2016 hat die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Würt­tem­berg ihre Berufs­ord­nung geän­dert, um ärzt­li­che Fern­be­hand­lun­gen in Form von Modell­pro­jek­ten ermög­li­chen zu kön­nen – ein bis­her bun­des­weit ein­ma­li­ger Schritt. Durch die Abän­de­rung kön­nen auch Pati­en­ten aus der Fer­ne behan­deln, die sie bis­her noch nicht ken­nen. Nach­dem bereits kürz­lich das ers­te Modell­pro­jekt an den Start ging, fol­gen nun zwei wei­te­re, die das Land geneh­migt hat. Das teil­te kürz­lich die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Würt­tem­berg mit.

Das ers­te Modell­pro­jekt wird mit dem Gesund­heits­ver­sor­ger KRY erfol­gen und ist vor allem für die haus­ärzt­li­che und all­ge­mein­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung vor­ge­se­hen. Mit­tels einer App kön­nen dann Video­sprech­stun­den zwi­schen Arzt und Pati­ent geführt wer­den. In Skan­di­na­vi­en und Spa­ni­en wur­de KRY schon erfolg­reich getestet.

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Modellprojekt des Justizministeriums

Mit einem wei­te­ren auf sechs Mona­te ange­leg­ten Modell­pro­jekt des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums Baden-Würt­tem­berg soll es ermög­licht wer­den, Gefan­ge­ne in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt tele­me­di­zi­nisch zu behan­deln. Ein Vor­teil wird unter ande­rem dar­in gese­hen, dass auf die­se Wei­se „logis­tisch auf­wen­di­ge Ver­le­gun­gen von Gefäng­nis­in­sas­sen ver­mie­den wer­den“ können.

Der Prä­si­dent der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Würt­tem­berg, Dr. Ulrich Cle­ver, begrüß­te den Fort­schritt in der Baden-Würt­tem­bergs: „Wir freu­en uns sehr, dass zu den bis­her schon geneh­mig­ten zwei Modell­pro­jek­ten nun zwei wei­te­re hin­zu­kom­men. Arzt und Pati­ent kön­nen sich auf Distanz begeg­nen, und der Medi­zi­ner darf eine indi­vi­du­el­le Dia­gno­se stel­len und die The­ra­pie einleiten.“

Um sicher­zu­stel­len, dass die Qua­li­tät der Behand­lung nicht gemil­dert wird, sind wis­sen­schaft­li­che Eva­lua­tio­nen vor­ge­se­hen, mit denen die Modell­pro­jek­te beglei­tet werden.