Das Bun­des­ka­bi­nett hat die neue Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­ver­ord­nung für die Pfle­ge­be­ru­fe (PflA­PrV) ver­ab­schie­det. Grund­la­ge dafür ist das , das bereits im Juli 2017 ver­kün­det wor­den ist und stu­fen­wei­se in Kraft tre­ten wird. Mit der Ver­ord­nung wur­den die Vor­ga­ben des Geset­zes umge­setzt. Ins­ge­samt soll die Aus­bil­dung von Pfle­ge­fach­kräf­ten dadurch ver­ein­heit­licht gere­gelt und moder­ni­siert wer­den. Durch eine gene­ra­lis­ti­sche Aus­bil­dung möch­te man den sich ver­än­dern­den Her­aus­for­de­run­gen und den Über­schnei­dun­gen in der Berufs­pra­xis der Pfle­ge­be­ru­fe gerecht wer­den sowie neue Berufs- und Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten eröff­nen.

Mit der vom Bun­des­ka­bi­nett ver­ab­schie­de­ten Ver­ord­nung sind nun Ein­zel­hei­ten zur Aus­bil­dungs­struk­tur wie die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Aus­bil­dungs­in­hal­te und Prü­fun­gen gere­gelt wor­den. Zudem sind Rege­lun­gen zur Aner­ken­nung aus­län­di­scher Berufs­ab­schlüs­se sowie für die neue hoch­schu­li­sche getrof­fen und die Abschaf­fung des Schul­gel­des beschlos­sen wor­den. Auch die Auf­ga­ben einer Fach­kom­mis­si­on, die die Rah­men­lehr- und Rah­men­aus­bil­dungs­plä­ne ent­wi­ckelt, sind kon­kre­ti­siert wor­den. Die Vor­schlä­ge für die inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung der Pfle­ge­aus­bil­dun­gen sol­len den Pfle­ge­schu­len die­nen, um auf deren Grund­la­ge die Cur­ri­cu­la und Aus­bil­dungs­plä­ne zu erstel­len.

Anzei­ge
avanti

Spahn und Giffey gehen mit Verordnung einen wichtigen Schritt

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter sieht in der Ver­ord­nung einen wich­ti­gen Schritt Rich­tung Moder­ni­sie­rung der Pfle­ge­be­ru­fe: „Gute braucht neben Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und hoher Ein­satz­be­reit­schaft das nöti­ge Fach­wis­sen. Die­se Ver­ord­nung ist ein wich­ti­ger Schritt, um den Pfle­ge­be­ruf moder­ner und attrak­ti­ver zu machen. Wir wol­len, dass sich mög­lichst vie­le für die­sen ver­ant­wor­tungs- und anspruchs­vol­len Beruf ent­schei­den. Dazu gehört neben einer Aus­bil­dungs­ver­gü­tung selbst­ver­ständ­lich auch die Abschaf­fung des Schul­gel­des, wel­ches in einem Man­gel­be­ruf nichts zu suchen hat.“

Das Vor­ha­ben sich neben der Aus­bil­dungs­re­form auch um bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen in der zu küm­mern, stell­te Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Dr. Fran­zis­ka Gif­fey in Aus­sicht: „Die Aus­bil­dung wird end­lich kos­ten­frei, so dass sich nie­mand mehr die Fra­ge stel­len muss: Kann ich es mir leis­ten, Pfle­ge­fach­frau oder ‑mann zu wer­den? Wich­tig ist neben der Aus­bil­dungs­re­form aber auch, dass wir für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen in der sor­gen. Das wer­de ich als nächs­tes gemein­sam mit mei­nen Kol­le­gen Herrn Bun­des­mi­nis­ter Spahn und Herrn Bun­des­mi­nis­ter Heil im Rah­men der Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge in Angriff neh­men.“

Kritik: „Altenpflege bleibt Ausbildungsberuf zweiter Klasse“

Die pfle­ge­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen, Kor­du­la Schulz-Asche, hat bereits zu der Ver­ord­nung Stel­lung bezo­gen und sieht in den Rege­lun­gen die Ver­knüp­fung der ein­zel­nen Aus­bil­dun­gen nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt: „Die Alten­pfle­ge­aus­bil­dung soll eigen­stän­dig neben der Gene­ra­lis­tik orga­ni­siert wer­den. Die Ver­bin­dung zu wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen in der Aus­bil­dung fehlt jedoch. So bleibt Alten­pfle­ge ein Aus­bil­dungs­be­ruf zwei­ter Klas­se“, so Schulz-Asche.

Der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK) zeig­te sich ins­ge­samt sehr posi­tiv gegen­über der neu­en Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­ver­ord­nung: „Wir sind froh dar­über, dass wich­ti­ge Tei­le unse­rer Stel­lung­nah­me zum Refe­ren­ten­ent­wurf berück­sich­tigt wor­den sind. Das betrifft bei­spiels­wei­se den Auf­wand für die Zwi­schen­prü­fung nach zwei Aus­bil­dungs­jah­ren, der deut­lich redu­ziert wur­de“, sagt DBfK-Prä­si­den­tin Prof. Chris­tel Bien­stein. „Es muss trotz aller Kom­pro­mis­se in allen Zwei­gen der neu­en aber sicher­ge­stellt sein, dass die künf­ti­gen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten über die nöti­ge Kom­pe­tenz ver­fü­gen, um den Anfor­de­run­gen im Beruf gewach­sen zu sein“, räum­te sie gleich­zei­tig ein. Das gel­te ins­be­son­de­re für die Aus­bil­dung mit dem Ziel Alten­pfle­ger bzw. Alten­pfle­ge­rin.

In einem nächs­ten Schritt wird die Ver­ord­nung nun dem Deut­schen Bun­des­tag vor­ge­legt, anschlie­ßend ist noch die Zustim­mung sei­tens des Deut­schen Bun­des­ra­tes not­wen­dig. Geplant ist, dass die neue Pfle­ge­aus­bil­dung im Jahr 2020 star­tet.