Karl-Josef Laumann, Heide Mattheis, Andreas Westerfellhaus
Ste­hen zur gene­ra­lis­ti­schen : Karl-Josef Lau­mann, Hei­de Matt­heis und Andre­as Wes­ter­fell­haus.Karl-Josef Lau­mann; spdfraktion.de (Sus­ie Knoll/Florian Jäni­cke);

Mit einem kürz­lich auf sei­ner Web­sei­te ver­öf­fent­lich­ten Bei­trag hat sich der CDU-Poli­ti­ker Erwin Rüd­del von den Plä­nen der Regie­rungs­ko­ali­ti­on zur Ein­füh­rung der gene­ra­lis­ti­schen deut­lich distan­ziert. Sei­ner Ansicht nach sei­en die Ver­hand­lun­gen zwi­schen den minis­te­ria­len Res­sorts der­art fest­ge­fah­ren, dass sie im Grun­de nach schon geschei­tert sei­en. Des Wei­te­ren äußert Rüd­del in den Betrag Zwei­fel dahin­ge­hend, dass die ange­streb­te Pfle­ge­bil­dungs­re­form zu einer tat­säch­li­chen Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on im Bereich der Alten­pfle­ge füh­ren wer­de. Er appe­liert des­halb an die Koali­ti­ons­part­ner, das gesam­te Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren noch ein­mal grund­sätz­lich zu über­den­ken.

Bereits am Don­ners­tag hat Par­tei­kol­le­ge und zugleich Bevoll­mäch­tig­ter der Bun­des­re­gie­rung für Pati­en­ten und Pfle­ge, Karl-Josef Lau­mann, die­sen Wunsch eine Absa­ge erteilt. Gegen­über der Ärz­te­zei­tung erklär­te Lau­mann: „Mit der wird die Aus­bil­dung den Anfor­de­run­gen der heu­ti­gen Zeit ange­passt. Zudem wer­den der Stel­len­wert der Pfle­ge und die Attrak­ti­vi­tät des Berufs erhöht.“

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In einer gemein­sa­men Stel­lung­nah­me gin­gen auch die gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Hil­de Matt­heis, und die für die Pfle­ge­be­ru­fe zustän­di­ge Fach­be­richt­erstat­te­rin Bet­ti­na Mül­ler auf die Äuße­run­gen Rüd­dels ein: „Die SPD hält an der im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­ten Zusam­men­füh­rung der bis­lang getrenn­ten Berufs­aus­bil­dun­gen für die Kran­ken- und die Alten­pfle­ge fest. Die mit dem geplan­te Wei­ter­ent­wick­lung ist unab­ding­bar, um die Pfle­ge auf die sich ändern­den und sich wei­ter ver­mi­schen­den Ver­sor­gungs­be­dar­fe einer älter wer­den­den Gesell­schaft aus­zu­rich­ten.“

: „Scheitern wäre eine Blamage“

Der Prä­si­dent des Deut­schen Pfle­gera­tes (DPR), Andre­as Wes­ter­fell­haus, reagier­te umge­hend auf die Äuße­run­gen des CDU-Poli­ti­kers: „Soll­te die im Koali­ti­ons­ver­trag fest­ge­leg­te Reform der Pfle­ge­aus­bil­dung schei­tern, wäre dies eine Bla­ma­ge für die Bun­des­re­gie­rung und den Deut­schen Bun­des­tag sowie ein Armuts­zeug­nis zugleich“, mahn­te er in einer Pres­se­mel­dung. „Die unab­ding­ba­re Ver­bes­se­rung der Qua­li­tät der Aus­bil­dung und die drin­gend benö­tig­te Wei­ter­ent­wick­lung der Pfle­ge­be­ru­fe wäre damit zu den Akten gelegt. Damit wür­de die Bun­des­re­gie­rung vor allem den Bür­gern scha­den, die pfle­ge­ri­sche Hil­fe benö­ti­gen“ so Wes­ter­fell­haus wei­ter.

Auch der Deut­sche Evan­ge­li­sche Ver­band für Alten­ar­beit und Pfle­ge (DEVAP) und der Ver­band katho­li­scher Alten­hil­fe in Deutsch­land e.V. (VKAD) spra­chen sich gemein­sam mit der Dia­ko­nie, der Cari­tas und wei­te­ren Fach­ver­bän­den erneut für die gene­ra­lis­ti­sche Pfle­ge­aus­bil­dung aus. In einer Stel­lung­nah­me kri­ti­sier­ten sie das der­zeit medi­al unter­stütz­te Tot­re­den der als „kon­tra­pro­duk­tiv für das Haupt­ziel der Aus­bil­dungs­re­form: die best­mög­li­che Aus­bil­dung für die Beglei­tung und Ver­sor­gung pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen zu ent­wi­ckeln.“

Zuspruch vom

Zuspruch bekam Rüd­del, der von 1993 bis 2009 selbst als Geschäfts­füh­rer und Mit­ge­sell­schaf­ter einer Senio­ren-Resi­denz im nord­hes­si­schen Bad Arol­sen tätig war, indes vom Bun­des­ver­band pri­va­ter Anbie­ter sozia­ler Diens­te e.V. (), der sich seit Beginn der Dis­kus­si­on um die Gene­ra­lis­tik für den Erhalt der eigen­stän­di­gen Aus­bil­dun­gen in der Kinderkranken‑, der Kran­ken- und der Alten­pfle­ge enga­giert.