­tag Emp­feh­lun­gen für eine gesetz­li­che Rege­lung zur Embryo­spen­de und ‑adop­ti­on aus­ge­spro­chen und rückt dabei vor allem das Kin­des­wohl in den Vor­der­grund. So soll bei­spiels­wei­se mit dem Zeit­punkt des Embryo­trans­fers dem Emp­fän­ger­paar das elter­li­che Recht zuge­spro­chen wer­den. Ent­spre­chend tritt das Spen­der­paar mit sei­ner Ein­wil­li­gung für eine Embryo­spen­de die Eltern­rech­te und ‑pflich­ten ab. Außer­dem soll jeder ab Voll­endung des 16. Lebens­jah­res das Recht auf Aus­kunft sei­ner Abstam­mung haben. Wei­ter­hin stimm­ten sie für eine gesetz­li­che Klar­stel­lung der Drei­er­re­gel, wonach nicht mehr als drei Embryo­nen erzeugt und über­tra­gen wer­den dür­fen.

Eine Missbrauchsgefahr muss ausgeschlossen werden

Der fami­li­en­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on, Mar­cus Wein­berg, äußer­te sich dazu kri­tisch. Er beton­te, dass ins­be­son­de­re die Miss­brauchs­ge­fahr beach­tet wer­den müs­se. Durch die gesetz­li­chen Rege­lun­gen wür­de mög­li­cher­wei­se die Nach­fra­ge stei­gen und somit der Anreiz geschaf­fen, zusätz­li­che Embryo­nen her­zu­stel­len.

Auch Harald Ebner, Spre­cher für Gen­tech­nik-und Bio­öko­no­mie­po­li­tik der Grü­nen, sieht die­se Gefahr. Es müs­se sicher­ge­stellt wer­den, dass es sich bei den über­zäh­li­gen Embryo­nen um Aus­nah­me­fäl­le han­delt und die Pro­duk­ti­on über­zäh­li­ger Embryo­nen mög­lichst ver­mie­den wird. Daher betont er die Wich­tig­keit der Drei­er­re­gel sowie die Pro­ble­ma­tik, dass die Ver­mitt­lung der über­zäh­li­gen Embryo­nen in Hän­den von pri­va­ten Repro­duk­ti­ons­zen­tren liegt.